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Full text of "Vergleichend-anatomische Beschreibung des Kehlkopfs : mit Berücksichtigung des Kelhlopfs der Reptilien"

THE FIELD MUSEUM LIBRARY 



3 571 1 00004 6475 




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in 2013 



http://arcliive.org/detaiIs/vergleichendanatOOIienl 






■r 



Ws^o^. A^jSo.-^ 



VERGLEICHEND -ANATOMISCHE 



BESCHREIBUNG 



DES 



KEHLKOPFS 



• 



MIT 



BESONDERER BERÜCKSICHTIGUNG 



DES 



REHLROPFS DER REPTILIEN 



VON 



D. J. p E N L E, 

PROSECTOR UND PRIV ATDO CENTEN IN BERLIN. 



V 



LEIPZIG, 

VERLAG VON LEOPOLD VOSS, 

18 39. 



Qu 



i 



208560 



DEM PROFESSOR 



D. AR. FRIEDR. AUG. WIEGMANN, 



UNSERM HERFETOLOeEN, 



MEINEM VREVIVOE. 



1 






Lfa unsere Kenntnisse von der Entwickelung des Kehlkopfes und somit auch von der 
Bedeutung seiner einzelnen Theile noch sehr unvollkommen sind, und da in der That die 
erste Entstehung und allraälige Ausbildung des Kehlkopfs bei Embryonen höherer Thiere 
schwer zu verfolgen ist, so unternahm ich eine vergleichend -anatomische Untersuchung dieses 
Organs, in der Hoffnung, die verschiedenen Entwickelungsstufen desselben in verschiedenen 
Organismen, von niedcrn zu höhern aufsteigend, nachzuweisen. In diesem Sinne entstand der 
hier mitgetheilte Versuch, die zootomische Beschreibung des Kehlkopfs als Entwickelnngsge- 
schichte desselben zu behandeln. Den Kundigen darf ich nicht erst erinnern, dass hier, wie 
überhaupt in der Stufenleiter der Organismen, nicht ein continuirliches Fortschreiten zu er- 
warten sei, sondern von jeder Stufe aus wie von einem gemeinsameu Mittelpuncte Wucherun- 
gen nach allen Seiten hin Statt finden. 

Ich habe die Reptilien am ausführlichsten behandelt, weil ihre Stimmorgane noch am 
unvollständigsten gekannt sind, ferner weil in dieser Classe die Organe der Luftathmung zu- 
erst auftreten und durch die verschiedenartigsten JMetamorphosen zu einer Form sich heran- 
bilden, auf welcher weiterhin nur minder wesentliche Variationen der Verhältnisse und der 
Gestalt der einzelnen Theile vorkommen. Die Schwimmblase der Fische mit ihrem Ausrdh- 
rnngsgange kann man nach v. Baer's neuern Arbeiten darüber höchstens für analog, nicht 
aber für identisch den einfachsten Lnftrespirationsorganen halten. 

Um im Texte nicht den Faden über anatomische Einzelheiten zu verlieren, habe ich 
die zusammenhängende Beschreibung der einzelnen Stimmorgane auf die Kupfererklärung ver- 
wiesen. Die Abbildungen sind nach dem zoologischen System, und zwar nach dem von 
Wiegmann * aufgestellten, geordnet. Dadurch wird sogleich ersichtlich, inwiefern die ana- 
tomischen Verhältnisse des Kehlkopfes für die zoologische Systematik zu brauchen sind. Es 
wird sich zeigen, dass allerdings aucli die Stimmorgane verwandter Reptilien in den Haupt- 
charakteren einander ähnlich sind, zugleich aber wird sich ergeben, dass gewisse Eigenthüm- 
lichkcitcn, auf welche man Gewicht zu legen geneigt ist, z. B. die Anwesenheit eines Kehl- 
deckels, von geringem Werthe sind. 



• WiKCMANN und Rdthk, Handbuch der Zoologie. Berlin 1832. 
Hekle, Besclireibung des Kehlkopfs. 



Ich gebe zuerst eine Uebersicht der untersuchten Arten. Von den init einem -; be- 
zeichneten habe ich mehrere Exemplare beiderlei Geschlechts untersucht. Es müt dies nöthig, 
um die Breite individueller Variationen, so weit es möglich war, kennen zu lernen. Ohne 
Geschlechtsbezeichnung sind die Arten, von welchen ich nur ein Exemplar jiräparirte, dessen 
Geschlecht nicht ermittelt wurde. 



1. Ordnung. Chelonii. 

Sphargis mercurialis 
Chelonia cauana 

„ midas 

Testudo elephantopus Harlan $ 
Emys europaea 
5, lutescens 
Cinosternoti clausuni 
Trionyx feroas 

aegyptiacus. 



j> 



2. Ordnung. Sauri. 

Rhampho Stoma tenuirostre 
Crocodilus biporcatus 
Alligator lucius 

,5 palpebrosus $ 

Hydrosaurus bivittatus Wagl. 
Podinema teguiicin 
Ameiva vulgaris $ 
Lacerta viridis "f 
Chamaeleo africanus % 
Calotes gutturosus $ 

„ cristatus f 
Draco volans 
Ophryoessa superciliosa $ 
Chamaeleopsis Hernandesii 
Iguana tuberculata 
Cyclura deniiculata $ 
Anolis velifer 
Polychrus marmoratus $ $ 
Trapelus deserti Mus. %ool. $ 
Phrynocephalus auritus $ 
Tropidurus inicrolophus $ 

„ iorquatus % 

Sceloporus torrjuatus $ 
Phrynosoma orbiculare $ 



Platydactylus fascicularis J 
Hemidaclylus triedrus 

„ armatus Neüw. t 

Gymtiodactylus platyurus Wagl. 
Zonurus cordylus $ 
Pseudopus serpentinus -f 
OpJiiosaurus vetitralis 
Euprepes Telfairii $ 
Cyclodus flavigularis Wagl $ 
Zygnis chalcidica 
Anguis fragilis '\ 
Amphisbaena fuliginosa t 
Cephalopeltis Hemprichii. 



3. Ordnung. Serpentes. 

Typhlops ampliixanthus 
Ilysia scytale 
Cylindrophis niaculata 
Eryx turcicus 
Boa cotistrictor 
Python bivittatus 
Coluber rufivctitris 
„ ßavescens 
„ Korros 

5, pholidostictus Wieg3i. 
capistratus 

{Spilotes Wagl) pullatus 
{Helicops Wagl) angulatus 
{TliamnodynastesV^ .) IKattcreri 
{Phyllodryas W.) Olfersü 
rufescens Gm. (n. g. Clcliae af- 
fin. WlEG3r.) 
(JHomalosoma Magl) arctiven- 

tris 
i^Liophis) reginae 
cobella 



j> 



jj 



3 



Coluber {Liophis) miliaris 

,, „ poecilogyrus 

Dendropltya ahaettilla Boje 
Ilcrpetodryas carinata 
Coronella laevis 
Tropidonotus natrix 

j, melanozostus 

„ sp. n. americ. ? 

Homalopsis aer 

„ thalia 

Dipsas annulatiis t 
j, iiebiilatus 
» „ bucephalus 
Coelopeltis lacertina 
Psammophis moniliger 
Dryophis prasinus 
Hydrophis trigonocephalus 
Elaps lacteus t 

„ lemimcatuH 
Naja tripudiana 

„ haje 
Bungarus fasciatus f 
Vipera berus 
Lachesis Yararaka 
Crotalu» horridus 
durissus 



J5 



4. Ordnung. Batrachia. 

Pipa verrucosa $ $ 
Xenopus Bojei $ $ 
Ceratophrys granosus ^ 



Hyla puiictata $ 

„ veniilosa $ 

„ Sceleion % 
Rana temporaria t 

„ esculenta t 

„ mugiens L. (?) $ 

„ w. */?. principali afßtüs $ 
Discoglossus pictus Otth. $^ 
Bombitiator igneus $ $ 
Alytes obstetricans 
Pelobates fuscus 
Engystoma gibbosum Cuv. 
Microps Botiapartii Fitz. $ 
Biifo cinereus $ $ 

„ calamita $ 

„ palmarum 

„ variabilis 

„ marinus % * 
Salamaiidra maculata t 

„ nigra $ 

Triton cristatus 

„ igneus 

„ marmoraius 
Abranchus alleghanensis % 
Amphiuma didactylum 
Siredon pisciformis 
Menobranchus lateralis Harl. $ 
Proteus anguinus t 
Coecilia glutinosa 

„ tentaculata 
Lepidosiren paradoxa $. 



Was die Beschreibung betrifft, so ist nocli zu erwähnen, dass bei der Angabe der 
Regionen die Thiere in einer Lage gedacht sind, welche derjenigen entspricht, in welcher 
man den menschlichen Körper bei den anatomischen Darstellungen zu denken gewohnt ist, 
also aufrecht auf den Hinterbeinen; die Bauchfläche ist alsdann nach vorn, die Rückenfläche 
nach hinten, das Kopfende nach oben, das Schwanzende nach unten gekehrt. Da wir bei 
allen anatomisclien Beschreibungen den menschlichen Körper als Norm festzuhalten pflegen, so 
ergiebt sich auf diese Weise, wie ich glaube, die Analogie am becjuemstcn. 



" Unter diesem Namen sind die Eingeweide einer grossen Krüte ira hiesigen Museum aufgestellt. 

1* 



Theiie des Die LuftrespirationsoFgane sind, ihrer einfachsten Form nach, eine Aasstülpang der 

Respirations- ]\j[^ßj}jöiiie Jq einen unpaaren Canal, der sich in zwei blinde Säcke endet. Er entsteht aas 

apparats. 

der Mundhöhle unter dem Zungenbein oder hinter demselben. Der einfache Canal, ich will 
ihn Stiramlade nennen, sondert sich bei weiterer Entwickelung in Kehlkopf und Luftröhre, 
jeder der beiden blinden Säcke in einen obern engern Theil, Bronchus, und einen blasenför- 
migen, die eigentliche Lunge, die wieder durch Vorsprünge im Innern der Blase nnd durch 
mannigfaltige Verzweigungen dieser Vorspriinge aus einem einfachen Sacke sich zur driiseo- 
artigen Lunge metamorphosirt. An der Bildung der Bronchi kann aber auch die Stiramlade 
selber Theil haben. Man denke sich die untere Wand derselben zwischen den OefFnuugen, 
wodurch sie in die Lungen übergeht, etwas eingebogen, zurückweichend (s. die schemat. Figur 
Taf. II. 25), so entstehen aus dem einfachen Canal zwei getrennte Röhren. Man kann sich 
also die Bronchi vorstellen, eben so wohl auf Kosten der Stimmlade, als auf Kosten der 
Lungen gebildet und in vielen Fällen mag beides zusammentreffen. 

Eingang in Die Oeffnung, durch welche der unpaare Gang der Respirationsorgane mit der 3Iund- 

'® ™"!^" höhle in Verbindung steht, ist die Stimmritze, Glottis. So nennt man sie wenigstens allge- 

derseiben. mein bei Reptilien und Vögeln. Bei den Säugethieren dagegen versteht man unter Glottis 
imin an ^'■' ge^5i,niic]j ^[q Spalte zwischen beiden Stimmbändern oder zwischen den untern Rändern der 
cartilagines arytaenoideae. Darin liegt schon ein Anlass zu vielen Missverständnissen. 
Um die Analogie mit Consequenz durchzuführen, muss man auch die hieher gehörigen Theiie bei 
den Säugethieren schärfer bestimmen und bezeichnen. Auf dem hintern Theiie des obern 
Randes des Ringknorpels sitzen die Giessbeckenknorpel , die man im Allgemeinen als Kreis- 
abschnitte beschreiben kann, deren Sehne als unterer Rand auf dem Ringknorpel aufsitzt, de- 
ren Bogen, den obern Rand bildend, mehr oder weniger frei ist. Der obere Rand stellt oft, 
statt eines Bogens, eine gebrochene Linie dar und zerfällt alsdann in einen hintern, gegen die 
Wirbelsäule, und einen vordem, gegen die hintere Wand der C. thijreoidea gekehrten Rand. 
Diese beiden Ränder schliessen dann einen obern Winkel ein. Die eigentlichen Stimmbänder, 
auch die untern genannt, verlaufen vom untern Rand, oder richtiger gesprochen von der vor- 
dem Spitze des Giessbeckenknorpels, aber in gleicher Höhe mit seinem untern Rande, zum 
Schildknorpel. Zwischen ihnen ist, wie bemerkt, die rima glottidis. Stimmbänder, am untern 
Rande des Giessbeckenknorpels, werden wir auch bei den Reptilien finden, sie entsprechen 
den untern Stimmbändern der Säugethiere, und zwischen ihnen ist also die der rhna glotfidis 
entsprechende Spalte. Der eigentliche obere Eingang des Kehlkopfes befindet sich aber bei 
allen Thieren zwischen den obern Rändern der Giessbeckenknorpel und Falten, welche von 
ihnen aus zur Zungenwurzel, zum Zungenbein oder zur Epiglottis gehen, und von den man- 
cherlei Formen, die diese Knorpel annehmen, von ihrer Verbindung unter sich und mit den 
andern Stücken des Kehlkopfes, endlich von der Ausdehnung, in welcher sie mit 3Iuskeln und 
Schleimhaut überzogen sind, hängt die Gestalt des Eingangs in den Kehlkopf ab. 

Man denke sich an einem menschlichen Kehlkopf die Giessbeckenknorpel von einander 
getrennt durch einen senkrechten Schnitt, welcher bis auf den Rand des Ringknorpels herab 
alle die Giessbeckenknorpel verbindenden Muskelfasern, die Schleimhaut etc. theilt. Dadurch 
würde man auf jeder Seite eine Falte erhalten, welche von der Epiglottis bis zum Ringknor- 
pel ginge. Ich nenne sie Plica anjepiglottica.. (Fehlt die Epiglottis oder geht die Falte 



weiter unten vom Zungenbein aus, so müsste sie Plica aryglottica, plica aryhyoidea ge- 
nannt werden.) An einer bestimmten Stelle trifft die Spitze des Giessbeckenknorjjels aul' 
den Rand dieser Falte und tbeilt ihn in zwei Theile; der vordere ist das Ligamentum 
ari/epiglotticum^ der hintere Theil, in welchem der hintere Rand des Gicssbeckenknorpels 
eingell iillt wäre, mag Plica arytaenoidea heissen. Es können nunmehr 1. die Plicae ary- 
taenoideae verwachsen, wie beim Menschen; es verschwindet die Spalte zwischen den Giess- 
beckenknorpeln , die Ligamenta aryepiglottica begrenzen allein noch den Kchlkopfeingang. 
2. Es legen sich die Giessbcckenknorpel mit ihren vordem Rändern an die Epiglottis, den 
Schildknorpel, das Zungenbein, oder werden untereinander, wie bei den Säugethiercn die hin- 
tern Ränder, durch Muskeln etc. verbunden. Dann schwinden die Ligamenta aryepiglot- 
tica^ und die Kehlkopfspalte behndet sich nur zwischen den Plicae arytaenoideae. 3. Blei- 
ben sowohl diese Falten, als auch die Ligamenta aryepiglottica (aryglottica oder aryhyoi- 
dea) ganz oder theilweise frei. Demnach ist es das Ligamentum ari/epiglotticuni , welches 
bei den Säugethiercn seitlich den obern Theil, gleichsam das Vestibulum der Höhle des Stimm- 
organs, vervollständigt, und dessen oberer scharfer Rand demnach als Rand des Einganges zur 
Respirationshöhle anzusehen ist. Die Cart. arytaenoidea trägt nun nicht mehr zur Bildung 
dieses Randes bei, ausser durch ihre obere Spitze oder durch ein eigenthümliches, von der- 
selben abgetrenntes Knorpelchen, die Cartilago Santoriniana. 

Diese vorläufigen Bemerkungen werden hinreichen, um zu beweisen, dass die gewöhn- 
lich sogenannte Glottis der Reptilien und Vögel einerseits, und die Glottis der Säugethiere 
und der Menschen andrerseits ganz verschiedene Dinge sind. Ich will daher jene Spalte, die 
sich zwischen den obern Rändern der Giessbcckenknorpel befindet, im Folgenden den Eingang 
des Kehlkopfs oder der Stimmlade, Aditus laryngis nennen; die Knorpel oder Bänder, die 
diesen Eingang begrenzen, sollen Ränder des Einganges zum Kehlkopf oder zur Stimmlade 
heissen. Bei den Säugethiercn sind es die Liigamenta aryepiglottica. 

Bei vielen Thieren kommen ausser den eigentlichen Stimmbändern, zwischen denen die 
Stimmritze sich befindet, transversale, denselben mehr oder minder parallele Falten vor. 3Ian 
kennt solche über den eigentliclien Stimmbändern im Kehlkopf des Menschen und vieler 
Säugethiere und nennt sie obere Stimmbänder. Die Oeffnung zwischen denselben müsste die 
obere Stimmritze genannt werden. Aehnliche Falten finden sich auch unter den eigentlichen 
Stimmbändern. Da diese letztern bei den hÖhern Thieren auch Ligamenta vocalia inferiora 
heissen, so müssen die Bänder unter ihnen mit dem Namen der untersten, Lig. vocalia infima 
bezeichnet werden. 

Die Wände der Respirationshöhle bestehen, wie die der Speiseröhre, aus welcher sie Häutige 
sich bilden, aus einer Innern Haut, Schleimhaut, und einer äussern, zellififen, bald mehr fibrö- ^'"""^''!''^' 

' ' 7 o 7 Lepidostren. 

sen, bald musculösen. Bei Lepidosiren enthalten sie keine Spur von Knorpeln. * Es be- 
findet sich bei diesem Thiere unmittelbar unter dem Zunffcnbein in der Basis der 3fundhöhle 
ein platter, zungenförmiger Knorpel, an dessen unterm Rande eine feine Längsspaltc, der 



Nattkrkr, übiT Lepidosiren paradoxa in Anualen des Wiener Museum. Bd. II. 1. p. 165. 



6 

Stimmladeneingang, liegt.* Dieser führt in eine lange, c}lin(lri.scLe Röhre, aus veichei 
unmittelbar die parenchymatösen Lungen entstehen. Die Ränder der Sj)alte erhalten zwei 
Muskeln, der erste, der an dem Exemplar, »elches wir untersuchten, aussen abgeschnitten 
war, kommt wahrscheinlich von der Wirbelsäule. Er hreitet sich gegen die Mittellinie des 
Körpers hin fächerförmig aus und geht zum Theil an die Seitenränder der Spalte, zum Theil 
an den genannten zungenförmigen Knorpel, zum Theil endlich vor diesem her mit Fasern des 
gleichnamigen Muskels der andern Seite zusammen. Er ist OefFner oder Erweiterer des 
Stimmladeneingangs. Der zweite Muskel liegt unter diesem, d. h. der Bauchfläche näher. 
Er besteht aus longitudinalen Fasern, die vom untern Rande des zungenförmigen Knorj)els 
kommen und um die Spalte herumgehen, ist also Schliesser oder \ erengerer derselben. 

Lepidosiren ist das einzige Reptil mit blos häutiger Stimmlade. Bei allen übrigen 
finden sich Knorpel zwischen Schleim- und äusserer Haut. Zunächst werde ich nun die Ent- 
wickelung dieser Knorpel bei den nackten Reptilien verfolgen, und dann die Beschreibung der 
Muskeln im Zusammenhange wieder aufnehmen. 

Batracliier. 

Knorpel der Respirationsorgane. 

Proteus iiw/iii- Die einfachste Bildung findet sich heim Proteus anguinus. Die Stimmlade dieses Thiers 

""'*■ ist eine cylindrische Höhle, die gegen die Stimmritze hin in einen dünnern Hals ausläuft, nach 

unten in zwei lange Schläuche übergeht, an deren Enden die Lungen, als einfache Säcke, 
sitzen.** Der ganze Apparat ist häutig, nur in dem obern, engern Theile liegt jederseits 
ein eigenthümlich gestalteter Knorpelstreifen (Taf. I. Fig. 3.). Derselbe besteht 1. aus einem 
obern, breitern Stück, Pars arytaenoidea (^) mit Forderm geraden, hinterm convexen Rand, 
welches den Eingang zur Stimmlade begrenzt; beide Ränder kommen nach oben in eine feine 
Spitze zusammen ; 2. aus einem ununterbrochen mit dem vorigen zusammenhängenden schmalen, 
allmälig nach aussen tretenden Knorpelstreifen, Pars lart/ngo-trachealis {ß^)^ der nach unten 
in 3 — 4 kurze Spitzen ausläuft, oft auch in der 3Iitte seiner Länge einen kurzen Fortsatz 
nach innen schickt. In der Pars arytaenoidea ist, nahe ihrem untern Ende, eine regelmässige 
ovale Oeffnung, deren längster Durchmesser in der Längenaxe des Thieres liegt. Diese 
Oeffnnng ist vielleicht schon die Andeutung einer Trennung des Stimiiüadenknorpels in zwei 
Triion. «"?«- besondere Stücke, welche bei den verwandten Gattungen erfolgt. Bei Triton und Salamandra 
ist die Stimmlade eine von vorn nach hinten plattgedrückte, von oben nach unten allmälig 
breiter werdende häutige Blase, welche durch die Knorpel der Seitenwände offen erhalten wird. 
Aus ihrem untern Rande entstehen die zelligen Lungen, ohne dass, wie bei Proteus, eine den 
Bronchien entsprechende obere dünnere Abschnürnng bemerklich wäre. Auch treten die Lun- 
gen nicht unmittelbar neben einander aus, wie bei Proteus, sondern zwischen ihnen erscheint 



* Eine ausfiihiliclic Beschreibung dürfen wir bald von Herrn Prof. Bischoff in Heidelberg erwarten, dessen 
Güte ich die Gelegenheit, dies seltene Thier zu sehen, verdanke. 

** Vergl. die genaue Beschreibung bei Configi-iachi e Rlscom, del proleo anguino di Laxirenli. p. 78. 
Tab. III. Fig. 1 u. 4. — Schrkibkks in Philosoph. Transaclions. 1801. p. 257. Tab. XTU. Fig. 2. 3, Rcs- 
tüM gedenkt schon der Knorpel am obern, engern Canal der Stiiuuilade. 



eine Strecke weit frei, und nach unten concav der Rand der Stimmlade (Taf. I. Fi 2,. 17.). 
Der Knorpel der Seitenwand besteht jederseits aus zwei ganz getrennten und mehr oder we- 
niger von einander abstehenden Stücken ; das obere, der Pars arytaenoidca bei Proteus ent- 
sprecliende, nenne ich Cartilago arytaenoidca^ das untere, der Pars laryngo-trachea- 
lis des Proteus analoge, Cartilago laryrigo-trachealis, oder, der Kürze wegen, C, la- 
teralis, Seitenknorjiel. 

Die Cartilago arytaenoidea, Giessbeckenknorjiel, ist dreieckig, mit geradem vordem. Form der 
schiefem hintern Rande bei Triton marmoratus (Fig. 13.), keulenförmig, mit nach oben ge-^"'"'' "'''^'"''" 
richteter Spitze, nach unten und hinten sich krümmendem breitern Ende bei Triton igneus Am^aW^i-n. 
(Fig. 14.), stumpfwinklig dreieckig, mit vorderm und hinterm schiefen Rande, den stumpfen 
Winkel nach oben gekehrt, bei Salamandra atra (Fig. 18.), viereckig, mit wenig abgerunde- 
ten obern Winkeln bei Salamandra maculata (Fig. 16.), dreieckig, mit abgerundeter oberer 
Spitze, aber zugleich in eine Holilkehle gekrümmt, deren Rinne gegen die Stimmladenhöhle 
sicht^ bei Triton cristatus (Fig. 15.). 

Die Cart. lateralis fand ich breit und platt bei Triton marmoratus und cristatus, \)\ü cari. in- 



ternus (lersel- 



bei dem erstem sieht man in der obern Hälfte eine der Länge nach verlaufende, hervorragende , 
Knorpelleiste (Fig. 13.); ihr oberes Ende ist abgerundet, das untere spitz, die Seitenränder 
drei- bis viermal ganz leicht eingekerbt. Bei Salamandra maculata ist derselbe Knorpel 
schmaler und länger, mehr rinnenförmig, die Einkerbungen der Seitenränder regelmässiger und 
tiefer, der untere Theil in einige S])itzen verlängert (Fig. 16.). * Die Einkerbungen werden 
zu wirklichen Ausschnitten bei Salamandra atra und bei Triton igneus, so dass die Cart. 
lateralis die Gestalt eines schmalen longitudinalen Knorpelstreifens mit kürzern oder langem 
querlaufendcn Aesten erhält (Fig. 14. 18.). Bei dem genannten Triton war vom obern Theil 
ein rundliches Knorj)elstückchen gänzlich abgetrennt, bei Sal. atra kamen noch in der Lunge 
einzelne, isolirte Querstreifen vor (Fig. 18. v.). ** 

Sehr älmlich der Stimmlade der Sal. maculata ist die des Siredon pisciformis Siredon pisn- 
(Taf. I. Fig. 4.). Sie ist aber noch mehr von vorn nach hinten plattgedrückt, mit scharfen'"*""*'' 
Seitenrändern, welche zum grossem Theile parallel und gerade verlaufen, und erst nalie am 
hintern Ende der Stimmlade rasch auseinanderweichen. Die Giessbeckenknor])el (Fig. 6. f) 
sind fast gleichschenklige, spitzwinklige Dreiecke, deren Basis einen Theil des Randes der 
Stimmritze unterstützt, während die Spitzen nacli vorn geneigt sind, und hier von beiden Sei- 
ten fast zusammenstossen. *** Der grössere obere Theil der Stimmritzenränder ist nur häu- 
tig. Jede Cartilago lateralis (Fig. 6. h) besteht aus zwei schmalen Längsstreifen, die nacIi 
aussen in einen scharfen Rand zusammenstossen, deren einer der vordem, der andere der hin- 



* Bronchi semilarlilaginei sagt Funk (de Salamand. terreslr. vila etc. p. 21.) 

** RüscoNi (amours des Salamandres äqual, p. 59.) hat bei Tritonenlarvea und Sieboi.d {ohserv. quaedam 
de salamandris el Irüonibus p, 17.) bei jungen und erwachsenen Salamandern ein queres Knorpelleistclieu in der 
vordem Wand der Speiseröhre beschrieben, au welches sich unten ein Theil des M. redus abdominis selzl, während 
nach oben von demselben ein Muskel zum Unterkiefer {geniolhyrcoideus Sikb.) entspringt. Da es in der Gegend der 
Glottis liegt, so hält SrKBOi.D dasselbe für ein Rudiment des Kehlkopfs und nennt es Carlilago Ihijrcoidea. Ich halte 
diesen Namen nicht für passend, da der Kehlkopf mit dem Knorpel in keiner Beziehung steht. 

""• Mfckkl (vergleichende Anatomie Rd. III. p. 443.) iint sie bereits beschrielicn. 



8 

teru Wand der Stiiiiinlade angehört. Ihre innern Ränder zeigen ganz schwache Einkerbongen 

in regelmässigen Abständen von einander. Bei Siredon sehen wir anch schon eine Spar von 

unterer Glottis, indem die untern Ränder der Giessbeckenknorpel einen Vorsprang in die 

Höhle des Kehlkopfs bilden (Fig. 7. *.). 

.^renobrnrt- Meuobraiichus lateralis hat eine gauz cylindrische Stimmlade, aus deren unterm Theil 

'' "*■ die Bronchien dicht nebeneinander, nur durch eine häutige Scheidewand getrennt, entspringen. 

Die Knor])el derselben sind äusserst fein und nicht leicht zu isoliren ; die Cart. anjtaetmidea 

ist viereckig, uie bei Salamatidra atra, der Seitcnknorpel der Stimmlade scheint ebenfalls 

dem der Salamandra atra ähnlich, platt und schmal. 

Die Stimmlade der genannten Reptilien, die Avir demnach als Kehlkopf und Luftröhre 

zugleich, vor ihrer Sonderuug, betrachten, entspricht in Form und Proportionen allerdings 

eben so sehr dem Kehlkopf, als der Luftröhre höherer Thiere, Ton hier aus aber entwik- 

kelt sich, je nach der Gestalt der einzelnen Gattungen, das Organ nach zwei Richtungen, so 

dass es bei den langgestreckten und geschwänzten Baträchiern mehr einer Luftröhre ähnlich 

wird, bei den uugeschwänzten mehr die Analogie mit dem Larynx hervortritt. 3Ian hat den 

Luftröh- letztern deshalb ziemlich allgejnein die Luftröhre abgesprochen. In der That aber ist ihr 

rena n i- j^eijj]jQ|jf ejjgn sowohl zugleich Luftröhre, als die Luftröhre der ijeschwänzten Batrachier za- 
che Stimm- I o 7 j? 

lade. gleich Kehlkopf ist. 

Amphiuma. Vergleicht man zunächst Amphiuma (Taf. I. Fig. 8. 9.) mit Siredon, so findet man 

die Giessbeckenknorpel in Lage und Gestalt vollkommen gleich. Die Stimralade ist luftröh- 
renähnlicher geworden, indem die Länge noch mehr, als bei Siredon, den Querdorchmesser 
überwiegt, indem die Erweiterung am untern Ende noch weniger auffallend ist und indem, 
ähnlich wie bei 3Ienobrauchus, die Lungen dicht nebeneinander unmittelbar aus dem untern 
Ende der Stimmlade entspringen. Entsprechend der Länge der letztern, ist auch die Carti- 
lago lateralis der beideu Seiten länger und verhältnissmässig schmaler geworden : jeder dieser 
Knorpel ist auch hier rinnenförmig , doch mit minder scharfem äussern Rand, und demnach 
ist die Höhle der Stimmlade weniger deprimirt, sondern cylindrisch. An den Einkerbungen 
oder Vorsprüngen, wie man will, der innern Ränder des genannten Knorpels lässt sich die 
Tendenz zur Bildung von Ringen nicht verkennen. Diese spricht sich noch deutlicher aus 

iiempoma. in der Stimmlade von Menopoma (Taf. L Fig. 10. IL). Man hat hier, wenn man die vor- 

■ dere Fläche (10.) und die hintere (11.) vergleicht, ein vollkommenes Bild der allmälig fort- 

schreitenden Entwickelung der Cartilago lateralis zu Tracheairingen, welche aber vollendet 
erst bei Coecilia erscheinen. 

Die Verhältnisse der Stimmlade von Menopoma gleichen ungefähr denen von Amphiuma, 
nur sind die Giessbeckenknorpel, wovon sogleich die Rede sein soll, deutlicher abgesetzt und 
mehr entwickelt; die Cartilago lateralis besteht wieder jederseits aus zwei Hälften, einer 
vordem und einer hintern, die in einen massig scharfen Rand aussen unzertrennlich zusammen- 
stossen. Die vordere und hintere Hälfte sind aber nicht gleich. Vorn sind die Leisten 
schmal, so dass zwischen ihnen die Hälfte der Lade blos häutig bleibt, sie zeigen kaum hier 
und da eine Spur von Einkerbung. An der hintern Wand sind die Knopel unten zwar auch 
schmal, aber schon mit kurzen, schmalen, queren Fortsätzen versehen. Die fibröse Haut, 
welche den Raum zwischen denselben ausfüllt, hat ebenfalls schon abwechselnd hellere und 



— 9 

dunklere Querstreifen von ungleicher Anhäufung der Zirkelfasern. Nach oben hin aber wer- 
den die Knorpel allmälig breiter und die queren Leisten erreichen einander und verwaclisen, 
so dass zwischen ihnen einzelne getrennte, rundliche Oeifnungen, von den Häuten der Stimm- 
lade ausgefüllt, übrig bleiben. Noch weiter gegen den Eingang der Stimmlade hin werden 
diese Oeffhungen allmälig kleiner, indem die Knorpelbildung an den längslaufenden Leisten, 
wie an den verbindenden Querbalken, auf Kosten der häutigen Zwischenräume fortschreitet. 
Der oberste Theil der hintern Wand endlich stellt eine solide Knorpelplatte mit regelmässig 
untereinander gestellten kleinen, rundlichen Oeffhungen dar. Unmittelbar auf den obern Rand 
dieser Platte, doch deutlich durch Sehnengewebe getrennt, stösst der untere Rand der Giess- 
beckenknorpel und es verlängert sich die Platte der verschmolzenen Cartt. laterales beider 
Seiten hinten in eine kurze Spitze, welche den Raum zwischen den untern Theilen der Sei- 
tenränder der Giessbeckenknorpel ausfüllt. ^ Ein Blick auf die Abbildung wird jede weitere 
Erklärung entbehrlich machen. 

Die höchste Entwickelung erreicht die Cartilago lateralis unter den nackten Repti- Coeti//« 
lien bei Coecilia, wie deren Stimmlade am meisten nach Art der Trachea höherer Thiere ge- 
bildet ist (Taf. I. Fig. 2.). Auch hier ist die Verknorpelung der hintern AVand viel stär- 
ker, als die der vordem. Die Knorpel beider Seiten treten am obern Theile der hintern 
Wand zu einer Platte zusammen, wie bei Menopoma, in welcher sich weiter nach unten erst 
nnregelmässige Lücken, dann regelmässige Querspalten zeigen. So sind also halbe, hintere 
Luftröhrenringe gebildet, die längs den Seiten nur noch durch longitudinale Knorpelstreifen 
continuirlich zusammenhängen und über diese hinaus noch etwas auf die vordere Wand der 
Stimmlade herumreichen, sonderbarer Weise auf der rechten Seite weiter als auf der lin- 
ken. Vielleicht steht diese Assymetrie mit der ungleichen Entwickelung der Lungen in Be- 
ziehung, von denen nach J. Mueller ** und Mater*** die linke nur rudimentär ist; in- 
dessen ist bei den Schlangen, deren Lungen doch ebenfalls ungleich gross sind, keine Ver- 
schiedenheit in der Verknorpelung der beiden Seiten der Trachea zu bemerken. Weiter ge- 
gen die Lungen hin schwinden zuletzt auch noch die longitudinalen Verbindungsstreifen zwi- 
schen den queren Halbringen, so dass diese gänzlich von einander isolirt ersclieinen. **** 

So haben wir gesehen, wie halbe Tracheairinge aus dem paarigen Knorpelstreifen der 
Stimmlade entstehen^ und zwar so, dass zuerst diese Knorpel quere Aeste nach innen schik- 



* Ich weiss nicht, wie es geschehen konnte, dass Harlan diese Knorpel übersali. Er nennt die Tracliea 
luerahranös {Medical and physlcal researches p. 169.). Mayer (Analekten für vproleichende Anat. p. 76.) liat lic- 
reits diesen Irrthuni widerlegt. 

** TIEDEMA^'ls^s Zeitschr. Bd. IV. Heft 2. p. 220. 

*** Analekten für vergleichende Anat. p. 51. 

**"* Aehnliche Luftröhrenknorpel und Ringe scheint Sircn laccriina zu besitzen, wie Mkckel angiebt (Arcl)i\. 
1819. p. 214.) und icli an einem aufgestellten Präparate im HuNTER'schen Museum sah. Ich konnte trolz vieler Be- 
raüluingen kein Exemplar dieses Thiers zu genauerer Untersuchung erhalten. Cuvier, welcher die Knorpeiiinge der 
Luftröhre läiignet {rccherches analomiques stir les rcpliles douleux, in v. Hi'iuboi.dt und Bomm.am) obsorvalions 
de Zoologie cl d'analomie comparce. p. 107.), gicbt doch in der Abbildung pl. Xf. Fig. 3. eine Andoiitting dersei- 
Iien. Vom Kehlkopf hcisst es daselbst: dans son inlerieur sr voil de chaquc cölc une Irvs Ivgvrc saillie cartilagi- 
neusc, et enlrc cux est la glolk, mais il n'y a point de niban vocal cn forme de Uiine Iranchante. 

IIfm.e, Ilesclireibuni: des Kclilkoiifs. *- j» 



^ 



la 

ken, dass diese Aeste von beiden Seiten znsammenBtossen und verschmelzen, dass endlich die 
longitudinal laufenden Partien der Knorpelleiste verschwinden. 
Cartiiagines ^^^ ^^^^ "och ein paar Worte über die Giessbeckenknoq)el von Menopnma und Coe- 

aryiaenoideae ^ilia nachzotragcn. Bei Menopoma sind sie^ wie bereits bemerkt, grösser als bei irgend 
mor einem der bisher genannten Batrachier. Jeder besteht, entsprechend der Cartilago laryngO' 

trachealisy aus einer vordem und einer hintern Hälfte, welche aussen in einen scharfen Band 
zusammenstossen. Nach oben vereinigen sich beide Flächen in eine S^jitze. 3Ierkwiirdig ist 
nur, dass die Giessbeekenknorpel beider Seiten sowohl auf der hintern, als auf der vordem 
Wand der Stimmlade zusammenstossen, zwar ohne zu verschmelzen, wodurch aber doch 
der obere Eingang des Respirationsorgans, wie von einem Ringknorj)el vollständig geschlossen 
and Coediia. wird. S. die ausführlichere Beschreibung bei der Erklärung der Abbildungen. Bei Coecilia 
teniaculatay wo die Giessbeekenknorpel viel einfacher sind (s. Fig. 2. /!), verschmelzen ihre 
hintern, einander zugewandten Ränder unterhalb des Eingangs zur Stimmlade wirklich mitein- 
ander und wir haben also nicht zwei besondere Giessbeekenknorpel vor uns, sondem eine 
breite halbringförmige Platte, welche mit dem untern Rand dicht an den obern Rand der Tra- 
ehealplatte stösst und nach oben in zwei Spitzen ausgeht, die Processus arytaenoidei, 
welche die Stimmritze begrenzen. Dies ist das einzige Beispiel, welches mir vorgekommen, einer 
Verschmelzung der Giessbeekenknorpel mit einander, und um so interessanter, weil darin, wie 
sich später ergeben wird, eine Analogie mit den Kehlkopfknorpeln der Schlangen sich ausspricht. 

ähnliche Wenden wir uns nnn nach den in entgegengesetzter Rieh tang sich ausbildenden Stiinra- 

d.schwanz-organen der schwanzlosen Batrachier, und zuerst zu den Giessbeckenknorpeln. 

losen Ba- 
trachier. Nimmt man die Zungenlosen, Pipa und Dactylet/ira, aus, deren Stimraorgan so 
Cartiingines eigenthümlich gebildet ist, dass wir der Beschreibung desselben im Zusammenhange einen be- 
' sondern Abschnitt widmen müssen : so ist die Form der Cart, arytaenoideay abgesehen von 
ihrer Krümmung, ziemlich die eines stumpf- oder spitzwinkligen, gleich- oder ungleichschenk- 
ligen Dreiecks. Die Basis desselben ist mit dem obern Rande der Cart^ lateralis, meistens 
articulirend, verbunden; die eine Seite, die nach hinten gerichtet ist, begrenzt, in ihrer gan- 
zen Länge frei, den Eingang der Stimmlade. Die andere Seite sieht nach vorn, gegen die 
Bauchfläche des Thiera, und ist mit der entsprechenden Seite des andern, gleichnamigen Knor- 
pels durch Zellgewebe verbunden. Die Schleimhaut der Stimndade geht continuirlich über 
die Spalte weg, die zwischen den vordem Seiten beider Knorpel bleibt. Die vordem und 
hintern Winkel des rechten und linken Giessbeckenknorpels berühren einander genau und sind 
durch Zellgewebe fest, aber beweglich mit einander verbunden. Hiervon machen nur einige 
Arten von Bufo eine Ausnahme, bei denen zwar die vordem, aber nicht die hintern Winkel 
zusammenstossen. Die Giessbeekenknorpel sind nach aussen couvex, sowohl von oben nach 
unten, als von vorn nach hinten, nach innen concav, so dass sie zusammen, wenn die Stimm- 
ritze geschlossen ist, eine förmliche Kuppel oder ein Gewölbe über die Höhle der Stimmlade 
darstellen. Cuvier * vergleicht sie heim Frosche nicht unpassend mit Handtrommeln. Sie 
machen den ansehnlichsten Theil des Stimraapparats der Batrachier aus. 



VoiLesungen üIut rergleicliende Anatomie, übersetzt von Meckel. Bd. IV. p. SSG'- 



4 






11 

Ganz regelmässig stampfwinklig und gleichschenklig ist die Cartilago arytaenoidea Gestalt dei - 
bei Microps Bonaparti (Taf. I. Fig. 38.), Bombinator igneiis (Fig. 36.), Hi/la venu-^^ *"' 
losa und Sceleton und Ceratophrys granoaus (Fig. 56.); ziemlich gleichseitig bei Disco- 
glossus (Fig. 39.) und Alytes obstetricans. Der Giessbeckenknorpel von Bufo cinereua 
(Fig. 25. 26.) ist mehr spitzwinklig und die Spitze etwas nach hinten geneigt, dadurch die 
vordere Seite stärker convex, die hintere concav; der umgekehrte Fall kommt bei Pelobates 
fuscus vor (Fig. 30.), wo zugleich die obere Spitze stärker als gewöhnlich abgerundet ist. 
Bei Bufo palmarum steigt die hintere Seite gerade herab und der hintere Winkel ist fast 
ein rechter (Fig. 22.). Bei Hyla punctata (Fig. 54.) ist der obere Winkel fast ver- 
schwanden; vordere und hintere Seite beschreiben zusammen eine Curve; der ganze Knoqiel 
stellt die Hälfte einer der Länge nach getheilten Eischale dar mit zwei kleinen Vorsprüngen, 
entsprechend dem vordem und hintern WinkeL Bei Engystoma gibbosum (Fig. 33.) feh- 
len diese beiden Winkel und der vordere und hintere Rand gehen continuirlich in den untern 
Rand über u. s. w. 

Häufig kommt es vor, dass die Concavität der innern Fläche einem Kreisbogen mit 
kleinerm Durchmesser angehört, als die Convexität der äussern Fläche, oder dass selbst die 
letztere in ihrem obern Theile nach aussen concav wird. Dadurch ist ein Theil der einan- 
der zugewandten Flächen beider Giessbeckenknorpel, und zwar der obere Theil, plan und die 
Aushöhlung beginnt mit scharfem Rande erst tiefer unten in der Stimmlade. So verhält es 
sich bei Bufo pulmarum, Engystovna gibbosum^ Bana n. sp. und Hyla punctata 
(s. Fig. 23. 33. 64.). Als eine Eigenthümlichkeit, die ich nur bei dieser letztern Species 
fand, erwähne ich noch einen Vorsprung an der innern Fläche der Cart. arytaenoidea^ der 
wie eine stumpfe Leiste vom obern Winkel zur Mitte des untern Randes herabgeht und die 
Wölbung des Knorpels in zwei Felder theilt. Diesem Vorsprang entspricht eine Furche an 
der äussern Fläche des Knorpels. 

Bei Engystoma (Fig. 33.) ist die obere Spitze des Giessbeckenknorpels durch einen 
schmalen Ausschnitt in zwei kurze Zacken getheilt. Einen ähnlichen, aber grössern, nament- . 

lieh breitern, halbmondförmigen Ausschnitt haben unsere Frösche (Ä. temporaria und escu- \ 

lenta). Den Raum zwischen beiden Zacken füllt aber hier ein eigenthümliches, j)lattes Knor- 
])elchen aus. Es ist dreieckig mit nach unten gerichteter Spitze bei B. temporaria, länger, ^ArWa^oS««- 
oben ])latt und abgerundet, nach unten konisch und zugespitzt bei B. esculenta (Fig. 44. g^ ^oriniana. 
Fig. 45.). Es wird erst bemerkbar, wenn man das Pcrichondrium der Cart. arytaenoidea 
abpräparirt hat. Bei keinem Reptil habe ich einen ähnlichen, getrennten Knorjjel an der 
Spitze des Giessbeckenknorpels gefunden.; dagegen liegt die Analogie mit der Cartilago San- 
toriniana der Säugethiere sehr nahe und ich glaube nicht zu fehlen, wenn icli ihn mit dem- 
selben Namen bezeichne. * 

Entsprechend den untern Rändern der Cartilagines arytaenoideae und als Stützen Crti/iVo^iH« 
dieser Knorpel haben sich die Seitenknorpel der Stimmlade {Cartt. laryngo - trachealesY'"''''^^^'^'^'^'*' 
bei den Batrachier entwickelt. Aus dem fast einfachen longitudinalcn Knorpclstrcifen, der bei 



• Martin St. Angk hat diesen Knorpel v. R. icmporaria bescliriebeu und abgebildet [Annales des scicnces 
nalurelles. T. XXIV. p. 419. PI. 26. Fig. 4. 5.). 

2» 



► ; 1» 

Proteus die Seitenwände der Stimmlade bilden liilft, sahen wir qnere Fortsätze, Leisten, ent- 
Ringförmiger stehen , die sich endlich bis zu Trachealiingen entwickelten. Solche Qaerfortsätze am ohern 
Tüeii dersel- j^^jjjjg des Scitenknorpels sind es, die bei den Batrachiern zam ringformi/jen Knorpel sich 

ben. ^ _ _ ^ ... 

umbilden, auf dem die Giessbeckenknorpel ruhen. Bei Discoglossus (Fi"^. 39.) sind beide 
Seitenkuorpel noch unverbunden, jeder hat die Gestalt eines Hammers, dessen Kopf vom vor- 
dem und hintern Querast, dessen Stiel vom ursprünglichen, longitudinalen Theile der Cart. 
laryngo-trachealis gebildet wird. Bei Pelobates (Fig. 28. 29.) haben bereits die vordem 
Queräste sich zu einer zusammenhängenden Platte verbunden, an der Rückseite aber Ist die 
Verbindung nicht erfolgt, der ringförmige Knorpel ist hinten offen, Avie die Trachealknorpel 
des Menschen; umgekehrt sind bei Ceratophnjs (Fig. 56.) die hintern Querfortsätze des 
Seitenknorpels zu einer soliden Platte verschmolzen, während die vordem Qaerfortsätze zwar 
nicht mehr getrennt, aber doch sehr schmal und schwach sind. Bei allen andern Batrachiern 
ist die Verbindung der obern Querfortsätze zu einem Ringe hinten und vorn vollständig, und 
es besteht sonach der Knorpelapparat der Respirationsorgane, ausser den Giessbeckenknorpeln, 
aus einem einzigen Stücke, dieses wieder aus einem ringförmigen Theile and zwei longi- 
tudinalen, absteigenden Seitenfortsätzen. 

Bei Microps (Fig. 37.) und Bombinator (Fig. 34. 36.) machen die Seitenknorjiel, 
in ihrer ganzen Länge vereinigt, einen breiten, festen, platten Ring ans, an welchem bei 
Bombhiator nur zwei kurze, spitze Fortsätze nach unten die Stelle des longitudinalen Thei- 
les der Cart. laryngo-trachealis vertreten (Fig. 36. A). 

Dieser einfache Knorpel ist also, wie die beiden Cartilagines laterales der ge- 
schwänzten Batrachier zusammengenommen, zugleich Schild-, Ring- und Trachealknorpel der 
höhern Ordnungen und Classen. Aber noch mehr, er entspricht zugleich theilweise den Bron- 
chialknorpeln. So lange nämlich die absteigenden Seitenfortsätze in den A^ änden einer ein- 
fachen Höhle liegen, ist man berechtigt, dieselben als Knorpel der Stiraralade anzusehen, die, 
der Voraussetzung zufolge, dem unpaaren Respirationscanal, Kehlkopf und Luftröhre entspricht. 
Wenn aber durch eine Eiubieo;unnf in der 3Iitte des untern Randes die Stimmlade zum Theil 
zur Bildung der Bronchi verwandt wird, so kommt auch der absteigende Fortsatz des Knor- 
pels in den Bronchus zu liegen. Es lässt sich, wie oben bemerkt wurde, nicht entscheiden, 
wie weit der Bronchus durch Abschnürung von der Stimmlade, Avie weit durch Abschnürung 
von der Lunge aus entstand, und eben so wenig also lässt sich streng bezeichnen, wie weit 
der Knorpel des Bronchus noch Laryngotrachealknorpel sei und wo er anfange, Bronchialknor- 
pel zu werden. 

Erwägt man nunmehr die unverhältnissmässe Grösse der Giessbeckenknorpel bei den 
schwanzlosen Batrachiern, so dass sie fast die Hauptmasse des Respii-ationsapparats bilden, 
wogegen der übrige unpaare Theil desselben nur unbedeutend erscheint, erwägt man, wie auch 
dieser noch zum Theil zur Bildung der Bronchi verwandt wird, so erklärt sich leicht, warum 
behauptet wird, dass bei den Batrachiern die Luftröhre gänzlich fehle und aus dem Kehlkopf 
unmittelbar die Bronchialäste entspringen. * 



* Clvier a. a. 0. p. 386. — Meckel, Syst. d. rergleich. Anat. Bd. VI. p. 250. — Carcs, Lehrb. d. 
Tergleich. Zootomie. Bd. II. p. 589. 




13 «^ 

Ich liabe nocli einige Verschiedenheiten in der Entwicklung des Laryngotrachealknor- Fonnver- 
pels bei den Batracliiern anzugeben. schiedenhei- 

* ^ ten des ring- 

Der ringförmige Theil desselben ist selten im ganzen Umfange gleich hoch; meistens förmigen 
ist der hintere Theil desselben höher und reicht weiter nach abwärts in Form einer drei- oder ^'^"'^' 
fünfeckigen oder abgerundeten Platte, deren S])itze nach unten sieht. Der Unterschied ist 
gering bei Bufo ciiiereus, Engystonia und Rana n. sp. (Fig. 25 und 26. 32. 49.), be- 
deutender bei Ceratoplirys und Ahjtes, wo dem Vorsprung des untern Randes entsprechend 
der obere etwas eingebogen ist (Fig. 56.), am auffallendsten bei Bufo palmarum, (Fig. 22.). 
Bei Mafia temporaria (Fig. 46 — 48.;«"'^) steigt von dem mittlem untern Theil des hintern 
Randes ein schmaler, dreieckiger, allmälig sich zuspitzender Fortsatz nach unten und etwas 
gekrümmt nach vorn, so weit, dass er zwischen den Broncliialästen zum Vorschein kommt, 
wenn man die Stimmlade von vorn betrachtet. Bei Hyla (Fig. 53. y.^^ verhält es sich ähn- 
lich, aber der obere Rand des ringförmigen Knorpels bleibt dem untern Rande parallel, der 
Knorpel ist also nicht breiter, bildet aber hinten einen nach unten vorspringenden Winkel. 
So auch bei Rana esculenta (Fig. 43.). * 

Der obere Rand des ringförmigen Knorpels ist bei einigen Batrachiern durch Fortsätze Fortsätze. 
ausgezeichnet, die platter sind als der Knorpel selbst, die den Muskeln zur Anheftung und 
den Giessbeckenknorpeln nach aussen gleichsam zum Anlehnen dienen. Einen breiten, abge- 
rundeten Fortsatz jederseits an der vordem Fläche haben Peloöates, Rana esculenta und 
Hijla (Fig. 28. 41. 52. ;«'), bei Rana temporaria (Fig. 46 — 48. ;;') ist dieser vordere 
Fortsatz länger und schmaler, und ausserdem kommt ein ähnlicher Fortsatz an den Seitenthei- 
len der hintern Fläche des ringförmigen Knorpels vor (Fig. 47. 48. ;;*) ; endlich besitzt diese 
Sj)ecies, so wie Bufo, auch noch einen kurzen, queren Seitenfortsatz, wodurch der ringför- 
mige Knorpel mit der Columella des Zungenbeins zusammenhängt (Fig. 21. Fig. 46 — 48 ;;'). 

Was die seitlichen, absteigenden Theile des Laryngotrachealknorpels betrifft, so fehlen Die abstei- 
sie, wie bereits bemerkt, bei Microps ganz und gar, bei Bombinator sind sie kaum ange-^^" ®". '^'" 
deutet; einfach und platt oder cylindrisch sind sie bei Discoglossus (Fig. 39. A), Pelobates Carüiago in. 
(Fig. 28. A), Alyfes, bei den 3 Arten von Hyla (Fig. 52. A), hei Ratia n. sp. (Fig. 50. X) 2"^;^;"""- 
und Rana tejnporaria (Fig. 46 — 48. A) ; sie gehen entweder fast gerade oder nach aus- 
sen, oder nach innen geneigt herab, oder sie krümmen sich etwa in der Hälfte ihres Verlaufs 
plötzlich in einen stumpfen Winkel nach innen (Fig. 50.). Ein Anfang von queren Fort- 
sätzen, als Rudiment von Tracheairingen, zeigt sich, namentlich gegen die untere Spitze bei 
Ceratophrys (Fig. 56.) und Rana esculenta (Fig. 40. ^), deutlicher bei Engystoma und 
bei den Kröten; hier wird der Endtheil zu einer unregelmässig gestalteten, länglichen oder 
rundlichen Platte (Fig. 19. 26. 31. X). Eine Aehnlichkeit mit wahren Bronchialringcn kommt 
indess erst bei den zungenlosen Batrachiern vor. Bei Pelobates, Bombinator ^ Rana und 
Hyla reicht das Knorpelgerüst nicht über den unpaarcn TheU des Respirationsorgans, die 
Stimmlade, hinaus, bei Pseudes und Bufo erstrecken sich die seitlichen, absteigenden Fort- 



* Dieser Tlieil des ringrdnnigen Knorpels ist es, den Rathkk (Unlersucliiingeu über den Kiemenapparat und 
das Zungenl)ein der AVirbuitliicre etc. Tnf. IV. Fig. 8. c) in seiner Verbindung mit dem Znugenbeiu abgebildet iial, 
als „einen Knochen, der sich unterhalb des Kehlkopfs gebildet !iat und nicht zum Zungenbein gehört." 



14 

Satze über einen obern engern Theil der Lunge, gleichsam den Hals derselben, bei Engt/- 
Stoma (Fig. 31.) reichen sie bis über die Mitte des Langensackes nach anten. 
Verbindung Eine interessante Eigenthüralichkeit zeigen die Stimraladenknorpel von Engi/stoma 

zwischen den- -^^^^^^ Und Rana esculetita. Die absteiffenden Aeste derselben sind bei ienem nätnlich 

selben. » . . 

am untern Rand der vordem Fläche der Stimmlade durch eine einfache, dünne, quere Knor- 
pelleiste verbunden, so dass die vordere häutige Wand der Stimmlade wie über einem vier- 
eckigen Rahmen ausgespannt ist (Fig. 31. fji). Dasselbe Verhältniss findet sich bei Raiva 
eaculefita, aber hier ist der quere Verbindungsstreifen (Fig. 40. 41. 43. (x) in einem stum- 
pfen, nach unten offenen Winkel gebogen, und von der Spitze des Winkels entspringt nach 
hinten und oben eine kurze, gabelförmig gespaltene Platte, die im Boden der Stimmlade liegt, 
und mit der hintern, absteigenden Spitze des ringförmigen Knorpels fast zusaramenstösst; ein 
kurzes festes Band verbindet beide. Die Lungen treten aus über diesem untern Querstreifen 
und also aus den Seitenwänden der Stimmlade, und ihren Ursprung umgiebt ein Knorpelbogen, 
der nur nach unten nicht ganz geschlossen ist. Bufo palmarum hat als Rudiment der er- 
wähnten untern Yerbindungsleisten ein paar ganz feine unregeLnässige Knorpelfäden, die am 
untern Rande der Vorderfläche der Stimmlade einander entgegenkommen (Fig. 19. ä?). Ein 
paar ähnliche Fäden kommen auch von der hintern untern Spitze des ringförmigen Knorpels 
und laufen an der hintern Fläche der Bronchien herab (Fig. 20. ä?). 
Verhält- Bei den geschwänzten Batrachiern liegt der Anfang des Respirationscanais mit seinen 

g^!^jj^j^^g Knorpeln in dem Raum zwischen den beiden hintersten Bogen des Zungenbeins, ohne jedoch 
zum Zun- mit diesen anders, als durch die Muskeln verbunden zu sein. Eigenthümliche Bänder kom- 
^^" "■ men nicht vor, noch weniffer ein Zusammenhang der Stimmladenknorpel mit den Knorpeln 

Geschwänzte / .®. . * ^ ^ .^ 

Batrachier. des Zungenbeins. Meistens ist auch die Entfernung der Zungenbeinbogen von der Stimmlade 
Coeciiitt. ziemlich bedeutend. Eine Ausnahme macht nur Coecüia. Sie hat 4 Paar Zungenbeinhörner, 
von denen die beiden vordem durch einen longitudinalen Knorpel, die beiden hintern unmittel- 
bar in der Mittellinie zusammenstossen, und gleichsam als Anhang des vierten Paars noch ein 
fünftes kleineres (Fig. 1. e'). Jedes Hörn dieses letzten Paars ist aussen durch ein Liga- 
ment an die Spitze des vorhergehenden Bogens seiner Seite befestigt, reicht aber nach innen 
nicht bis zur Mitte und zum entsprechenden Bogen der andern Seite , sondern endet frei und 
abgerundet. Dieses fünfte Hörn liegt vor dem Anfang der Stimmlade und scheint einen Theil 
derselben auszumachen. * Doch ist auch dies nur durch schlaffes Zellgewebe an die vordere 
Wand der Stimmlade befestigt, und nimmt keinen Antheil an der Bildung derselben. Anders 
Schwanzlose verhält CS sich bei den ungeschwänzten Batrachiern. Hier füllt die Stimmlade den dreiekigen 
atrac er. j^^jj^^ zwischen den hintersten, knöchernen Zungenbeinhörnern vollkomraen aus, und ist an 
dieselben immer wenigstens durch kurze Bänder befestigt, deren jederseits eins vom ringför- 
migen Theil der Cartilago laryngo-trachealis entspringt. Bei Alytes obstetricatis, Bufo 
cinereus, Rana eBculenta und temporaria aber ist der letztgenannte Knorpel in der That 



" J. McEiXER (in dessen Archiv 1835. p. 391. Taf. VIII. Fig. 12 — 14.), welcher in dem Zungenbein des 
Fötus alle fünf Paare g^esehen und abgebildet hat, veruiisste deshalb das fünfte Paar beim erwachsenen Thiere, Die 
Knorpelplatte, welche derselbe (Tikdkmann's Zeitschr. Bd. IV. Heft 2. p. 219. Taf. XTIU. Fig. 6.) hinter dem 
vierten Zungenbeinbogen der C. glulinosa gesehen hat, ist dagegen wahrscheinlich die Stimmlade selbst. 



15 ~ 

continnirlicli mit der knorpligen Epij)liyse des letzten Zangenbeinhorns verschmolzen, so dass 
eine Trennung nur künstlich zu bewirken ist. 

Wirft man einen Blick z. B. auf Fig. 26. von Bufo cinereus, oder auf Fig. 40. von Pipa um« Xe- 
Rana esculenta, so kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dass bei dieser innigen'^''"*' 
Annäherung die Zungenbeinbogen einmal^ ihrer ursprünglichen Bestimmung untreu, auf die 
Seite der Stimmorgane übergehen könnten, und ich darf gestehen, dass es mich nicht über- 
raschte, als ich bei Pipa und Xenopus diese Verbindung ins Werk gesetzt fand. Die Zun- Erklärung der 
ffenbeine dieser merkwürdigen Gattungen bieten noch einige andere Abweichungen von der gg- „ ^'^'' ' l"^^^ 

ö ö o . o o o Zungenbeins. 

wohnlichen Form dar. 

An dem Oa hyoides der ungeschwänzten Batrachier kommen bekanntlich jederseits 
vier Fortsätze oder Bogen vor. Am ausgezeichnetsten sind der obere und der untere (sonst 
vordere und hintere) Bogen, jener durch seine Länge und weil er gewöhnlich mit dem Schä- 
del articulirt, dieser, die Columella, durch seine constante Form und Verknöcherung. Er 
aUein ist gewöhnlich durch eine Sutur vom übrigen Zungenbeine abgesetzt, er ist verknöchert, 
wenn alle übrigen Theile knorplig sind, und trägt nur an der untern freien Spitze eine knorp- 
lige Epiphyse. Gewöhnlich stellt er ein gerades oder wenig gebogenes plattes Stäbchen dar, 
welches schief von oben und innen nach unten und aussen verläuft. Zwischen dem obersten 
Hörn und der Columella liegen noch zwei kürzere platte Fortsätze von weniger bestimmter 
Form, der erste derselben, im Ganzen der zweite, meist breiter, kürzer und abgerundet, der 
dritte länger und spitzer. Beide sind bei Alytes obsteticans zu einer einzigen, breiten Platte 
verschmolzen; sie befinden sich getrennt beim Frosch, seitlich an der Zungenbeinplatte (Fig. 
42. c. </.); bei Pseudes ist das zweite Hörn an das erste hinaufgerückt; bei Bufo bildet es 
nur einen unbedeutenden Fortsatz, am untern Rande des obersten Hornes, nahe dem Ursprünge 
desselben (Fig. 19. 24. c), bei Bombinator endlich ist es mit dem obersten Hörne so 
verschmolzen, dass dies dadurch an der Wurzel nur breiter erscheint, dagegen ist auch das 
dritte Hörn des Zungenbeins von Bombinator verknöchert (vergl. Fig. 34. c. d.). Schon 
dadurch ist der Längsdurchmesser der Zungenbeinj)latte sehr reducirt. Mehr noch ist es der 
Fall bei Hi/la veuulosa (Fig. 51.), wo sowohl das zweite als dritte Hörn, als schmale Fort- 
sätze, dem ersten aufsitzen und also kaum mehr ein freier Seitenrand des Zungenbeinkörpers 
übrig ist. Mit diesen Formen vergleiche man nun das Zungenbein von Xenopus Bojei ^,Xeno}ntsBojei. 
welches in seiner unzertrennlichen Verbindung mit der Stimmlade auf Taf. II. Fig. 1. dar- 
gestellt ist. Hier ist der Körper des Zungenbeins noch mehr gegen die Fortsätze oder Hör- 
ner zurückgetreten. Es ist nur die mittlere Platte (a) übrig, an deren oberm Rande die 
obern Hörner {bb)f an deren unterm Rande die Columellae (c) entspringen. Nur ein klei- 
ner ausgeschweifter Theil des Seitenrandes des Zungenbeinknorpels ist frei und auch der un- 
tere Rand ist durch Verschmelzung mit der Stimmlade weggefallen. Die obern Hörner stei- 
gen in einem Bogen nach aufwärts, indem sie sich erst von einander entfernen, dann wieder 
einander nähern nnd in der Mittellinie zu einem unpaaren Stück verschmelzen. Auf diese 
Art schlicssen sie eine ovale OefTnung (+) ein, durch welche die Musculi hyoglossi von 
aussen nach innen treten, um sich im Boden der Mundhöhle auszubreiten. Von dem mittlem, 
unpaaren Theil entfernen sich die obern Hörner wieder, jedes nach seiner Seite; |)arallel dem 
Kieferrande laufen sie unter demselben her und erreichen endlich mit ihrer Spitze die Basis 



16 

des Schädels, mit der sie articuliren. Dem obern Rande des Zungenbeins anderer Batrachier 
,iLk entspricht also bei Xenopus der untere Rand der ovalen Lücke. Von dem äossera Rande 

dieser Hörner, da wo ihr innerer Rand die ovale Lücke begrenzt, entspringt mit breiter War- 
ze! jederseits ein platter, unregelniässig geformter Fortsatz, der sich nur wenig nach oben, 
nach unten aber bis zur Gegend des untern Endes der Columella erstreckt. Ich habe ihn 
mit c d bezeichnet, da er wohl das zweite und dritte Hörn der übrigen Batrachier zugleich 
repräsentirt. Der ganze Zungenbeinapparat des Xenopus ist knorplig, mit Ausnahme der 
Columellae und einer kleinen, runden, verknöcherten Stelle (a) zwischen den obern Enden 
der Columellae in der Platte des Zungenbeins. 

Schon bei dem männlichen Xenopus (Taf. IL Fig. 6 — 10.) hat sich, wie es scheint, 
der untere Theil des Zungenbeinkörpers von dem übrigen Zungenbein abgelöst und ist samrat 
Pi^V"- den Collumellae integrirender Theil des Kehlkopfes. Sicher aber ist es bei Pipa, in bei- 
den Geschlechtern. Der Rest des Zungenbeins bei Pipa deutet sich leicht durch eine Yer- 
gleichung mit Xenopus. Der ovalen Lücke des Xenopus entspriclit eine genaue kreisrunde 
bei Pipa (Fig. 11.+). Auch diese wird nach unten vom obern Piande des Zungenbeinkör- 
pers, nach oben und den Seiten von den obern Hörnern begrenzt, die hier ebenfalls in einen 
mittlem unpaaren Theil zusammenstossen, aber auch in diesem enden. * Die obere Spitze 
des Zungenbeins {bh) ist gleich den verschmolzenen und verkümmerten obern Hörnern. ** 
Die Seitenäste, die mit dem Schädel articuliren sollten, sind verschwunden. Auch hier treten, 
wie bei Xenopus, Muskeln durch die Lücke zwischen den vordem Hörnern. Der Platte c d 
bei Xenopus entspricht eine ähnliche bei Pipa, die aber hier mit dünnem Stiel und in der 
That vom Seitenrand des Zungenbeinkörpers entspringt. Dieser ist, wie erwähnt, in einen 
Zungenbein- und einen Stimmladentheil zerfallen. Der untere Rand des Zungentheils trägt 
in der Mitte eine vorragende Spitze und diese stösst fast zusammen mit der obern Spitze des 
Stimmladentheils. An dem letztern (Fig. 11. 14. «") sitzen auch die knöchernen Columel- 
lae (e), die also wieder integrirende Theile der Stimmlade sind. 

Nachdem nunmehr die Form des eigentlichen Zungenbeins der Aglossa erklärt ist, 
stiininapparat kehre ich ZU meinem Gegenstand, zur Beschreibung ihres Stimmapparats, zurück. MMe er- 
von . enopus ^-^j^j^^ jg^ beim weiblichcu Xenopus der Körper des Zungenbeins mit dem vordem Theil des 
Stimmladenknorpels zu Einer Platte verschmolzen (Fig. 1. axx), die eben so continuirlich 
mit den knorpligen Epiphysen der Coluraellen (c) zusammenhängt. Denkt man sich in Taf. I. 
Fig. 24. (von Puß) cinereus) den Raum zwischen dem ringförmigen Knorpel {y.x) und den 
Columellae {ee) durch Knorpel ausgefüllt, so hat man die vordere Wand der Stimmlade von 
Xetiopus. An den Seiten der einfachen Platte liegen die knöchernen Columellae, vom 



* Ganz richtig beschreibt es schon Meckkl in seinem Archir 1818. p. 229. 

** Die obere Spitze des Knorpels ist umgeben von einem sehr fettreichen Zellgewebe, welches die Gestalt einer 
Zunge hat und fast frei in dem Raum zwischen der äussern Haut und der Schleimhaut der Mundhöhle liegt, ohne 
mit der letztern verwachsen zu sein oder einen Vorsprung im Boden der Mundhöhle zu bilden. Bei Xenopus ist dies 
Rudiment von Zunge nicht zu finden. Schon Rudolphi (Breyer, de Rana pipa. Berol. 1811. p. 14) schreibt der 
Pipa eine lingua cxigua affixa zu. Tschddi (Classification der Batrachier, Neuchatel 1838. 4. p. 89.) sagt von 
der Zunge von Pipa: „lingua tegumenlo culaneo inlcrno menli crescendo implicatam." was bis auf das crescendo 
ganz richtig ist; irrthünilich aber schreibt er der Daclylellira „linguam Asterodaclyli" zu. 



17 

untern Rande entspringen die Bronchialfortsätze (Taf. II. Fig. 1. A), die deatlicher als bei 
den bisher beschriebenen Batracliiern Querfortsätze abschicken und zuletzt in einzelne lose 
Querstreifen (y), Rudimente von Knorpelringen, zerfallen. Auch der hintere Theil des Ring- 
knorpels (Fig. 2. y. %) stellt eine breite und hohe , in der Mitte der Länge nach gefurchte 
Platte dar, die aber nur die untere Hälfte des Kehlkopfs schliesst. Sie stösst in einen schar- 
fen Winkel, aber continuirlich mit der vordem Knorpelplatte zusammen, sowohl an den Sei- 
tentheilen des untern Randes (in der Mitte bleibt eine Lücke, durch welche die Bronchien 
austreten), als am untersten Theile des Seitenrandes. Der grösste Theil der Seiteuränder 
der hintern Platte ist frei, nach oben aber legt sie sich wieder an die Coltimella an, indem 
sie sich nach vorn umbiegt, und endet in einen scheuklappenartigen, abgerundeten Fortsatz 
(;;«), dessen Fläche nach rechts und links^ dessen Wand gerade nach hinten, dann nach oben 
gewandt ist. Dieser Fortsatz ist von der hintern Platte durch einen tiefen Einschnitt ge- 
trennt, durch welchen die Sehne eines Muskels der Giessbeckenknorpel (Fig. 5. m) geht. 
Der obere Rand der hintern Platte ist in der Mitte nur wenig, der untere Rand stark einge- 
bogen. Die Giessbeckenknorpel des Weibchens (Fig. 2. ff. Fig. 3. 4.) sind durchaus nur 
knorj)]ig. Sie bestehen jeder aus einem querliegenden, cylindrischen Theil und einem aufstei- 
genden, platten und sehr dünnen, flügelartigen Theil, der auf dem cylindrischen so gedreht 
ist, dass seine äussere Fläche etwas nach hinten, die innere etwas nach vorn sieht. Der cy- 
lindrische Theil ist kurz, articulirt durch seine innere Fläche (Fig. 3. a^) mit der Innern 
Fläche des gleichnamigen Knorpels der andern Seite, durch seine äussere Fläche mit dem 
scheuklappenartigen Fortsatz der hintern Platte. Die flügeiförmigen Theile liegen in der hin- 
tern und mehr noch in der Seitenwand der Stimmlade; nach unten ist der Raum zwischen 
ihnen durch Muskeln geschlossen; oben macht ihr Rand, nur von der Schleimhaut überzogen, 
einen Theil des Raudes des Aditus laryngis ans. Die Concavität zwischen Y' und w (Fig. 4.) 
entspricht der Wölbung der innern Fläche des scheuklappenförmigen Fortsatzes, die Spitze i// 
legt sich über den obern Rand desselben. Von ilir entspringt ein rundliches Band oder viel- 
mehr eine Duplicatur des Pericliondriums, die auf der innern Fläche der Columella nach vorn 
geht und sich an den innern Theil des obern Randes der letztern befestigt. An den Winkel 
Vi setzt sich die Sehne des Rückwärtsziehers (zw). 

Die Stimmlade des männlichen Xenopus ist auf den ersten Anblick von der des weib-stimmiade 
liehen sehr verschieden, scheint aber im Wesentlichen nach demselben Typus gebildet zu sein. ^^*. '^'^'"P"* 
Herrn Prof. Mater bin ich dankbar verpflichtet für die Güte, womit er mir das seltene Prä- 
parat, welches er in seinen Analekten zur vergleichenden Anatomie p. 31. beschrieben und 
auf Tab. III. Fig. 6. abgebildet hat, zur nähern Ansicht zuschickte. Es fällt sogleich die 
knöcherne Platte an der vordem Fläche der Stimmlade auf (Fig. 6 — 8 a, vergl. Mayer 
a. a. O. Fig. 6. «), welche rudimentär in der Stimmlade des Weibchens durch den runden 
Knochenkern (Fig. I. a) vorgebildet ist. * An dieselbe lehnen sich seitlich die obern Enden 



" Eine analoge Verknöcberung- des untern Theils des Zungenbeinkörpers fand ich unter allen Batracliiern. die ich 
untersuchte, nur bei Alyles obslelricans (Taf. 11. Fig. 24. u). Es ist eine viereckige, schmale und kurze Platte nahe 
dem untern Rande, zwischen den innern Rändern der knöchernen Columellac, vun denen sie indess noch durch Knur- 
pelsubstanz getrennt ist. Sie läuft nach oben in zwei schmale, spitzzulaufendc Fortsätze aus, die divcrgirend gegen die 

Hekle, Beschreibung des Kehlkopfs. O 



18 

der Columellae (ee). Der untere Rand der Platte läuft in der Mitte In eine lange Spitze 
au3 (Fig. 6 — 8. a^). Abgesehen von diesem untern, spitzen, von zwei concaven Linien be- 
grenzten Fortsatz würde die Platte ein ziemlich regelmässiges Sechseck darstellen. (Vergl. 
die schemat. Fig. 10.) In der obern Hälfte des Sechsecks befinden sich zwei ovale Lücken, 
deren grösster Durchmesser parallel der Seite ye^ läuft; eine vom Winkel t/ zum Winkel z 
gezogene Linie theilt sie in zwei fast gleiche Hälften. Die Platte ist an beiden Seiten um- 
gerollt, so dass ihre Concavität gegen die Höhle der Stimmlade sieht und dass die eine Hälfte 
der ovalen Löcher in der vordem Wand, die andere in der Seitenwand der Stimralade liegt. 
Den obern Theil der Seitenwand bilden also die beiden, die ovale Oeffnung begrenzenden 
platten Knochenleisten y z Fig. 7. Von der obern dieser Leisten geht ein dünnes Knochen- 
plättchen (Fig. 6. 8. cü) als breiter Fortsatz nach unten und endet mit abgerundeter Spitze 
vor dem obern Rand der untern Knochenleiste. Es liegt vor der vordem Hälfte des ovalen 
Lochs und bedeckt dasselbe so, dass nur eine dünne Spalte übrig bleibt. Zwischen diesem 
Fortsatz und der obern Leiste (y Fig. 7.) der Knochenplatte ist das obere, platte Ende der 
Coliimella (c) unbeweglich eingefügt. Nach abwärts wird die letztere dicker, mehr cylin- 
drisch; sowohl ihre vordere, als ihre hintere Fläche ist frei, wie beim weiblichen Thiere und 
während die Seitentheile des schildförmigen Knochens a nach hinten sich umbiegen, entsteht 
zwischen ihnen und der hintern Fläche der Coliimella eine Rinne, die wohl von Muskeln 
ausgefüllt ist. Der Rest der vordem Wand der Stimralade, zwischen der Zungenbeinplatte 
und den Columellae ist knorplig, wie beim Weibchen; nur zwischen den untern Enden der 
Columella finden sich zwei unregelmässige Verknöcherungen, die zusammen eine Aförmige 
Figur bilden, jedoch weder unter sich in der Mittellinie, noch mit den Columellae zusam- 
menhängen (Fig. H. a). 3Ian kann darin wieder eine Vorbereitung zu der Form erkennen, 
die der ringförmige Knorpel bei Pipa $ hat. ünteu biegt sich die Knorpelplatte der vor- 
dem Wand, die mit den Ej)iph)sen der Columellae verschmolzen ist, in einem scharfen Win- 
kel zur hintern Wand um, indem auch hier für die Bronchien in der Mitte eine Lücke bleibt. 
Die untersten zwei Dritttlieile der hintern Wand sind ebenfalls knorplig (Mater a. a. O. 
Fig. VI. c). Das obere Drittel ist nach Mater durch eine Membran geschlossen. Die 
Giessbeckenknorpel oder besser Knochen (Fig. 9. 10./) bestehen, wie beim Weibchen, ans 
einem queren cylindrischen Theil und einem aufsteigenden Fortsatz, aber der letztere ist ko- 
nisch und spitz, nicht flügelförmig, und wie der Körper a ollkommen knöchern; die aufstei- 
gende Spitze liegt hinter der ovalen Oeffnung der schildförmigen Knochenplatte, der cylindri- 
sche Körper hat eine Gelenkfläche (Fig. 9. a)), welche wahrscheinlich, wie beim Weibchen, 
an eine ähnliche Fläche des andern Giessbeckenbeins gefügt ist. 

Der obere Rand der sechseckigen Platte (Fig. 64.) ist breit, in der Glitte vertieft 
und rauh und scheint durch eine Naht mit dem Zungenbeinkörper verbunden zu sein. Aus 



Ursprünge der obern Hörner hin auf der vordem Wand des Zungenbeinkörpers verlaufen und über die Fläche dessel- 
ben leistenartig hervorragen. Diese Verknöcherung hat Ddges von Obslelricans pundatus beschrieben [Recherchcs sur 
l'osleologie et la myologie des balraciens, p. 56. Fig. 21.). Sie soll aus zwei hammerfJrmigen, nach unten mit den 
queren Köpfen verbundenen, nach oben mit den Stielen divergirenden Knochen bestehen. Ich vermuthe, dass sie sich 
nicht anders verhalten wird, als bei Obst, vulgaris (Alyles obsletrie.J. 



19 

Mayer's Worten „an dem hintern Rand der mittlem Knorpelplatte des Zungenbeins beginnt 
der Larynx selbst," geht nicht ganz bestimmt hervor, ob beide continiiirlich zasammenhängen, 
wie beim Weibchen, oder nur genau an einander gefügt sind. Uebrigens verhält sich, wie 
Mater angiebt, das Zungenbein in beiden Geschlechtern gleich, nur dass die hintern Hörner 
beim Weibchen kleiner und dünner sind. 

Weit auffallender, als hei Xenopus, ist die Verschiedenheit der männlichen und weib-stimmiade 
liehen Stimmlade in der Gattung Pipa. Das Knochen- und Knorpelgerüst der Stimmlade '^f'^ ^*''''''' 
des Weibchens ist abgebildet Taf. IL Fig. 11 — 13. Die beiden Seiten der vordem Fläche 
der Stimmlade begrenzen die Columellae (Fig. 11. <?); * nach oben convergiren beide und 
hängen zusammen mit einer dreieckigen, schräg von vorn nach hinten gerichteten Knor])elplatte 
«", dem losgerissenen und zur Stimmlade gezogenen Theil des Zungenkörpers. Der Raum, den 
dieser Knorpel von oben, die Columellae von den Seiten und der gleich zu beschreibende 
ringförmige Knorpel von unten begrenzt (Fig. 11. *), ist häutig. Die knorpligen Epiphysen 
des untern Endes der Columellae (««) bilden sammt dem vordem Theil des ringförmigen 
Knorpels {xx) eine breite, quere Knorpelleiste, die die vordere Wand der Stimmlade nach 
unten begrenzt. Indem diese Knorpelleiste jederseits sich auf die hintere Wand der Stimm- 
lade umschlägt, steigen ihre untern Ränder von beiden Seiten gegen die Mittellinie aufwärts 
und schliessen einen, nach unten offenen Winkel ein. Der Raum, der auf diese Weise am 
untern Theil der hintern Fläche übrig bleibt, wird durch eine feste, fibröse Haut (/ Fig. 12.) 
ausgefüllt. Der obere Rand dagegen, der an der vordem Seite horizontal liegt, geht an der 
hintern Wand fast senkrecht aufwärts. So entsteht eine viereckige, unten tief ausgeschnittene 
Knorpelplatte, deren Seiten hinter den äussern Rändern der Columellae liegen. Auch der 
obere Rand der Platte ist etwas concav. An beiden Seiten verlängert er sich in schmale, 
cylindrische, allmälig sich verjüngende Leisten oder Höruer, die sich zu beiden Seiten des 
Zungenbeinstücks a" an dasselbe anlegen und bis zur obersten Spitze desselben reichen. Der 
Zusammenhang der Theile wird leichter, als durch eine detaillirte Beschreibung, durch einen 
Blick auf Fig. 13. anschaulich werden, welche die Stimmlade hinten in der Mittellinie geöff- 
net und ausgebreitet darstellt, so dass man das Innere, sowohl der hintern als der vordem 
Wand, zu Gesicht bekommt. Auf der rechten Seite ist die Schleimhaut weggenommen und 
die Knorpel sind in ihrem Zusammenhange rein präparirt. Nach oben wird die hintere Knor- 
pehvand der Stimmlade über dem ringförmigen Knorpel vervollständigt durch ein querovales 
Stück (o Fig. 12. 13.), welches durch eine Schuppennaht mit dem obern Rand des Ring- CrtiVi/^f./o c 
knorpels verbunden ist, indem es innen tiefer hinabreicht, als aussen. Auf seinem obern Rand '^'"'^^"• 
und seiner innern Fläche sind die Giessbeckenknorpel befestigt. Dieses Stück findet sich 
getrennt bei keinem andern Batrachier; wir werden demselben aber bei einigen der hohem 
Reptilien wieder begegnen. Ich kann es nur für das Rudiment einer Cartilago cricoidea 
halten, die also hier zum erstenmal als ein besonderer Theil des ringfönnigen Knorpels der 
Stimmlade auftritt. Dies dient zunrleich zum Beweis, dass der rinoförmi";c Knorpel der übri- 
gen Bati'achicr, wenn man ihn als Kehlkopfknorpcl ansehen will, nicht blos Cartilago cri- 



" RuDOLi'iii (HuEYKR, ohicTvai. analom. circa fabricam ranac pipae. p. 15.) beschreibt sie nicht ganz rich- 
tig als parallel verlaufend, wogegen schon Meckkl (versl. Anat. \l. 45L) sich erklärt hat. 

3*» 



20 

coidea oder tht/roidea, sondern beides zagleicli ist. Mehr darüber bei der BesckrcIbuDg des 
Schildkrötenkchlkopfs. 

Die Cart. arytaeiioidea (Fig. 12. 13. f) besteht aus einem breitern und piattern 
obern Theil, der über die Cart. cricoidea frei hervorsteht, und einem absteigenden, schmä- 
lern, cylindrischen Fortsatz, der bis zur Naht zwischen C. cricoidea und dem ringförmigen 
Knorpel reicht. 

Die Bronchialknorpel (Fig. 11. v, Fig. 21.) hängen schon nicht mehr continuirlich 
mit dem ringförmigen Knorpel zusammen. Es sind unregelmässige, schmale Querleisten, die 
nach oben noch verbunden sind, gegen die Lunge hin sicli aber mehr isoliren. Es sind 
deren nach Rüdolphi (a. a. O.) ungefähr 30 in jedem Bronchus. Von den seitlichen En- 
den derselben ragen kurze, spitze Fortsätze in die Höhle der Bronchien. Aehnliche Knorpel- 
spitzen finden sich durch die ganze Lunge zerstreut. Die Bronchialringe nehmen nur die 
innere Seite der Bronchien ein, während die äussere Fläche blos häutig ist. 
stiinmiade Die Stimmlade der männlichen Pipa zeichnet sich vor der weiblichen schon durch 

er mannü- ^^^ Grösse aus, ferner dadurch, dass die meisten Theile, die dort knorplig sind, hier sich 
in Knochen umgewandelt haben. Zuerst fallen an den Seiten der vordem Fläche zwei longi- 
tudinale Knochenplatten {ee) auf, die Columellae des Zungenbeins. Sie treten nach unten 
hinter den ringförmigen Knochen y. y, und enden, genau von demselben bedeckt, mit einem 
freien Rande. In der obern Hälfte der vordem Wand liegt zwischen ihnen eine viereckige 
Knochenplatte, die wieder durch eine ringförmige, stärker verknöcherte Stelle (a) ausgezeich- 
net ist. Es ist, wie man leicht sieht, das untere Stück des Zungenbeinkörpers, und die kreis- 
förmige, dichter verknöcherte Partie erinnert an den Knochenkern bei Xenopua $ (Fig. 1. a). 
Die Partie zwischen dem untern Rande der Zungenbeinplatten und dem ringfönnigen Knochen 
ist nur häutig. 

Der ringförmige Knorpel (Fig. 16. 17. xx) ist, wie beim Weibchen, mit den Epiphysen 
der Columellae untrennbar verschmolzen und ganz verknöchert. Er besteht aus zwei vordem, 
unter einem stumpfen Winkel vereinigten Schenkeln und zwei hintern Schenkeln, die unten 
unter einem spitzen Winkel zusammenstossen, dann mit ihren einander zugewandten Rändern 
dicht an einander liegen und die ganze hintere Wand der Stimmlade bilden. Die beiden rech- 
ten und die beiden linken Schenkel der vordem und hintern Abtheiluns: stossen unten an ein- 
ander und verlängern sich nach aussen zu schnabelförmigen ^ orsprüngen, welche 3Iuskelfasern 
zur Insertion dienen. Vom und hinten sind zwischen den untern Rändern der Schenkel 
Membranen ausgespannt (Fig. 16. Je. Fig. 17. /), welche am untern Rande der Stimmladc 
zusammentreten, und, in der Mitte verbunden, jederseits eine rundliche Oeffnung übrig lassen, 
die in die Höhle der Bronchien führt. (Bei einem zweiten Exemplar war auch ein Theil 
der vordem Membran (k) und die Scheidewand zwischen den Bronchien knorplig.) 

An der hintern Fläche ragt der ringförmige Knochen höher hinauf, als die Columel- 
lae und das Zungenbein an der vordem. * Er wird gegen den obern Rand dicker, bis zu 



' Rl'Dolphi (a. a. 0. p. 14. und Taf. IL Fig. 3.) hat die hintere und vordere Fläche verwechselt. Die ge- 
naueste Abbildung ist immer noch die erste von Schneider {Hisloria amphibiorum. fasc. I. tab. II. fig.-i. 7 — 11. 
p. 263.), obschon Schneider die Bedeutung der Cisla, wie er sie nennt, nicht kannte, sondern sie fiir einen Appen- 
dix des Brustbeins hielt. ~ 



'¥ 



91 



I'" dick und zeigt zwischen den compacten Lamellen, welche die äussere und innere Oberfläche 
bilden, deutlich eine diploetische Substanz. Der obere freie Rand ist vertieft und die Ver- 
tiefung {^üj Fig. 17. 18.) durch Knorpelsubstanz ausgefüllt. * 

lieber die obere Apertur der Stimmlade, die hinten vom Ringknorpel, seitlich von den Ossa arytnv- 
Columellae^ vorn von der mittlern, wellenförmig ausgeschnittenen Zungenbeinplatte begrenzt'""'^"' 
ist, legen sich die obern Theile der beiden Giessbeckenknochen , welche von beiden Seiten 
vorn und hinten einander berühren, in der Mitte aber eine Oeffnung übrig lassen, den Aelitus 
laryngis. Das rechte Os arytaenoideum ist in Fig. 19. von seiner innern planen, der 
Kehlkopfhöhle zugewandten Fläche dargestellt, in Fig. 20. von seiner äussern, convexen Seite, 
die der Wand der Stimmlade zugekehrt ist. Es hat im Allgemeinen die Form wie beim 
Weibchen, ist aber viel grösser, und namentlich der dort erwähnte cylindrische Fortsatz nach 
unten so verlängert, dass er fast bis zur Einmündungsstelle der Bronchien reicht. Dieser 
Fortsatz ist knorplig, während der eigentliche Körper des Os arytaenoideum aus fester 
Knochensubstanz besteht, ip ist der vordere, dünnere, aber längere, % der hintere, kürzere 
und stärkere cylindrische Fortsatz, deren jeder an seinem Ende eine Gelenkfläche trägt, wo- 
durch beide Knorpel vor und hinter der Glottis mit einander articuliren. \p ist ein kugel- 
förmiger Gelenkkopf, durch welchen der Giessbeckenknorpel hinten mit einer Gelenkgrube ar- 
ticulirt, die theils von der hintern Wand des ringförmigen Knorpels, theils vom obern Seiten- 
theil der Columella gebildet wird. % (Fig. 16 — 20.) ist ein breiter, flacher Fortsatz, der 
über die Columella ragt und den Muskeln zur Insertion dient. Durch die mit v bezeichnete 
Fläche endlich articulirt der absteigende Theil des Giessbeckenknorpels mit einem Vorsprung 
der vordem Wand der Stimmlade nach innen. Es befindet sich nämlich ungefähr in der Ge- 
gend des obern Randes der stärker verknöcherten Stelle a an der innern Fläche der vordem 
Wand ein ovaler, mit dem langem Durchmesser in der Längenaxe der Stimmlade gelegener 
knorpliger Vorsprung, an dessen Seiten sich die Giessbeckenknorpel mit der genannten con- 
caven Fläche lehnen. Dem Vorsprung der vordem Wand gegenüber hat auch die hintere 
Wand eine in die Höhle der Stimmlade vorspringende Leiste, die sich zwischen die beiden 
absteigenden Theile der Cartt. arytaeuoideae legt. ' 

Die Bronchialringe sind von denen des Weibchens nicht wesentlich verschieden. Be- 
kanntlich sind die Bronchien beim Männchen bedeutend kürzer, als beim Weibchen. ** Auf- 
fallend bleibt es, dass von der Trennung der Cartilago cricoidea des letztern beim Männ- 
chen keine Spur sich findet. 

Muskeln der Stimmlade. 

Zuerst und am coustantesten erscheint unter den Muskeln der Stimmlade der Batra-^*. dUntator 
chier ein Erweiterer (M. dilatator aditus laryngis), welcher bald von der Wirbelsäule"!,''""^ '"^•'"" 
und selbst vom Schädel, bald vom Zungenbein entspringt und an den Rand der Stimmladcn- 
spalte, oft auch an die Cartilago lateralis seiner Seite sich befestigt. Er ist bei Proteus, 



* Sind dies vielleicht die Corpuscula trilicea, welche Mayer (Nov. acta Nat. Cur. T. XII. P. 2. p. 542.) 
ain Kehlkopf der niännlicheii Pipa unterscheidet, ohne ihre Lage anzugeben? 
•* RuDOLi'in a. a. 0. 



«» 



Entspringt 
vom Zungen- 
bein und Wir- 
belsäule zu- 
gleich. 



Amphiuma. 



Mennpoma. 



Von der "Wir- 
belsäule al- 
lein. 



Vom Scliädel 



Menobranchus und Siredoti, wie bei Lepidosiren nur ein TJieil eines Ranjjjfmuskels, der 
von seinem ürsprnnge, von der Wirbelsäule oder dem Zangenbein aus sich fächerförmig ge- 
gen die Mittellinie hin ausbreitet nnd über und vor der Stiminlade mit dem gleichnamigen 
Muskel der andern Seite in einer Art Linea alba zusammenkommt. Der untere Theil der 
Fasern dieses Muskels geht an die Stimmlade; er kann daher auch nicht nur die Ränder des 
Stimmladeneingangs auseinanderziehen, sondern auch die Stimmlade sanimt der vordem Kör- 
perwand, auf der sie ruht, gegen die Wirbelsäule zurückbewegen oder bei der natürlichen 
Lage des Reptils auiheben. 

Bei Menobranchus entspringt dieser Muskel theils vom hintersten Zungenbein- (Kie- 
men-) bogen, theils von einer Aponeurose, die vom Zungenbein und der Wirbelsäule aus zwi- 
schen dem Rücken- und dem Bauchtheile der Seitenmuskeln längs den Seiten des Körpers 
herabgeht. * An seinem untern Rande verflicht er sich mit longitudinalen Fasern des äusse- 
ren geraden Bauchmuskels, der zu den Kiemenbogen geht. 

Bei Amphiuma und Menopoma ist der Dilatator aditus laryngis in mehrere 
einzelne Muskeln zerfallen, die entweder vom Zungenbein oder von der Wirbelsäule kommen. 
Bei Amphiuma liegen untereinander zwei platte, schmale Muskeln, von denen der obere 
(Taf. I. Fig. 8. //«') von der Spitze des untersten Zungenbeinhorns, der untere {m") von 
Dornfortsätzen der Wirbelsäule entspringt. Zugleich tritt bei diesem Thier der gerade Bauch- 
muskel (1) an den ganzen obern Rand der Stimmlade, indem er sich, wie bei Menobran- 
chus^ zum Theil mit dem Erweiterer verflicht. Menopoma hat ebenfalls den Erweiterer vom 
untersten Zungenbeinhorne (Fig. 12. »«'), welcher hier mit seinen obersten Fasern an die 
Stimmlade geht, während die untere grössere Portion mit dem entsprechenden Theile des 
gleichnamigen Muskels der andern Seite in einen einzigen Quermuskel zusammenflicsst, der 
nur durch Zellgewebe an die Stimmlade befestigt ist. Der Dilatator aditus laryngis von 
der Wirbelsäule ist doppelt. Der grössere {ni") breitet sich gegen die Luftröhre hin fächer- 
förmig aus. Seine Insertion an deren Seitenwand reicht vom untern Rande des Muskels m' 
an fast §" nach abwärts bei einem 13" langen Exemplar. Der kleinere Dilatator von der 
Wirbelsäule endlich («»'") entspringt an dieser dicht unter dem vorigen, läuft aber vor ihm, 
als ein schmaler Streifen, nach aufwärts, tritt hinter den ersten Erweiterer vom Zungenbein 
und inserirt sich oberhalb desselben an die obere Spitze der Stimmlade. 

Von der Wirbelsäule allein entspringt der M. dilatator der Salamandra (Fig. 17. m), 
und zwar mit einer breiten Aponeurose von dem zweiten Halswirbel. Er geht, das Thier auf 
demBauche liegend gedacht, wie ein schmales Band über dem M. sus-occipito-spinal Djjoi.^^ ** 
dann über dem M. m,asto-sus-acromial ^^^ nach aussen, schlägt sich dann über den Rand 
des letztern nach unten und befestigt sich am Rande des Aditus laryngis. Bei Triton hat 
der Erweiterer des Stimmladeneingangs eine ganz gleiche Form und einen ähnlichen Verlauf; 
•er entspringt aber, statt von der Wirbelsäule, vom Schädel selbst, nämlich vom hintern, äns- 



' Vergl. J. MüKLLER, vergleichende Anat. der Myxinoiden. I. Theil, p, 231. 
"* Recherches sur l'ostdologie et la myologie des balrariens. p. 184. 
*** Decks, ebendas. p. 186. 



__ 93 

Sern Winkel des Os femporo - masfoidien Düges * {Occipitale laterale Martin St. 
Ange **), Linter dem Fortsatz, welcher an seiner äussern Seite die Gelenkgiiibe für den 
Unterkiefer trägt. Bei der Larve des Triton und walirscheinlich auch der Salamandra 
findet sich noch ein breiter Dilatator glottidis vom letzten Zungenbeinbogen, wie bei Pro- 
teus, der später verschwindet. 

Vom Zungenbein allein, und zwar vom untersten Hörn oder der Columella, nimmt Vom Zimgen- 
der Dilatator aditus laryngis seinen Ursprung hei Proteus, ^'^^ Menobranchus, Siredou ^^^ ^"^ ^^^' 
und bei allen ungeschwänzten Batrachiern, bei Coecilia kommt er vom vierten Hörn des Zun- 
genbeins. Bei Proteus (Fig. 3. m) befestigt er sich an die ganze vordere Fläche des Knor- 
pels der Stimmlade und geht vor der ovalen OefFnung in dessen oberra Theil weg zum innern 
Rand desselben. Bei Siredon (Fig. 4. m) und Coecilia (Fig. 1. m) kommt er breit vom 
innern Rande des Zungenbeinhorns und verschmilzt theilweise mit dem sogleich zu beschrei- 
benden Constrictor, Es kommen nämlich am obern Theil der Stimmlade von Siredon kreis- m. Consiri- 
förmiff verlaufende Ouerfasern vor, die an der hintern Fläche in einer Art weisser Linie zu-f*" '".""" 
sammenstossen (Fig. 5. n). Offenbar ist ihre Function, den Eingang der Stimmlade zu 
verengen und zu verschliessen. Bei Coecilia geht nur an der hintern Fläche der Giessbek- 
kenknorpel ein Quermuskel vom äussern Rande des einen dieser Knorpel zum äussern Rande 
des andern, verschliesst zugleich nach unten die Spalte zwischen denselben und nähert sie 
durch seine Wirkung einander. Solche eigenthümliche Stimmladenmuskeln kommen unter den 
geschwänzten Batrachiern nur noch bei Triton und Salamandra vor (Fig. 17. n). Sie 
umgeben kreisförmig von aussen die Cartt, arytaenoideae , zum Theil bedeckt von der In- 
sertion des Erweiterers. 

Bei den nngeschwänzten Batrachiern erhält die Stimmlade ihre Muskeln nur vom Zun-i\iuskein der 
«enbein; ausserdem aber finden sich bei einigen ebenfalls einrenthümliche Muskeln der Stimm- ""^^^'^"^" 

\ ... t*^" Batra- 

lade zwischen dem ringförmigen Knorpel und den Giessbeckenknorpeln, entsprechend dem Con- chier. 
Stridor der ungeschwänzten Batrachier. In der Regel kann man jederseits drei Muskeln 
unterscheiden. Präparirt man sie von der Rückseite aus, so liegt zu oberst: der Oeffneroeflner des 
des Stimmladeneingangs (Fig. 20. 42. »?).**** Er entspringt von der Spitze der ^.'""'"1^^''^"- 
Colmnella und geht zum mittlem Theil des obern Randes des Giessbeckenknorpels. Auf 
diesem Wege nimmt er bei Rana ein Bündel auf, welches vom hintern obern Fortsatz des 
ringförmigen Knorpels kommt. Er zielit den obern Rand der Cart. arytaenoidea nach 
aussen und öffnet dadurch den Eingang der Stimmlade, zugleich aber bewegt er den untern 
Rand des Knorpels, über den das Stimmband gespannt ist, nach innen gegen die Höhle der 
Stimmlade und verengt dadurch die Glottis zwischen den Stimmbändern. Er scheint haupt- 
sächlich Stimmmnskel zu sein. 

Yor diesem 3Iuskel entsteht bei Bufo vom innern Rand, bei Rana vom ganzen 
äussern Rand der hintern Fläche der Columella der 3Iuskel n (Fig. 19. 20. 24. 40. 42.), 



« A. a. 0. Fig. 85. 87. No. 13. 

•* Annalfs des sciences naturelles. 1831. T. XXIV. p. 372. PI. 18. B. 

"** üiT Muskel ist schon sehr genau beschrieben von RiscoM, (M prolco anguino. p. 78. 

"'* M. hyo-cx-gluUiquc. Dlgks a. a. 0. p. I2ü. f. 47. No. 26. 



4 



94 



Verengerer den man als den Verengerer des Aditua laryngis betrachten moss. "* Er tritt näm- 
des stimmia- jj^j^ ^^^ j^^ vordem Winkeln der Cartilasines arytaenoideae mit dem ffleichnamiiren Mas- 

deneingangs, ^ _ . od 

kel der andern Seite durch eine Art von Linea alba zusammen und i«t nur lose darch 
Zellgewebe an die Stimmlade befestigt, jedoch so, dass der Muskel der rechten Seite, wenn 
man ihn bewegt, den linken Giessbeckeuknorpel anzieht und umgekehrt. Dadurch müssen 
beide 3Iuskeln in ihrer Verbindung den Eingang der Stimmlade kräftig zusammenschnüren. 
Dieser Muskel fehlt bei Bombinator ^ bei Hyla kommt er nur von der untern Spitze des 
innern Randes der Columella. 

Der dritte 3Iuskel p (Fig. 19. 20.) zeigt die meisten Verschiedenheiten in seinem 
Verlaufe. Bei Bufo entspringt er vom innern Rande des knöchernen Theils der Columella 
und inserirt sich an die hintere Spitze des Giessbcckenknorpels. Seine Wirkung ist, die 
hintern Winkel der Giessbeckeuknorpel nach vorn zu ziehen und dabei den untern Rand der- 
Compressor selben nach innen gegen die Höhle der Stimmlade zu drücken. Ich will ihn daher Corn- 
er stimm- pj-esgor der Stimmlade nennen.** Durch seine Contraction biegt er zugleich den hintern 
Winkel des Giessbcckenknorpels nach aussen um, Avodurch das Stimmband gespannt wird. 
Wie bei Bufo verhält er sich auch bei Pelobates, Discoglossus , Engt/stoma und Cera- 
tophrys. 

Bei Hyla entspringt er theils vom vordem, obern Rande des ringförmigen Knorpels 
seiner Seite bis beinahe zur Mittellinie, theils von der fibrösen Haut, welche den ringförmigen 
Knorpel und die Giessbeckeuknorpel verbindet, und geht, in mehrere Bündel getheilt, an die 
untere Spitze der Cart. arytaenoidea. Bei Rana sind statt eines Compressor zwei völlig 
getrennte Muskeln vorhanden, die aber dieselbe Wirkung haben. Der erste (Fig. 42. p) 
entspringt vom innern Rande des Zungenbeinkör])ers dicht neben der Columella und geht 
unter dem Erweiterer und Verengerer durch zur hintern Spitze des Giessbcckenknorpels. Der 
zweite {p") verläuft dicht unter ihm und entspringt von dem vordem, obern Fortsatze des 
ringförmigen Knorpels (x' Fig. 41.). *** Bei Bombinator entspringt der Compressor vom 
Zungenbein und inserirt sich nicht nur an den Giessbeckeuknorpel, sondern auch an den hin- 
tern Rand des Anschnitts des ringförmigen Knorpels, 
stimmladen- Wenn CS noch eines Beweises bedürfte, dass die Stimmlade der Pipa und Dactyle- 

müs en er ^^^ eiucu Thcil dcs Zungenbeins nebst den Columellae mit enthält, so würde dieser in dem 
Verhalten der Muskeln gefunden werden. Die Zungenbein - Stimmladenmnskeln der übrigen 
Batrachier sind bei den genannten Gattungen zu eigenthümlichen Kehlkopfsmuskeln geworden, 
und die Rumpfmuskeln, die bei den andern Reptilien ans Zungenbein sich befestigen, gehören 
hier zum Theil der Stimmlade an. 
jf. hyogiossus. So entspringt der mit 4 (Taf, IE. Fig. 22. 23.) bezeielmete Muskel, Meckels 



* Hyo-pre-glotlique, Dügks f. 47. No. 25. 

"^ DcGKS, Hyo-posl-glollique. f. 47. No. 27. 

**** Meine Beschreibung, welche im Wesentlichen mit der von Martin St. Axgk a. a. 0. p. 420. überein- 
stiramtj weicht in einigen Puncten von derselben ab. Der Muskel, den ich Constrictor nenne, wird ron Martin St. 
Angk den Erweiterem zugezählt. Den untern Compressor (Constrictor M. St. Axgk) betrachtet dieser Gelehrte als 
einen kreisförmigen Sphinkter. 



"■'? 



«5 

Rückwäitszieliei" der Zunge,* Mater's LarT/ngoglossus , ^''^ mit einem Bündel jederseits 
an dem äussern untern Tlieile der Stiininlade, also eigentlicli von der Columella des Zun- 
genbeins. Aufwärtssteigend convergiren beide Bündel, treten zu einem gcmeinscbaftlichen 
BaucLe zusammen und gelangen durcb die rundlicbe OefFnung des Zungenbeins (i- Fig. 11.), 
eigentlicb also über den obern Rand des Zungenbeinkörpers, und über der Zunge weg, zu 
dem Boden der Mundböhle, wo sie sieb wieder in drei Bündel spalten, ein mittleres und zwei 
seitlicbe, die sieb divergirend in die Haut des Bodens der Mundböble inseriren. Ibr Ursprung 
ist sammt der Stimmlade durcb den Herzbeutel (/ Fig. 22.) bedeckt. Diesem Muskel ent- 
spriclit vollkommen der M. liyoglossus der übrigen Batracbier; dieser entstebt mit einem 
Bündel jederseits von der Spitze der Columella, liegt nacb dem Zusammentreten beider Bün- 
del als einfacber platter 3Iuskel vor dem Zungenbeinkörper nnd spaltet sieb alsdann wieder 
in zwei Portionen, die divergirend in die Zunge geben. *** Wie der M. hyoglossus , so 
strablt aucb der dem M. genioliyoideus entsprecbende Muskel bei Pipa (unsere Fig. 22. 
No. 2.) statt in die Zunge, in den Boden der Mundböble aus. 

Der oberlläcblicbste Muskel des Zungenbeins und der Zunge, der, ob er gleicb dieM. sternohyoi. 
Stimmlade nicbt angebt, docb des Zusammenbangs wegen bier bescbrieben werden muss, ent- ^"^" 
springt von der bintern Fläcbe der Spitze des Brustbeins [G Fig. 22., der übrige Tbeil des 
Brustbeins bis auf seine Spitze ist weggenommen). Er tbeilt sieb in zwei Portionen, von 
denen die äussere, breitere (5) an den obern Rand des grossen Zungenbeinborns gebt; die 
innere, scbmalere (5) an die knorplige Stütze der Zunge. Er müsste also Steniohyoideiis 
Leissen. **** In Fig. 23. sind beide Mm. Steniohyoidei weggenommen bis auf das Fasci- 
kel der recbten Seite, welcbes in die Zunge gebt. 

Zunäcbst unter diesem folgt, als ein Tbeil des innern scbiefen Baucbmuskels , f der 
Muskel No. 6., der in drei Bündel sieb spaltet. Das äussere ist das breiteste und gebt bis 
zum obern Rande des grossen Zungenbeinborns ; das mittlere (6') befestigt sieb an den untern 
Rand des Zungeubeinkörpers. Zwiscben beiden tritt der M. geniohyoideus durcb (No. 3. 
Fig. 22. 23.). Das innerste, 6" Fig. 15. 23. (auf der recbten Seite ist es wegpräparirt), hef- 
tet sieb an die Spitze der Stimmlade. Da nun dieser Tbeil der Stimmlade ein Stück des 
Zungenbeinkörpers ist, so kann man sagen, dass die Portion des Baucbmuskels, die dem 
Zunjicnbeinkörper angehört, durcb Zerfallen des letztern gleicbfalls in zwei getrennte Inser- 
tionen zerspalten worden ist. 

In der dritten Scbicbt endlicb folgt ein nocb breiterer und eben so platter 3Iuskel 
(No. 7. Fig. 23.), der ebenfalls seinem Ursprünge nacb dem innern scbiefen Baucbmuskel 
angebört. Er inserirt sieb mit seinem grössten Tbeile an den untern Rand des grossen Zun- 



* System der vergleichenden Anatomie, Bd. IV. P. 340. 

** Nov. Ada Acad. Nat. Cur. t. XII. p. 537. Fig. 2. c. Mach Mayer entsprängen sie, der mittlere von 
der vordem Fläche des Larynx, die seitlichen von den grossen Hörnern des Zungenbeins. Es beruht dies wolil auf 
einer Verwechselung mit dem Ursprünge des M. gcniuliijoklciis Fig. 2. c. Vergl. unsere Fig. 22. 23. No. 3. 

««« Vergl. die Abbildung bei DuoKS {Rccherchcs sur l'osleologio et lamyologie des balracicns, Fig. 47. No. 24.). 

**** Maykr's Slernomaxillaris (a. a. 0. p. 535. Fig. U. b b ") scheint ein Theil desselben zu sein. 

f Mayer a. a. 0. p. 535. No. 4. 

Henle, Beschreibung des Kehlkopfs. 4 



^Q 

genbeinliorns , eine schmale Portion (7') löst sieh von dem innern Piande ah and hej^eht sich 
zur Epiphyse der Columella oder zum äussersten untern Rande der Stimmlade. 

So viel von den Muskeln, die die Stimmlade mit andern Theilen des Körj)ers in Ver- 
bindung setzen. Alle sind Zungenbeinmuskeln. Die Analogie des Lari/ngoglosnus mit 
dem Hyoglossus der andern Batrachier ist bereits nachgewiesen, ünserm M. sterttohtjoi- 
fleus entspricht der M. sterno- oder xiplioUyoideug der Frösche, ^* der vom Schwertfortsatz 
des Brustbeins an den ganzen seitlichen Rand des Zungenbeins geht, und unser 3Iuskel No. 6. 
und 7. ist der Theil des Zurückziehers des Zungenbeins, welcher bei allen Batrachiern mit 
dem geraden Bauchmuskel gemeinschaftlich entspringt; er ist bei Rana noch mit dem Ster- 
nohyoldeus zu einem einzigen Muskel verschmolzen, aber schon hti Bufo von ihm getrennt 
und bei Pipa nur mehr entwickelt, in mehrere Schichten zerfallen. Mit Unrecht hält also 
Meckel ** diese Muskelbündel sammt dem Bauchmuskel, aus dem sie hervorgehen, für einen 
der Pipa eigenthümlicheu Muskel, den er dem Zwerchfell höherer Thiere vergleicht, weil 
er sich an den Schlund anhefte. 

Die eigenthümlicheu Muskeln der Stimmlade bei Pipa entsprechen denjenigen IMuskeln 
bei den andern schwanzlosen Batrachiern, welche vom Zungenbein an die Knorpel der Stimm- 
lade gehen. Ich fand 

1. einen Erweiterer (Fig. 14. 15. m)^ *** welcher vom ganzen untern äussern Fort- 
satz der Columella, sowohl an der vordem, als an der hintern Fläche entspringt, mit con- 
vergirenden Fasern nach oben geht und sich an die Cart, arytaenoidea , beim 3Iännchen 
an den Muskelfortsatz (x) des Os arytaenoideutn ansetzt. Beim JMännchen bedecken diese 
Muskeln die ganze vordere Fläche der Stimmlade. Einige Fasern desselben heften sich beim 
Weibchen an die obere Spitze der Stimmlade (das Znngenbeinstück derselben) ; 

2. einen Compressor (/?), entspringend vom Seitentheil des vordem Verbindungsstücks 
der Columellae, also wie bei Rana vom Zungenbeinkörper, und um die Stiinmlade herum, 
unter dem vorigen weg zur hintern Spitze des Körpers des Giessbeckenknorpels tretend. 

Der Constrictor der Kröten und Frösche fehlt. Der Raum, in welchem derselbe 
liegen niüsste, ist bei Pipa durch Verschmelzung des Zungenbeins mit dem ringiörmigen 
Knorpel verschwunden. Mater's Musculus thyreoarytaenoideus , der in der Höhle des 
Larynx sich belinden und die Stimmbänder spannen soll, habe ich nicht gefunden. 

Muskeln von Bei Xenopus sind die betreifenden 3Iaskeln im Allgemeinen denen der Pipa ähnlich. 

Xmoi)us. Aber der M. sternohyoideus (5. Fig. 22. bei Pipa) setzt sich bei Xenopus an das vor- 
dere Hörn des Zungenbeins (b Fig. 1.), und der Hyoglossus (IVo. 4. Fig. 22. bei Pipa) 
entspringt nicht von der Spitze, sondern von den obern innern Rändern der Columellae', er 
ist viel kleiner, als bei Pipa und strahlt unmittelbar, nachdem er durch die OefFnung des 
Zungenbeins durchgetreten, und noch hinter dem Zungenbein in den Boden der 31andhöhle aus. 
Statt der mittlem Portion des Hyoglossus bei Pipa findet sich bei Dactylethra ein zweiter 
Geniohyoideus ^ ausser demjenigen, welcher von den grossen Hörnern des Zungenbeins, wie 



* DüGKS, a. a. 0. p. 125. Fig. 44. No. 17. 

** System der vergleichenden Anatomie, Bd. III. p. 111. 
***' Mayer's Musculus laryngcus proprius a. a. 0. p. 538. 



»y ' 

bei Pipa, entspringt. * Dieser zweite Geniohyoideus nimmt seinen Ursprnng scheinbar von 
der Stimmlade, in der That aber von den untern Spitzen der Columellae. 

Die eignen Muskeln des Kehlkopfs liegen bei Xenopus sämmtlich an der hintern 
Fläche der Stimmlade. Sie sind : 

1. Ein unterer Erweiterer (Fig. 5. m), entspringt vom äussern Rande der Columel- 
lae , von deren unterer Spitze an bis zur Gegend des obern Randes des ringförmigen Knor- 
pels; seine untern Fasern steigen aufwärts, die obern quer; alle verbinden sich in eine starke, 
rundliche Sehne {m Fig. 4.), welche über den Ausschnitt am hintern Ende des obern Fort- 
satzes des ringförmigen Knorpels, wie über eine Rolle weggeht, und an den untern äussern 
Winkel des Körpers des Giessbeckenknorpels sich befestigt. Er zieht denselben nach ab- 
wärts und dreht ihn zugleich so nach aussen, dass die innere Fläche seines aufsteigenden 
Fortsatzes nach rückwärts sieht. 

2. Ein oberer Erweiterer (m Fig. 5.), vom obern Theil des äussern Randes der 
Columella zum aufsteigenden Fortsatz des Ringknorpels und zur Haut der Stimmritze. 

3. Ein Compressor {p) vom äussern TheUe des Zungenbeinkörpers, da wo er sich 
mit der Columella verbindet, schief nach innen und abwärts zum Körper der Cart. arytae- 
noidea und zur Haut der Glottis; zieht die Giessbeckenknorpel nach vorn und verengt da- 
durch den Eingang der Stimmlade von vorn nach hinten. 

Ich habe die Muskeln nur beim Weibchen untersucht. Beim Männchen giebt Mater 
einen eigenthümlichen 3Iuskel vom Ring- zum Schildknorpel an. 

Stimmbänder. 

Von der Lage des obern Tlieils der Stimmlade im Verhältniss zum Zungenbein war Gesell wänz- 
ini vorigen Abschnitt die Rede. Die Oeffnung, durch welche die Stimmlade mit dem Schlünde*^ Batra- 

clii 6 r 

communicirt, ist bei den geschwänzten Batrachiern eine sehr feine Längsspalte, die gewöhnlich 

so weit nach hinten liegt, dass sie bei geöffnetem Maule noch nicht sichtbar ist. Die Rän- Ränder des 

der derselben sind scharf und deshalb wohl geschickt, den zischenden Ton hervorzubrin«jen, ^'""'"'^''^°" 

ci»' • • '~ eingangs. 

den einige Thiere dieser Abtheilnng ausstossen. ** Sie bilden keinen oder einen kaum merk- 
baren Vorsprung in die Höhle der Speiseröhre; es sind die mit Zellgewebe und Schleimhaut 
überzogenen, bei Triton und Salamaudra auch noch von der Sehne des Dilatator glot- 
tidis bedeckten, hintern Ränder der Processus oder Cartilaglnes arytaenoideae. Eine 
Ausnahme davon machen Siredon und Amphiuma. Die hintern Ränder der Giessbecken- 
knorpel sind hier bedeckt von dem M. constrictor (n Taf. L Fig. 5.) und die Schleimhaut 
der vordem Wand der Speiseröhre geht continuirlich über dieselben (vergl. Fig. 4.). Von 
der obern Spitze jedes Giessbeckenknorpels (/* Fig. 5.) geht aber eine Schlcimhantfalte 
(Fig. 7. r) zum Boden der Mundhöhle und befestigt sich an die Linea al6a, in welcher 
beide Erweiterer des Stimmladenganges (mm, Fig. 4.) zusammenkommen. Diese beiden 



* Diesen nennt Mayer Genio-ceraloideus (Analekten p. 30.). 

"" Vom Proteus sagt Schrkibkrs (philos. iransacl. 1801. p. 245.): „/( oflen produces a hissing kind of 
noise, pretly loud, more so Ihan one should expecl from so small an animal and rcscmbliiig Ihal produccd h\j 
drawing Ihe pision of a syringe." Siren soll eine Stimme hören lassen, Cüvikr, Replilcs douleux. p. 107. 

4* 



__ — <ss 

Schleiinliautfalten bilden die Ränder des Einganges in die Stimmlade. Da ihre obere Inser- 
tion der Stelle entspricht, an welcher sich die Zungenwurzel hei den Thieren befindet, die 
eine freie Zunge haben, so darf man sie wohl ligamenfa aryglottica nennen. Sie sind 
dasselbe, was die Ligamenta aryepiglottica bei denjenigen Vertebratcn, welche unter der 
Znngenwurzel den transversalen Vorsprung besitzen, den man Epiglotiis nennt. 

Glottis. Die Stimmlade des Siredon ist die einzige unter denen geschwänzter Batrachier, in 

welcher eine Hervorragung vorkommt, die man auf den ersten Blick mit einem Stimraband 
vergleichen könnte. Sie geht gerade von oben und hinten nach unten und vorn (* Fig. 7.) 
und rührt von dem obern Rand der Cart. anjtaenoidea her; unter ihr ist eine Aushöhlung 
entsprechend der Concavität der innern Fläche des genannten Knorpels. * 
ünge- Bei den schwanzlosen Batrachiern ist die Stimmlade geräumiger und so auch der Ein- 

Bat-racMer S^^S derselben weiter. Die Längsspalte, die zur Höhle des Stimmorgans führt, liegt dicht, 
oder weniffstens nahe hinter der Zuncenwurzel. Ihre Ränder sind knori)linj, mehr oder min- 

Emgang der '^ ^ J o ^ 

Stimmlade. der nach hinten vorsj)ringend und bei den meisten Arten nur von dem obern Theil des hin- 
tern Randes des Giessbeckenknorpels unterstützt, während über den untern Theil desselben 
Randes die Schleimhaut der Speiseröhre weggeht und die vordem Ränder der Giessbecken- 
knorpel durch Zellgewebe verbunden und von den Constrictoren hedeckt sind. Wo vorderer 
und hinterer Rand dieses Knorpels nicht scharf gesondert sind, sondern in einem Bogen in 
einander übergehen, ist es ebenfalls nur der obere Theil der hintern Hälfte des Bogens, der 

Bngysioma. den Raud dcs Aditus laryngis bildet. Von allen untersuchten Arten war nur bei Engy- 
stoma noch ein Theil des vordem Randes der Giessbeckenknorpel frei und mit zur Bildung 
der Ränder des Aditus laryngis verwandt. Hier ragen die Cartt. arytaenoideae mit ih- 
rer obern Spitze, die mehr als bei andern nach hinten sieht, weit in die Höhle der Speise- 
röhre hinein und erzeugen zusammen, bei geschlossenem Stimmladeneingang, einen von den 
Seiten comprimirten, dreiseitigen, sehr spitzen Vorsprung in der untern Wand des Schlundes. 
Die Constrictoren des Stimmladeneingangs sind hei dieser Species nur sehr lose an die Stimm- 
lade befestigt, sie liegen in einer Querfalte der Schleimhaut hinter der Zunge und dem Ein- 
gaug der Stimmlade, und diese Falte bedeckt, wie eine Epiglottis, den vordersten Theil des 
Eingangs der Stimmlade. 

Die unteren Keinem schwauzloseu Batrachier, ausser Pipa und Dafylethra, fehlen die eigentli- 

Stimmbander. ßjjgjj^ den Ligamenta vocalia inferiora der Säugethiere entsprechenden Stimmbänder. Im- 
mer aber sind sie, vorn und hinten, an den Giessbeckenknorpel befestigt und nur selten er- 
reicht ihr Rand vorn, oder auch hinten und vorn, den ringförmigen Knorpel. Dadurch unter- 
scheiden sie sich von den Stimmbändern der Säugethiere, die vorn nur an die Cart. tliyreoi- 
dea angeheftet sind. Man kann sie unversehrt erhalten, wenn man die Cartt. arytaenoi- 
deae von einander und von dem ringförmigen Knorpel lospräparirt und völlig isolirt. Sie 
sind dünn, häutig und durch die natürliche Elasticität des Knorpels gespannt, und wenn man 
sich der Art erinnert, wie die Kehlkopfnmskeln wirken, so scheint es, dass die Stimmbänder, 
um zu schwingen,, nicht sowohl in einen höhern Grad von Spannung versetzt, als vielmehr in 



Cbvikr nennt sie „pc<«< crmx ou ventricuh." Rept. dout. p. 115. 



»9 

eine veränderte Direction gegen den Lnftstrom, der aus den BroncLien hervordringt, gebracht 
werden müssen. 

Die gewöhnliche Form des Stirambandes der schwanzlosen Batrachicr ist folgende. 
(Vergl. Taf. I. Fig. 23. 55. s, Martin St. Ange, a. a. O. PI. XXVI. Fig. 4. m, nnd 
Mayer's Analektcn, Taf. III. Fig. 8.) In dem ruhigen Zustande ist die eine Fläclie der- 
selben gegen die Aushöhlung des Giessbeckenknorpels, die andere Fläche gegen die Glottis 
gewandt, der eine Rand sieht nach oben, der andere nach unten. Beide Ränder beschreiben 
Bogen, deren Convexität einander zugekehrt ist; der Bogen, der den untern Rand bildet, ist 
flacher, der obere Rand beschreibt mitunter einen fast vollkommnen Kreis (wie bei Hyla 
punctata Fig. 55.); dadurch wird das Stimmband in der Mitte schmal, vorn und hinten 
dagegen, an der Anheftungsstelle, breit. Diese Auheftangsstelle reicht meistens nicht über die 
Hälfte der Höhe des Giessbeckenknorpels nach oben, doch erstreckt sie sich bei Hyla fast 
bis zur Spitze. Der untere Rand ist immer frei, an den ganzen obern Rand dagegen befe- 
stigt sich, vielleicht bei allen, eine Schleimhautfalte, die von dem ganzen untern Rande der 
Cart. arytaenoidea entspringt. Durch diese Anordnung entstehen hinter dem Stimmbande 
zwei Taschen, die eine ober-, die andere unterhalb der genannten Schleimhautfalte, jene ist 
nach oben offen, ihre äussere Wand bildet die Cart, arytaenoidea^ ihre innere Wand die 
Schleimhautfalte ; die untere Tasche ist nach unten offen , ihre ausser Wand wird von der 
Schleimhautfalte, ihre innere Wand von der äussern Fläche des Stimmbandes begrenzt. Man 
vergl. den Durchschnitt Taf. III. Fig. 50., wo f den Giessbeckenknorpel, oc die Schleim- 
hautfalte, * das Stimmband bezeichnet, lieber die Mitte der Schleimhautfalte verläuft ein 
schmales Bündel sehniger Fasern, vom untern Rande, wo es vom Giessbeckenknorpel entspringt, 
zum obern Rande, von wo es in das Stimmband übergeht, und entweder in demselben sich 
verliert, oder in der Mitte desselben v^ieder herabgeht und an dem untern freien Rande noch 
eine Hervorragung bildet. Es ist gleichsam ein Frenulum des Stimmbandes. An der ent- Knorpel der- 
sprechenden Stelle liegt bei Microps Bonaparti in der Mitte des Stimmbandes ein herzför-^^'^"^"- 
miges Knorpelchcn (Taf. I. Fig. 38.) mit der Basis nach unten, mit der Spitze nach oben 
gekehrt. Ein solches Knorpelchen fand Mater bei Biifo Lazariis Sp. * 

Wenn man in die untere Tasche und gegen die äussere Fläche des Stimmbandes bläst, Bildung der 
so verändert es seine Lage so, dass, namentlich im mittlem Theil, die äussere Fläche zur '""™^* 
untern, die innere zur obern wird, wodurch der scharfe obere Rand verschwindet und das 
Stimmband mit der eben beschriebenen Schlcimhautfalte eine halbmondförmige Membran dar- 
stellt. Es stellt sich transversal gegen den Luftstrom und richtet den vorher untern scharfen 
Rand nunmehr nach innen gegen die Glottis. Daraus wird es wahrscheinlich, dass bei diesen 
Thieren, auch ohne Spannung des Stimmbandes, nur durch veränderte Lage des Gicssbccken- 
knorpels eine Stimme erzeugt werden kann, wenn die Luft, die aus den Bronchien strömt, 
von der untern Tasche aufaefanoren wird. 

Ich sagte, dass vielleicht bei allen Batrachiern von dem obern Rand des ^iiiwm-ihjU punctata. 
Landes zu dem untern Rand der Cart. arytaenoidea die Schleimhautfalte verlaufe. Ich 
vermisstc sie nur bei Ilyla punctata , M'O ich beide Ränder des Stimmbaudcs frei fand, so 



* Analektcii p. 37. 



— 30 

dass statt Einer Glottis drei OefFnongen entstanden, wie es irrtliünilicher Weise Vicq-d'Aztr* 
bei Rana und Bufo Ijescbrieben bat. Obgleich diese Anordnung sieb mit den pbysikaUseben 
Bedingungen zur Bildung der Töne wohl verträgt, so bin ich doch gegen die Beobachtung 
später misstrauiscb geworden, da sie so isolirt und ein Irrthum so leicbt möglich ist. 

Die untersten Bei den meisten Arten dieser Abtheilung kommt ein zweites Paar Stimmbänder {Ldg. 

mm un ^^- ^Qf^ffHf^ inßmd) unterhalb der so eben beschriebenen vor (Taf. I. Fig. 22. t). Es ist eine 
eiufache Duplicatur der Schleimhaut, schmaler als das eigentliche Stimmband, die nahe am 
untern Rande von der seitlichen Hälfte des ringförmigen Knorpels und zum Theil auch noch 
von der vordem und hintern Spitze des Giessbeckenknorpels entspringt und in einen geraden, 
scharfen, nach oben gekehrten Rand endet. So entsteht auch hier eine Tasche, welche nach 
oben offen ist. Die äussere Wand derselben wird von dem untern Theil des Giessbecken- 
knorpels und dem obern Rand des ringförmigen Knorpels gebildet. Durch Anziehen des er- 
stem kann auch dies Band gespannt werden, und es scheint, namentlich bei Bufo, frei ge- 
nug, um in tönende Schwingung versetzt werden zu können. Der einzige, der dieser unter- 
sten Stimmbänder gedenkt, ist Mater, der sie bei Bufo laxarus und bei Alt/tes fand. ** 
Ich vermisste sie nur bei Pseudes, doch sind sie in den verschiedenen Arten von sehr ver- 
schiedener Grösse. 
Xenopus. Die Ränder des Eingangs der Stiramlade bei Xenopus sind theils knorplig, theils 

stimmladen- häutig. Der Untere Theil derselben ist durch die obern Ränder der aufsteigenden Fortsätze 
der Giessbeckenkuorpel (Taf. II. Fig. 2. f) gestützt, von denen aus die Schleimhaut zum 
Stimmladentheil des Zungenbeinkörpers geht, als eine dem Lag. aryglotticum entsprechende 
Falte, und so den obern Theil der Längsspalte, die in die Stimmlade führt (Fig. 5. B), 

Glottis. begrenzt. Das Stimmband fehlt, an seiner Stelle findet sich nur eine scharfe Hervorraguns 
des Giessbeckenknorpels, die von dem querliegenden Körper desselben, am untern Rand des 
flügeiförmigen Fortsatzes nach vorn und oben geht, und hinter welchem die Stimmlade auf 
einmal geräumiger wird. So beim Weibchen. Wie das Männchen in dieser Beziehung sich 
verhält, weiss ich nicht; jedenfalls aber haben die Fortsätze an dessen Giessbeckenkuorpel 
eine ganz andere Bedeutung, als die bei Pipa J", da sie nicht nach unten in die Höhle der 
Stimmlade hängen, sondern, gleich den flügeiförmigen Fortsätzen des J^e7^o/?tt* - Weibchens, 
nach oben gerichtet sind. 
P^v»- Bei der Pipa % ist ebenfalls der hintere Theil des Randes des Aditus larijngis 

.stimmladen- knorplig, der vordere (r. Taf. 11. Fig. 13.) häutig. Der Aditus laryyigis (Fig. 16. B) 
ist eine Längsspalte. Im Innern der Stimmladenhöhle sieht man zwei Vorsprünge, die aber 

Glottis. dick, wulstig sind und mit Stimmbändern nichts gemein haben. Der obere (Fig. 13. «) ent- 
spricht dem obern Rand des Giessbeckenknorpels, der untere {f) der Hervorragung seines ab- 
steigenden Fortsatzes. Bei dem Männchen der Pipa hängt bekanntlich dieser Fortsatz frei 
in die Höhle der Stimmlade herab, dennoch aber, wie dies bei Beschreibung der Knorpel an- 
gegeben wurde, hinlänglich in seiner Lage befestigt, um nicht in 3Iasse hin und her schwin- 
gen zu können. Schwerlich würde auch von ihrem Anschlagen an die Wände der Stimmlade 



* Memoires de l'academie royale des sciences. Annee 1779. Paris 1782. p. 195. 
** Analekten p. 37. 



_ 31 

ein Ton entstehen. Die Stimme der Pipa kann wohl nar durch Molecularschwingung der 
absteigenden Fortsätze der Giessbeckenknorpel erzeugt werden. 

Bescliuppte Reptilien. 

Wir sahen bei Coecilia die Seitenknorpel nach unten hin zu Luftröhrenringen sich 
entwickeln, dadurcli, dass die queren Aeste derselben einander hinten in der Mittellinie er- 
reichten und die absteigenden Theile verschwanden, welche am obern Theil der Stimmlade 
wie Brücken die queren Aeste zusammenhielten. 

Sobald einzelne Ringe gebildet sind, ist die Stimmlade in Kehlkopf und Luftröhre Bildung der 
zerfallen; die Luftröhre ist der Theil derselben, dessen Knorpelgerüste aus einer Reihe ge-^''^'"^"^»^- 
trennter, geschlossener oder offener Ringe besteht, der Kehlkopf dagegen, der immer am obern 
Ende sich beiindet, wird zusammengesetzt durch die Seitenknorpel, so weit dieselben noch 
durch verticale Leisten zusammenhängen. Es besteht also auch nicht der Kehlkopf aus ver- 
wachsenen Luftröhrenringen, sondern vielmehr die Luftröhre aus zerfallenen Kehlkopfringen. 

Unter den Batrachiern ist Coecilia die einzige, bei welcher Luftröhrenringe vorkom- 
men und auch hier erscheinen sie erst weit unten, sind noch unregelraässig geformt und rei- 
chen nur an einer Seite auf die vordere Wand herüber. Unter den drei höhern Ordnungen der 
Reptilien und bei allen höhern Wirbelthieren wird aber der grösste Theil des unpaaren Re- 
spirationscanals von isolirten Luftrölirenringen gebildet, und im Allgemeinen überwiegt mit 
lortschreitender Entwickelung die Länge der Luftröhre immer mehr gegen die Länge des 
Kehlkopfs, es sind verhältnissmässig immer weniger Ringe, die in dem Knorpelgerüst des 
letztern verbunden bleiben. Die Tracheairinge der Coecilia sind hinten geschlossen und vorn 
offen, die der höhern Gattungen sind entweder ganz ringförmig geschlossen oder hinten offen. * 
Kommen geschlossene und offene Ringe bei demselben Thiere vor, so folgen die geschlossenen 
meistens gleich unter dem Kehlkopf in sehr wechselnder Zahl, bei Elaps reichen sie über \ 
der Luftröhre nach unten, bei Pt/iJioti bis zu ^, ** bei Crotalus durissus zälilte ich deren 
17, bei den Colubern nur ein paar. Unter den Sauriern ist der erste Luftröhrenring ge- 
schlossen bei den Geckonen, bei Pliryiiosoma, Sceloporus, Trapelus, Anolis, Cyclura^ 
Ophryocssa^ Lacerta^ Ameiva^ offen bei Cephalopeltis, Aiiguis, Pseudopus, Zonurus, 
TropiduruSf Phrynocephalus, Polychrusy Iguana^ Chamaeleo. Auch bei den Krokodi- 
len und Schildkröten sind mit Ausnahme von Testudo, SpjJiargis und Chelotiia, die ersten 
Luftröhrenringe offen. Bei den Krokodilen aber nähern sich die hintern Enden der Luftröh- 
renringe einander nach und nach und es erscheinen hier geschlossene Ringe erst an dem un- 
tern Theil der Luftröhre. *** Ptyodactylus fimbriatus hat zunächst unter dem Kelilkopf 
geschlossene Ringe, dann eine Reihe (13) hinten offene, an einer erweiterten Stelle der Tra- 



• Sehr roUständig sind Mkckkl's Angaben hierüber. Vergleichende Anat. VI. p. 254. 268. 
** Rktzius über Pylhon iiviUalus in Verhandlungen der Schwed. Akademie der Wissensch. 1830. p. 81. 
Isis 1832. p. 522. 

**** PKKHArLT, Mcm. pour servir ä l'hisioirc des animaux. T. III. p. 651. v. Hcmboldt und Bonpland, 
Uecueil d'ohsrrvalions de Zoologie el d'analomie compare'e. p. 11. 



i 



3» 

cLea. Auf diese folgen wieder ganz geschlossene Ringe. * AucL andere Geckouen Lalicn 
oben geschlossene, unten offene Ringe. Nur bei den Vögeln kommen an tiefern TheLIen der 
Luftröhre Erweiterungen vor, deren Ringe hinten und vorn offen, demnach wieder ans zwei 
seitlichen Hälften zusammengesetzt sind. Die Tracheairinge sind meistens ganz regelmässig 
gebildet, doch finden sich auch, besonders nahe unter dem Kehlkopf, nicht selten Unregel- 
mässigkeiten, so dass ein Ring sich nach einer Seite in zwei spaltet, oder einzelne Knorpel- 
stückchen und Streifen zwischen den Ringen liegen. 

Bronchi. Wie die Trachea vom Kehlkopf, so sind auch die Bronchi der beschuppten Reptilien, 

der Vögel und Säugethiere von den Lungen deutlich abgesetzt. Sie bestehen ebenfalls ans 
ganzen oder hinten offnen Ringen, die gegen die Lungen hin zu unregelmässigen Knorpel- 
streifen werden. Eine merkwürdige Eigentliümlichkeit habe ich bei Alligator palpebroauH 
gesehen. Hier sind die untersten Bronchialringe durch einen einzigen spiralförmig zusammen- 
gewundenen Knorpelstreifen gebildet, der sich aufwickeln lässt, wie die Spiralfasern der Tra- 
cheen bei den Insecten. 

Ich beschränke mich nunmehr bei den Gattungen, bei welchen der Kehlkopf vom übri- 
gen Respirationsapparate gesondert ist, auf die Beschreibung des Kehlkopfs allein, um so lie- 
ber, da in den übrigen Theilen, ausser der Bildung des untern Kehlkopfs bei den Vögeln, 
nur unwesentliche Veränderungen vorkommen, der untere Kehlko])f der Vögel aber in allen 
seinen Varietäten seit Cuvier ausführlich beschrieben worden ist. 



Einfacher 
Kehlkopf- 
knorpel. 



Kehlkopfknorpel der beschuppten Reptilien. 

Während durch die vollendete Entwicklung der Luftröhre und ihrer Aeste der Respi- 
rationsapparat der beschuppten Reptilien über dem der vollkommensten Batrachier steht, schlies- 
sen sich durch die Bildung derjenigen Knorpel, Avelche den Eingang in die Luftwege begren- 
zen, die meisten Schlangen und einige schlangenartige Saurier zunächst wieder den niedersten 
Formen unter den nackten Reptilien an. 

Bei Proteus besteht das Knorpelgerüst der Stiramlade aus zwei seitlichen Stücken, 
da der Knorpel des Stimmladeneingangs, Cart. arytaenoidea^ mit dem übrigen Knorpel noch 
unzertrennlich verbunden, nur als ein Fortsatz des letztern erscheint. Dieselbe Bildung findet 
sich wieder bei den niedersten unter den beschuppten Reptilien; da aber hier die beiden Sei- 
tenknorpel durch quere Leisten vorn oder hinten oder vorn und hinten verbunden sind, so ist 
nur ein einziger Kehlkopfknorpel vorhanden, der auf mannichfache Weise durchbrochen, röhren- 
förmig oder halbröbrenförmig in der Wand des Kehlkopfs liegt und zu oberst die Giessbek- 
kenknorpel als zwei Fortsätze trägt, die die Ränder des Kehlkopfseingangs stützen. Diese 
Thiere haben also einen einfachen Kehlkopfknorpel, Cartilago laryngea, der in drei Haupt- 
theile zerfällt. Der eine ist die Basis, das eigentliche Rohr, ich Avill ihn seiner Bedeutung 
nach Cartilago tliyreocricoidea, Schildringknorpel, nennen. Die beiden andern sind die 
Processus arytaenoidei^ die wie bei den Batrachiern, sobald sie sich abtrennen, zu Carti- 
lagines arytaenoideae werden. 



TiEDKMANN in Meckel's Arcbiv Bd. W. p. 549. und Mkckel eLendas. Bd. V, p. 223. 



33 

Man denke sich, dass der absteigende Theil der Cartilago lateralis des Proteus 
{d- Taf. I. Fig. 3.) nach beiden Seiten hin Queräste ausschicke, und dass diese Queräste 
Ton beiden Seiten, also hinten und vorn sich verbinden, wie wir dies bereits an der hintern 
Wand der Stimmlade bei Menopoma (Taf. I. Fig. 11.) geschehen sahen, so muss die Form 
sich entwickeln, wie sie z. B. unter den Schlangen bei Cylindrophis (Taf. VII. Fig. 48.) 
erscheint. Die Ringe sind hier noch eben so unregelmässig, wie bei Salamandra atra 
(Taf. I. Fig. 18.) die queren Fortsätze, und scheinen durch Aneinanderstossen solcher Fort- 
sätze von beiden Seiten her gebildet. Es geschieht dabei jedesmal, dass die obersten Quer- 
äste vorn in eine Spitze verschmelzen, die sich zwischen die vordem Ränder der Processus 
aryiaeiioidei hineinlegt. Meistens verschmelzen auch die hintern obern Queräste zu einer 
Spitze, welche die Wurzeln der genannten Fortsätze von einander trennt; indess sind noch 
bei Typhlops die hintern Queräste gerade und von einander getrennt (Taf. III. Fig. 49.), 
und bei Lachesis Yararaka und Dipsas bucephalus ( Taf. III. Fig. 20.) sah ich 
sie zwar in eine Spitze aufsteigen, aber ebenfalls noch unverbunden. Ja selbst unter den 
Sauriern kommt eine Trennung in der hintern Wand des Kehlkopfs wieder vor, bei Iguana 
(Taf. IV. Fig. 46.). Es wird ferner die Weise der Bildung bald dadurch minder kenntlich, 
dass die Wurzel dieser Processus arytaenoidei mehr nach hinten auf den obersten Querast 
rückt, wie auch mitunter die longitudinalen Leisten, die die Ringe verbinden, nicht in der 
seitlichen, sondern in der hintern Wand des Kehlkopfs liegen (s. z. B. Taf. III. Fig. 20.). 

Die anderweitigen Modificationen der Form des Kehlkopfs hängen nur davon ab, wie 
die vordere und hintere Spitze sich umgestaltet, ob eine grössere oder geringere Zahl von l^* 

Querästen durch den absteigenden Theil des Seitenknorpels zum Kehlkopf verbunden bleiben 
oder ob sie sich bald zu Tracheairingen ablösen, ferner ob die Lücken zwischen den Quer- 
ästen mehr oder minder sich schliessen, wodurch dann der Kehlkoj)f entweder aus einer Reihe 
seitlich zusammenhängender Ringe oder aus solidem, einfachem, dem Schildknorpel mehr sich 
nähernden Knorpelplatten gebildet scheint. 

Die Giessbeckenknorpel zeigen, so lange sie noch mit dem übrigen Kehlkopfknorpel Processus rtri/-- 
continuirlich verbunden sind, nur geringfügige Abänderungen ihrer Form; es sind meist lange 
und Verhältnis smässig schmale Knorpelstreifen, deren vorderer Rand durch Muskel und Haut 
mit dem äussern Rand der vordem Spitze des Schildknorpels verbunden ist, deren hinterer 
Rand den Eingang in den Kehlkopf begrenzt. Oft erreichen die obern Spitzen einander fast 
vor dem Kehlkopfeingange (wie bei HydropJiis Taf. III. Fig. IL, bei Dryophis Fig. 13.), 
häufiger tritt die vordere Spitze des Ringschildknorpels dazwischen (Fig. 4. 7. 9. 22.). Die 
Basis des Fortsatzes befindet sich, wie bereits bemerkt, nur bei Menigen Reptilien dicht hin- 
ter der vordem Spitze und also gerade über dem absteigenden Knorpelstreifen, der die Ringe 
verbindet. Dies ist der Fall bei Cylindrophis (Fig. 48.), bei Coluher flavescens (Fig. 28.), 
bei Oplmaurus (Taf. IV. Fig. 8.), einigermassen auch noch bei Hydrophis (Taf. III. 
Fig. 11.) und Typhlops (Fig. 49.). Am häufigsten entspringt der Fortsatz von der ölitte 
des obern Seitenrandes der hintern Spitze (Fig. 4. 7. 9. 15. 16. 19. 21. 37.); bei Crota- 
lus und Dipsas bucephalus (Fig. 3. 20.) kommt er fast von der Spitze selbst und sitzt 
wie auf einem Stiel oder Arm, der quer nach aussen geht. Er ist schmal und gerade (Fig. 
21. 28. 37.), oder leicht gebogen (Fig. 49.), selbst knieförmig gekrümmt (Fig. 24.), am 

Henle, Beschreibung des Kehlkoj)Cs. " 



taenoideus. 



34 

Läufigsten myrtenblattförniig mit sclimalerer Basis (Fig. 4. 7. 9. 16. 23.), welclie Gestalt in 
die Rautenform übergeht (Fig. 16. 19.) oder durch Abmndang der Spitze einem Oval sich 
nähert (Fig. 8. Taf. IV.); zwei mal, bei Naja haje (Taf. III. Fig. 8.) und bei Hydro- 
phis (Fig. 11. ce), fand ich einen kurzen Fortsatz vom innern Rand gegen den Schildring- 
knorpel hin, der sich dicht an den letztern anlegte. 

Abtrennung Die Trennung des Giessbeckenknorpels vom Ringschildknorpel erfolgt, wenn man so 

desselben. gagen darf, nur ganz allmälig in der Reihe der beschuppten Reptilien. Es giebt vielleicht 
kaum eine Familie, wo beide constant verwachsen sind, und bei ganz verwandten Gattungen 
kommen Verschiedenheiten vor. Sie sind verwachsen bei Ci/lindrophu, getrennt bei Ilt/sia^ 
verwachsen bei Eryx^ getrennt und zu breiten Knorpeln entwickelt bei Python und Boa, 
In derselben Gattung finden sich bei einer Species die Giessbeckenknorpel constant getrennt, 
bei einer andern verwachsen, so unter den Colubrini (vergl. Taf. III. Fig. 28 und 31.); 
mitunter weichen Individuen derselben Art von einander ab, und ich konnte z. B. bei Am- 
pJiisbae?ia, bei Dipsas, Bmigarus nicht ermitteln, welche Form von beiden die Regel sei, 
endlich habe ich an demselben Exemplar den Giessbeckenknorpel der einen Seite frei, den 
der andern verwachsen gefunden {Naja tripudians Taf. III. Eig. 7.). 

Auch wenn Giessbecken- und Schildringknorpel nocli äusserlich unzertrennlich ver- 
schmolzen scheinen, zeigt die innere Structur des Knorpels, bei Betrachtung mittelst der Lupe, 
dass die Trennung sich vorbereitet. An der Stelle, wo sie später Statt findet, fehlt die 
schwammige Substanz, die sonst eine Art Markhöhle im Knorpel darstellt, und er besteht 
durchaus aus compacter oder Rindensubstanz (s. Taf. III. Fig. 25.). 

Cartiiago Wie sich der Giessbeckenknorpel nach seiner Ablösung vom Schildringknorpel ferner 

thyreocii- umgestaltet, lässt sich nicht darstellen, ohne zugleich auf die Form des letztern genauer ein- 

coiflea. t-i 

zugehen. Icli will daher mit der Beschreibung der Cartiiago thyreocricoidea den Anfang 
machen. 
Zahl der Rin- Ich habe bereits erwähnt, dass diese sich dadurch bildet, dass von den absteigenden 

^•^ ''^'^^®^^®"* Seitenknorpeln quere Aeste abgehen, welche zusammentreten und mehr oder minder deutlich 
geschiedene Ringe bilden. Zuerst zeigen sich die Kehlköpfe verschiedener Thiere verschieden 
in der Zahl der einzelnen Ringe, welche zum Kehlkopf zusammentreten, und auch hier kom- 
men, obwohl im Allgemeinen mit der vollkommnern Entwicklung des Stimraors^ans die Zahl 
der Ringe abnimmt, doch auch grosse Variationen bei übrigens einander sehr nahe stehenden 
Arten vor. Ich zähle ungefähr 16 zusammenliängende Ringe bei Crofalns, 14 bei Hydro- 
phis und DryopJtis, 1 1 bei Dipsas und Coluber pullatns, 10 bei Cylindrophis und Py- 
thoti^ 9 bei Psammophis und Coluber riißveiitris, 8 bei Boa und Podinema, 6 bei Ho- 
malopsis, den Scinken, Trionya: und Tesfndo, 5 bei Zyguis und Ophryoessa, 4 bei Co- 
luber pholidostictus und Ophisaurus ^ 3 bei Auguis, Tropidurus torquatus^ Phryno- 
cephalus, Calotes und Emys^ 2 bei Cephalopeltis^ Zonurus^ den Geckonen und Draco. 
Bei den andern sind sie entweder sämmtlich oder die obern Ringe so verschmolzen, dass ihre 
Zald nicht mehr zu ermitteln ist. 

Ausser der Zahl der Ringe beruht die Mannichfaltigkeit der Formen ferner auf der 
verschiedenartigen Entwicklung der queren Fortsätze, und danach lassen sich die Kehlköpfe 



«N 



35 



der beschuppten Reptilien in meLrere Abtheilungen oder Gruppen ordnen, die aber durch Metamorpiio- 

se der Qi 
fortsätze. 



mancherlei Uebergänge in einander fliessen : ^^ " "' 



I. Die vordere Wand besteht aus deutlich und gleichinässig geson- 
derten Ringen. Sie unterscheidet sich, wenn man von den seitlichen Yerbindungen der 
Ringe absieht, kaum von der Luftröhre. Nur an der obern Spitze wird die Bildung eigen- 
thümlich dadurch,, dass die obersten Querfortsätze in einem Winkel oder Bogen zusammentre- 
ten, und also das S])atium zwischen den 2 obersten Knorpelstreifen entweder dreieckig (Taf. 
m. Fig. 16. 48.) oder zu einem Kreisabschnitt wird (Taf. III. Fig. 7. 12. 23. u. A.). So 
verhält es sich bei allen Schlangen, Python und Boa ausgenommen, unter den Sauriern da- 
gegen nur bei Cephalopeliis, Ampliisbaena^ Anguis, Zygnis und Euprepes. 

Bei dieser Form der vordem Wand durchläuft die hintere Wand eine Reihe von ]Me- 
tamorphosen, die man in folgender Weise ordnen kann: 

1. Die hintere Wand ist, ganz wie die vordere, aus discreten Knorpelringen gebildet. 
Hydrophis (Taf. III. Fig. 11.) und Zygnis. 

2. Die hintern Querfortsätze bilden sich nur am obern Rande des Kehlkopfs aus und 
treten zu einem Ringe zusammen (dass sie zuweilen nicht vollständig von beiden Seiten ver- 
schmelzen, sondern nur durch eine Naht verbunden sind, ist schon erwähnt worden) ; der übrige 
Theil der hintern Wand ist häutig. Diese Form findet sich bei Vipera Berns (Taf. III. 
Fig. 4. 6.), Elaps (Fig. 9. 10.), Coelopeltis (Fig. 16.), Coronella (Fig. 24.), Coluber 
ßavescens (Fig. 28.), Coluber pholidostictus (Fig. 31.), Cylindrophis (Fig. 48.), auch 

bei A?nphisbaena. 

3. Der oberste Ring ist, wie bei der zweiten Form, einfach und geschlossen. Wei- 
ter abwärts sind zwar hintere Querfortsätze angedeutet oder gebildet, erreichen aber einander 
nicht und die Mitte der hintern Wand ist häutig. Die Querfortsätze erscheinen bald wie 
Einkerbungen, ähnlich denen von Salamandra maculata (Taf. I. Fig. 16.), bald sind es 
deutliche Querleisten. Beispiele der ersten Art sind Naja tripudians (Taf. III. Fig. 7.), 
Dryophis (Fig. 13. 14.), Psamtnophis (Fig. 15.), Dipsas annulatus (Fig. 17.); die 
zweite Form zeigen Dipsas bucephalus (Fig. 20.), Dendrophis (Fig. 37.), am vollkom- 
mensten Typhlops (Fig. 49.). 

4. Der oberste und unterste Ring der hintern Wand ist geschlossen. Es bleibt eine 
rundliche oder eckige Lücke, über welche die Haut wie an einem Rahmen ausgespannt ist. 
So verhält es sich bei Euprepes Telfairii (Taf. IV. Fig. 7.). 

In den vier bis jetzt genannten Fällen hat noch keine Verschmelzung der einzelnen 
Ringe mit einander Statt gefunden, und wenn der Kehlkopf seiner höhern Entwicklung da- 
durch entgegengeht, dass mehrere Ringe sich zu soliden Knorpelplatten verbinden, so steht 
also die hintere Wand bisher der vordem gleich oder ist selbst hinter ihr zurückgeblieben. 
In den folgenden Formen aber eilt sie derselben voraus. Es verbinden sich nämlich 

5. die obern Ringe zu einer breiten Knorpclplatte bei Homalopsis aer (Taf. III. 
Fig. 21.) und bei Tropidonotus (Fig. 22. 23.) ; der übrige Theil der hintern Wand ist 
häutig mit glatten oder wenig ausgezackten Seitenrändern. 

6. Bilden sich die hintern Querfortsätze in der ganzen hintern Wand oder im gröss- 
ten Theil derselben, und zwar immer von oben beginnend, zu einer Knorpclplatte um, die 



5* 



^^ 



36 

entweder nur den Läufigen Zwisclienräumeu entsprechende getrennte OefFnangen zeigt (Taf. III. 
Fig. 3. 7. von Crotalus nnd Herpetodryas), oder im untern Tlieil eine Längstheilung mit 
unregelmässigen Rändern, wie bei Coluber pullatus (Fig. 36.) und Eryx turcicu» oder 
aucli ganz solid ist und die Art ihrer Entstehung nicht mehr verräth. So verhält sich Ce- 
phalopeltis und Aiiguis (Taf. IV. Fig. 2.). Bei Crotalug und Coluber pullatin wer- 
den durch die hintere Knorpelplatte die untersten Kehlkoj)fringe noch zusammengehalten, nach- 
dem sie bereits an den Seiten sich von einander abgelöst haben. 

n. Die Ringe der vordem Wand verschmelzen, jedoch so, dass Spu- 
ren der Interstitien zurückbleiben. Python nnd Boa (Taf. III. Fig. 42. 46.) zeigen 
den Uebergang, indem die untern Kehlkopfringe vorn noch ganz getrennt sind, und nur an den 
obern die Verschmelzung beginnt. Auch bei den andern obliteriren in der Regel die Inter- 
stitien von oben nach unten. Die Residuen derselben zeigen sich entweder in der Mitte als 
schmale Querstreifen oder rundliche OefFnungeu (Taf. HI. Fig. 42., Taf. IV. Fig. 8. 12. 
14. 17., Taf. V. Fig. 23. 27. 30.), oder auch als nnregelmässige Figuren in der 3Iitte oder 
an den Seiten (Taf. IV. Fig. 50. 52. 70.). Häufig wächst eine Brücke von den Knorpel- 
ringen über die Mitte der Interstitien, so dass aus einem Querspalt mehrere seitliche Oeffnun- 
gen werden (Taf. IV. Fig. 4. 29. 30.). Ein Schritt zu dieser Bildung kommt schon bei 
einigen Schlangen vor, z. B. an den obern Kehlkopfringen von Hydrophis (Taf. III. Fig. 11.) 
und Coluber pullatus (Fig. 35.) ; bei Coluber ßavescens (Fig. 28.) sieht man ein schma- 
les Knorpelstreifchen von der vordem Spitze herabsteigen, welches den zweiten Ring nicht 
erreicht. Regelmässig aber ist die Form unter den Schlangen nur bei Python und Boar, 
unter den Sauriern fand ich sie bei Cyclodus, Ophisaurus , Zonurus, den Geckonen, bei 
Tropidurus torquatus, Phrynocephalus^ Ophryoessa^ Draco, Culotes und Hydrosau- 
rus, und unter den Schildkröten allein bei Chiosternoti clausum. 

Auch bei dieser Abtheilung kommen wieder mancherlei Verschiedenheiten in der Bil- 
dung der hintern Wand vor, welche die der vorigen Gruppe wiederholen. 

1. Die hintere Wand ist, wie die vordere, aus unvollkommnen verschmolzenen Rin- 
gen gebildet. Die Zahl derselben ist gleich bei Tropidurus torquatus (Taf. IV. Fig. 29.), 
bei Calotes dagegen (Fig. 54.) ist die Spur der Trennung zwischen beiden obern Ringen 
verschwunden und nur noch zwischen den beiden untern sichtbar. 

2. Die hintern Fortsätze sind zu einer Knorpelplatte verbunden, welche nach oben 
solid ist, nach unten aber aus einander tritt, so dass die 3Iitte des untern Theiles nur häutig 
ist. So bei Python (Taf. III. Fig. 44.) und bei Boa (Taf. HI. Fig. 47.), ferner bei 
Phrynocephalua (Taf. IV. Fig. 31. 34.), wo man noch Einkerbungen, den Ringen entspre- 
chend, wahrnimmt, bei Hydrosaurus und Cinosternon (Taf. V. Fig. 17.). 

3. Die hintere Wand ist oben und unten vollständig geschlossen, in der 3Iitte aber 
bleibt eine Lücke in dem Knorpelrahmen, über welchen die Haut gespannt ist. Cyclodus 
(Taf. IV. Fig. 5.), Ophisaurus (Fig. 8.) und Ophryoesaa (Fig. 51.). Bei Ophismtrus 
ist es der letzte Kehlkopfring, welcher den Rahmen unten schliesst, bei Cyclodus sind es 
zwei, bei Ophryocssa 4 Ringe. 

4. Ganz solid ist die hintere Wand im Kehlkopf bei Zonurus (Taf. IV. Fig. 4.), 
den Geckonen (Fig. 15. 18.) und bei Draco. 






3^ 

III. Die Ringe des Kehlkopfs sind an der vordem Wand tLeilweise 
zu. einer einfachen Platte verschmolzen. Einer oder mehrere derselben 
aber, und zwar immer die untersten, werden noch durch Interstitien oder 
durch Reste von Interstitien getrennt. 

Hierher gehören Pseudopus, Sceloporus, Tropidurus microlophus , Trapelus, 
Cyclura^ Iguana, Chamaeleopsis, Lacerta, Ameiva, Podinema, von den Krokodilen al- 
lein Alligator lucius, endlich alle Schildkröten mit Ausnahme von Cinosiernon. 

Unter den genannten müssen aber Sceleporus, Tropidurus und Alligator noch eine 
besondere Abtlieilung bilden. Bei den übrigen verschwinden die Interstitien von oben nacli 
unten allmälig (s. Pseudopus Taf. IV. Fig. 9. — Iguana Fig. 45. — Podinema Fig. 70. 
— Testudo Taf. V. Fig. 23. — Sphargis Fig. 30.) und wenn auch nur der letzte Kehl- 
kopfring noch getrennt ist (wie bei Ameiva Taf. IV. Fig. 68.), so ist er nicht entschieden 
vom Kehlkopf abgesetzt. Bei Sceloporus (Taf. IV. Fig. 24. 25.) und Tropidurus (Fig. 
27. 28.) dagegen ist allein der unterste Ring des Kehlkopfs noch abgesetzt, während die 
übrigen zu einer einfachen Platte verschmolzen sind, und dieser untere Ring scheint, wenn 
man den Kehlkopf von vorn betrachtet, ganz abgelöst und ist nur noch an der hintern Wand 
mit ihm verbunden. Umgekehrt hängt bei Alligator lucius (Taf. V. Fig. I. 2. 5.) der 
unterste Ring blos durch eine schmale Brücke in der Mitte der vordem Fläche mit dem übri- 
gen Kehlkopf zusammen und verhält sich fast ganz wie der folgende Trachealring. Er wird 
auch, indem die Brücke verschwindet, zum ersten Trachealring, wie man durch Vergleichung 
mit dem Kehlkopf der andern Krokodile sieht. 

In dieser Abtheilung erst beginnt die vordere Wand des Schildknorpels sich eigen- 
thümlich zu formen. Der untere Rand der verschmolzenen Ringe bei Sceloporus und Tro- 
pidurus ist auf eine zierliche und regelmässige Weise ausgeschweift. Es bildet sich ein 
Längskiel bei Cyclura (Taf. IV. Fig. 42.), eine vordere Längsfirste bei Lacerta (Fig. 60.) 
und Tropidurus (Fig. 27.), und eine Querfirste, so dass der obere und untere Theil der 
vordem Wand in einem Winkel zusammenstossen bei Emys (Taf. V. Fig. 18. 21.). 

Nach der Bildung der hintern Wand kann man die hierher gehörigen Reptilien fol- 
gendermaassen weiter abtheilen: 

1. Ganz offen ist die hintere Wand allein noch bei Iguana tuberculata (Taf. I\ . 
Fig. 16.). Die hintern Querfortsätze treten jederseits zu unregelmässig ausgezackten Knor- 
pelplatten zusammen. Zwischen den beiden Knorpelplatten bleibt eine schmale Spalte. 

2. Oben geschlossen, nach unten weit offen ist die hintere Wand bei Pseudopus 
(Taf. IV. Fig. 10.) und Cyclura (Fig. 43.). Die obere Commissur ist bei der letzteren 
sehr schmal, im Winkel gebogen und durch einen Einschnitt von den Knorpel platten getrennt, 
welche durch Verschmelzung der hintern Querfortsätze entstanden sind, eine Bildung, welche 
die bevorstehende Trennung des obern Schlussstücks andeutet; ich muss auf dieselbe noch zu- 
rückkommen. 

3. Oben und unten geschlossen, in der Mitte offen finden wir das Knorpclgerüst der 
hintern Wand bei Sceloporus (Fig. 25.), Tropidurus (Fig. 28.) ^ Trapelus (Fig. 36.), 
Podinema (Fig. 71.) und bei Chamaeleopsis. 

4. Der Schildringknorpel ist hinten wie vorn aus unvollkommen verschmolzenen Knor- 



38 

pelringen gebildet bei Lacerta (Fig. 61.) und Ameiva (Fig. 69.), uud nntcr den Schild- 
kröten bei Trioiiyo) und Sphargis (Taf. V. Fig. 15. 31.), und zwar hält die Obliteration 
in der hintern und vordem Wand gleichen Schritt bei den genannten Sauriern; die Tren- 
nung der Ringe reicht in der hintern Wand weiter hinaaf bei Triomjx^ in der vordem bei 
Sphargis. 

5. Ganz solid ist die hintere Wand der Cartilago thyreocricoidea nur bei Alli- 
gator lucins (Taf. V. Fig. 3.) und bei Testudo (Fig. 24.). Aach bei Chelonia sieht 
man keine Sj)ur der Zusammensetzung aus Ringen (Taf. V. Fig. 28), dagegen, wie bei 
Emys, die Abtrennung des obersten Theils {d Fig. 28. 29.), von welchem später aosfiihrli- 
cber die Rede sein soll. 

IV. Jede Spur von häutigen Zwiscbenräuraen in der vordem Wand 
ist verschwunden. Nichts deutet mehr auf die Entstehung des Kehlkopfs aus einzelneu 
Querfortsätzen oder Ringen; zugleich nähert sich dadurch die vordere Fläche des Schildring- 
knorpels in der Form mehr oder weniger dem Schildknorpel der höhern Thiere. Er ist noch 
ganz glatt und mit geradem untern Rand bei Plirynosoma (Taf. I^ . Fig. 22.) und Anolis 
(Fig. 40.) ; bei Alligator palpehrosiis und Crocodilus biporcatus erscheint der untere 
Rand in der 3Iitte eingebogen, an den Seiten ausgeschweift (vom obern Rande wird sogleich 
die Rede sein)^ aber noch ohne vordem Winkel oder Kiel (Taf. Y. Fig. 8.). Der erste 
Trachealknorpel hat bei Alligator einen dem untern Rande des Ringschildknorpels entspre- 
chenden, convexen obern Rand, bei Crocodilus ist er ganz schmal und kurz und liegt zwi- 
schen den abwärts steigenden seitlichen Fortsätzen des Ringschildknorpels. * Endlich entmk- 
kelt sich bei Polychrus (Taf. lY. Fig. 38.) und bei Rhampitostoma (Taf. Y. Fig. 11.) 
die vordere Fläche der Cart. thyreocricoidea völlig zu der Gestalt, die der Schildknorj)el 
vieler Säugethiere und des Menschen hat. Sie ist ^vie aus zwei im Winkel an einander 
stossenden verschoben rhombischen Flächen zusammengesetzt. In dem Ausschnitt, den die un- 
tern Ränder derselben mit einander begrenzen, liegt wie bei Crocodilus biporcatus der nn- 
vollkommne erste Trachealring (/ Fig. 36. Taf. lY., Fig. 11. Taf. ^ .). 
ainmaeieo. In diese Abtheilung gehört auch Chamaeleo (Taf. W . Fig. 55 — 59.), dessen Kehl- 

kopf wegen seiner ganz anomalen Bildung der Gegenstand vielfacher Untersuchung gewesen 
ist. Es öffnet sich nämlich bei diesen Thieren der Respirationscanal zwischen dem Kehlkopf 
und dem ersten Luftröhrenring in einen kugeligen, häutigen Sack, der von der Trachea aas 
mit Luft gefüllt werden kann. Diese Bildung scheint allen Arten der Gattung Chamaeleo 
zuzukommen ; ausser dem gemeinen Chamäleon {Chatnaeleo africamis) ist sie auch bei Cha- 
maeleo pumilus von Meckel ** nachgewiesen worden; kein anderes Reptü aber hat ein 



" Der Larynx des Krokodils besteht demnach aus drei Stücken, dem Schildringknorpel und den beiden Giess- 
beckenknorpeln. So beschreiben ihn auch Meckel (vergleichende Anat. YI. p. 433.), Mjlter (Analekten TM. I. 
p. 39.) und Jaeger (Beobachtungen über die Anatomie des Krokodils. Tübingen 1837. p. 19.). — Cütier (ver- 
gleichende Anat. Bd. rV. p. 383.) und Tiedemann (Tiedemann, Oppel und Liboschltz Naturgeschichte der Am- 
phibien p, 38.) geben fünf Knorpel an. Sie haben wahrscheinlich junge Thiere untersucht, bei welchen der vön hin- 
ten nach vom plattgedrückte Schildringknorpel leicht an den seitlichen Kanten durchbricht. 

'* Deutsches Archiv. Bd. V. 1819. p. 230. 



39 

ähnliclies Organ. Zwar wird anch von den Calotes, den Basilisken, Leguans, Anolis, ii. A. 
angegeben, dass sie einen Kelilsack besitzen, der aufgeblasen werden könne; ich habe aber 
bei keinem dieser Thierc, so wenig als Cüvier, * weder eine OefFnung des Kehlkopfs oder 
der Luftröhre, noch einen mit denselben zusammenhängenden Sack unter der Haut gesehen, 
und glaube, dass der Schein des Aufblähen« der Kehlgcgend nur entstehen kann durch Vor- 
treten der untern Zuugenbeinhörner (Taf. IV. Fig. 48. A), an welche die Haut der Kehl- 
gegend befestigt ist. 

Am genauesten hat Treviranus ** den genannten Apparat des gemeinen Chamäleons 
beschrieben, mit folgenden Worten: „Es liegt auf der untern (vordem) Seite der Luftröhre 
zwischen dem vordem (obern) Rand des ersten Ringes derselben und dem hintern (untern) 
Rand des Kehlkopfs eine kleine Querspalte, die zu einer aus einer festen fibrösen Haut be- 
stehenden, mit Luft angefüllten Blase führt. Beide Ränder der Spalte setzen sich innerhalb 
der Blase in einen kleinen platten, der Epiglottis der Säugethiere ähnlichen Knorpel fort. 
Diese zwei Knorpel passen mit ihren einander zugekehrten Flächen genau auf einander, wie 
die Blätter einer flachen Zange, und verschliessen die Spalte, wenn der Kehlkopf nach 
vorn und oben gezogen ist, begeben sich aber von einander und gestatten der Luft einen Aus- 
und Eingang, wenn derselbe sich nach hinten bewegt.*' 

In der ruliigen Lage des Kehlkopfs nach dem Tode ist die Spalte geöffnet. Ich 
habe den Kehlkopf mit dem geöffneten Kehlsack auf Taf. IV. Fig. 58. vergrössert darge- 
stellt und der Angabe von Treviranus nichts weiter hinzuzufügen, als dass die beiden Knor- 
pelfortsätze , die sich besser mit einem Vogelschnabel vergleichen Hessen, an ihren einander 
zugekehrten Flächen rinnenförmig ausgehölt sind, und dass der obere auf der obern Fläcbe 
eine Firste trägt. An diese Firste und dem untern Theil der vordem Fläche des Schildring- 
knorpels befestigt sich ein dünnes Septum, welches von der obern Wand des Kehlkopfs her- 
abhängt, nach unten mit einem scharfen, halbmondförmigen Rand endet (Fig. 58. K"). Ein 
ähnliches sehr kleines häutiges Bändchen heftet den untern Schnabel an die Vorderfläche der 
Trachea und hat einen freien geraden Rand (Fig. 58. /l). Durch beide wird der Kehlsack 
unvollkommen in zwei Hälften geschieden, die durch eine weite runde OefFnung mit einander 
communiciren. In der Abbildung ist die rechte Hälfte des Kelilsacks bis auf ein kleines zu- 
rückgeschlagenes Restchen am obern Rande weggenommen. 

Was die hintere Wand des Kehlkopfs bei dieser vierten Abtheilung betrifft, so kommt 
auch an ihr keine Abtheilung in Ringe mehr vor; sie ist oben durch Knorpel geschlossen und 
unten häutig h^i Anolis (Taf. IV. Fig. 41.), bei Polychrus und Chamaeleo ist sie fast ganz 
solid wie die vordere Wand, nur am untern Rande befindet sich noch ein kleiner rundlicher 
Ausschnitt (Fig. 39. 57.). Endlich stellt der Schildringknorpel des Phnjnosoma (Taf. IV. 
Fig. 23.) und der Krokodile (Taf. IV. Fig. 3. 12.) einen ganz vollständigen Knorpelring 
dar, der nur hinten etwas niederer ist, als vorn. 



* Vorlesungen übet vergleicliende Anatomie Bd. IV. p. 386. 

*• Erscheinungen und Gesetze des organischen Lebens IW. I. (>. 253. 



40 

* Naclidem nanmeLr die Entwickelung des Scbildringknorpels im Allgemeinen dargestellt 

worden ist, verdienen die Fortsätze desselben an der vordem obern und an der hintern Spitze, 

so wie an den Seiten noch eine besondere Betrachtung. Ich handle zuerst von der vordem 

obern Spitze. 

Vordere Spit- Sie entsteht dadurch, dass die obersten vordem Querfortsätze in einen ^Vinkel zusam- 

ze er art. jjjgj,(jej^en ^^j jies geschieht deutlich überall, avo die einzelnen Kehlkonfrinffe in der vordem 

thyreocricoi- ^ n ^ i o 

dea Wand noch getrennt sind. Man betrachte Taf. III. Fig. 10. [Elaps lacteus), Fig. 18. 

beigetrenn- 23. 28. 33. 48., Taf. FV". Fig. 2. Eben so verhält sich auch llysia und Amphisbaena. 
ringen. ^^^ vielen Schlangen werden die zwei einfachen aufsteigenden und unter einem AVinkel zu- 

sarainenstossenden Querfortsätze selbst wieder, indem sie sich einander nähern, durch eine oder 
mehrere Querleisten verbunden. Am häufigsten findet sich nur Eine solche Querleiste zwischen 
den bogenförmig convergirenden Knorpelstreifen der Spitze (Taf. III. Fig. 8. II. 21. 24.), 
zwei kommen vor in Taf. III. Fig. 15. 16. 17. 37, drei bei Drt/ophis und Herpetodri/as 
(Taf. III. Fig. 13. 40.). Man kann in Zweifel sein, ob die seitlichen, aufsteigenden Knor- 
pelstreifen hier wirklich als Querfortsätze oder Kehlkopfringe zu deuten seien, da sie selbst 
wieder Quersteifen abschicken. Allein aus der Betrachtung des Kehlkopfs von Euprepets 
(Taf. IV. Fig. 7.) erklärt sich das Yerhältniss leicht. Hier convergiren die obersten vordem 
Querfortsätze gegen ihren Ursprung vom absteigenden Seitenknorpcl hin und ihre "Wurzeln 
verschmelzen gleichsam. Denkt man sich die Interstitien der Ringe etwas weiter, so gleicht 
der Kehlkopf den eben beschriebenen Schlangenkehlköpfen und es lässt sich einsehen, wie der 
zweite Querring, statt unmittelbar vom Seitenknorpel, vom ersten Querring entspringen kann. 
Der obere Winkel, den die beiden obersten, zusammenstossendeu Querfortsätze mit 
einander bilden, ist zuweilen abgerundet (Taf. III. Fig. 18. 23.), meistens aber spitz und 
iVocesstts epi- kann sich in einen längern oder kürzern schmalen Fortsatz verlängern, den ich den Proces- 
^ " ^"'^' 8U8 epiglotticus nennen werde. Es soll aber damit nicht gesagt werden, dass, wo ein Pro- 
cessus epiglotticus am Kehlkopf, auch immer eine Epiglottis an der Zuugenwurzel sich 
finde. Vielmehr entwickeln sich diese beiden Theile, wie noch später gezeigt werden soll, 
ganz unabhängig von einander. Um einen Processus epiglotticus legen sich zuweilen die 
Giessbeckenknor])el so an, dass er in seiner ganzen Länge von denselben umfasst wird und 
nicht über die Glottis hervorragt, und so findet sich umgekehrt oft eine blos häutige Quer- 
falte hinter der Zunge, die die Glottis bedeckt, aber von den Kehlkopfknorpeln ganz nnab- 
hängig ist. "Eine wahre Epiglottis entsteht aber dann, wenn ein Processus epiglotticus 
vom Kehlkopf aus gleichsam in die praeformirte Querfalte hinter der Zuugenwurzel hin- 
einwächst. 

Der Processus epiglotticus ist anfangs nur kurz, zugespitzt oder abgerundet. So 
erscheint er bei Vipera berus (Taf. III. Fig. 4.), Naja tripudians (Fig. 7.), Elaps 
lemiiiscatus ( Fig. 9. ) , TypMops ( Fig. 49. ) und Enjx turcicus. 3Ian überzeugt 
sich dabei sogleich, dass auch die Abwesenheit oder der 3Iangel dieses Fortsatzes, obgleich 
nicht so sehr individuellen Schwankungen unterworfen, wie die Verwachsung oder Ablösung 
der Giessbeckenknorpel, doch für die zoologische Systematik ganz ohne V^erth ist. Der 
Processus epiglotticus findet sich bei Naja tripudiaus und fehlt bei Naja haje (Fig. 8.), 
er findet sich bei Elaps lemniscatus und fehlt bei Elaps lactcus (Fig. 10.). Unter drei 



41 

Arten von Tropidonotus fand ich ihn nur bei TV. natrix. Er kommt vor bei Ldophi» 
poecilogi/rus und L. reginae und fehlt bei LiopJiü cobella; unter der Menge von Co- 
lubern, die ich untersachte, sah ich ihn nur bei Coluber Nattereri und dem sogleich zu 
beschreibenden C. pholidosiicius Wiegm. 

Eine Spur von Yerbreiterung zeigt sich an der Spitze des Processus epigloiticus 
bei Crotalus (Taf. III. Fig. 3.) und Tropidonotus natriic (Fig. 22.), welche sich später 
zu der zungenförmigen Gestalt der Epiglottis höherer Thiere ausbildet. Ganz isolirt aber 
steht die Form , welche der Processus epiglotticus in Coluber pholidosiicius annimmt. Coiuier phoH- 
Er ist Taf. III. Fig. 30. von vorn, Fig. 31. von der Seite und Fig. 29. g so dargestellt, ''''*'"^"*''- 
wie er sich vor der Präparation im Zusammenhang mit der Zungenwurzel verhält. Er hat 
die Gestalt eines Beils mit abgerundeter, aber scharfer Schneide und dringt, wenn er nieder- 
gedrückt wird, in die Höhle des Kehlkopfs durch die Glottis ein, so dass er die Glottis nicht 
bedeckt, sondern verschliesst. 

Wenn nunmehr die vordem Hälften der Kehlkopfringe zu einer durchbrochenen oder Vordere Spiu 
soliden Knornelmasse verschmelzen, so stellt der obere Rand derselben in seiner einfachen^® ei ver- 

■• ' wachsenen 

Form einen mehr oder minder stark gewölbten Bogen dar, wie in Taf. IV. Fig. 4. 8. 12.Kehij£opfrin- 

22., Taf. Y. Fig. 15. 16. 23. Es bildet sich aber dieser Rand nach zwei verschiedenen ^®°* 

Richtungen aus, indem in der Mitte desselben entweder eine Einbiegung erscheint, oder der 

mittlere Theil sich in eine Spitze erhebt. Eine ganz schwache Einkerbung des obern Randes 

findet sich schon bei unguis (Taf. IV. Fig. 2.), deutlicher tritt diese Bildung hervor in 

den Kehlköpfen der Geckonen (Taf. IV. Fig. 14. 17.), ferner von Pseudopus (Taf, IV. 

Fig. 9.) von Laceria (Fig. 60.) und Ameiva (Fig. 68.), und von Emys (Taf. V. Fig. 

18. 21.). — Zugespitzt dagegen ist der obere Rand des Kehlkopfs bei Pyihon (Taf. III. 

Fig. 42.), bei Podinema (Taf. IV. Fig. 70.) und bei Sphargis (Taf. V. Fig. 30.) und 

es zeigt sich hierin wieder der Anfang eines Processus epiglotticus. Auch bei Chelonia 

(Taf. V. Fig. 27 — 29.) erhebt sich der mittlere Theil des obern Randes in eine Spitze, 

die sich nach hinten krümmt; zu jeder Seite derselben ist der Rand zweimal eingebogen und 

von der Spitze steigt an der innern Fläche des Knorpels eine Längsfirste herab, die sich bei 

den Vögeln weiter zu der longitudinalen Scheidewand des Kehlkopfs und selbst der Luftröhre 

entwickelt. 

Es kommt endlich auch eine Combination aus den beiden genannten Formen vor, in- 
dem der obere Rand eine mittlere Einbiegung hat, aus deren Tiefe sich wieder eine Spitze, 
selbst ein Processus epiglotiicus erhebt. Bei allen Krokodilen ist der obere Rand tief aus- 
geschnitten und vorn in der Mitte des Ausschnitts liegt die kurze Spitze, die noch niedriger 
ist, als die Seiten des Kehlkopfs (s. Taf. V. Fig. 1. 8. 11.). Bei Sceloporus (Taf. IV. 
Fig. 24.), Tropidurus torquatus (Fig. 29.), Trapelus (Fig. 35.), Iguana (Fig. 45.) 
und Chamaeleo (Fig. 56.) ist dagegen zu jeder Seite des Processus epiglotiicus, der den 
übrigen Rand des Schildringknorpels weit überragt, ein mehr oder minder tiefer Ausschnitt. 

Ich wende mich jetzt zum Processus epiglotticus des Kehlkopfs mit verschmolzenen iVocess»«,?;)*- 
Ringen bei Boa und den Sauriern (denn bei den Krokodilen und Schildkröten kommt dieser ^'*'""^''*' 
Knorpel nicht vor). Uebcr sein Verhältniss zur Schlcimhautfalte an der Zungenwurzcl {Plica 
epiglotiicä) gilt für die Saurier, was oben bei den Schlangen bereits bemerkt wurde. Da- 

Hemib, Beschreibung des Kelilkopfa. O 



4» 

gegen wird er für die Classification der Saurier schon von grösserem Wertli, denn er fehlt 
constant bei den Eidechsen {Monitor, Ameiva, Lacertd), Geckonen, Scinken und Araphi- 
sbänen, und findet sich fast constant bei den Agamcn, denn nur bei Phrt/nosoma Labe ich 
ihn verinisst, und bei Chamaeleo. Doch kommen auch Uebergänge vor, denn die vordere 
Spitze des Schildringknorpels von Podinema (Taf. IV. Fig. 70. c) ist kaum kürzer als der 
obere Fortsatz des Tropidurus microlophus (Fig. 27. c). 

Länge und Gestalt des Processus epiglotticus sind sehr verschieden. Ganz eigen- 
thümlich, breit und platt ist er bei Boa (Taf. III, Fig. 46.). Auch bei Tropidurus mi- 
crolophus ist er kurz, breit und ])latt (Taf. IV. Fig. 27.) und trägt eine mittlere Firste 
als Fortsetzung der vordem Längsfirste des Scliildringknorpels. Einen ganz einfachen, cylin- 
drischen, ein wenig zuges])itzten Knorpelstreifen stellt der Processus epiglotticus von Tropi- 
durus torquatus dar (Taf. IV. Fig. 29.). Nun breitet die Spitze dieses Stiels sich aus 
und plattet sich ab, wie bei einigen Schlangen, so bei Clianiaeleo (Fig. 56.), wo das Ende 
fast gerade abgestutzt ist. Unter mancherlei Gestalten, immer breiter im Verhältniss zum cy- 
lindrischen Stiel, zungen-, myrtenblatt-, lanzenförmig sehen wir die Sj)itze des Processus epi- 
glotticus bei Trnpelus (Fig. 35.), Polychrus (Fig. 38.), AnoUs (Fig. 40.), Calotes 
(Fig. 52. 53.). Sie näliert sich ganz der Form der Epiglottis höherer Thiere bei Phryno- 
cephalus (Fig. 30.), Iguana (Fig. 45.), Ct/clura (Fig. 42.), hier auch durch den halb- 
cylindrischen Kiel der vordem Fläche, und es scheint zur Bildung einer Sängethier-Epiglot- 
tis nichts weiter zu fehlen, als dass der Stiel, wodurch das zungenförmige Blättchen am Schild- 
ringknorpel befestigt ist, sich in fibröses Gewebe verwandle. Auffallend kurz ist der Stiel, 
auf welchem der Kehldeckel sitzt, bei Sceloporus (Fig. 24.) und bei Ophryoessa (Fig. 50.) 
ist er gänzlich verschwunden. — Bemerkenswerth ist noch für die Folge, dass bei Iguaiia 
der Processus epiglotticus an seiner Basis einen kurzen, von den Seiten compriinirten, nach 
hinten schneidenden Fortsatz trägt, der sich zwischen die Cartt. aryiaenoideae legt, ^^ir 
sahen eine ähnliche Längsfirste der vordem Wand im Larynx der männlichen Pipa und wer- 
den derselben bei Chelonia und alloemeiner bei den Vögeln wieder beo-e^jnen. 
Hintere Spit- Dies sind die Metamorphosen des Processus epiglotticus bei den Reptilien. Ich 

ih eocrico' ' ^ö™™'^ nunmehr zur Beschreibung der hintern obem Spitze. Auch ans dieser wächst zuwei- 
se«, len eine dem Kehldeckelfortsatz analoge Spitze hervor; sie ist am auffallendsten bei Coelo- 
peltis lacertina (Taf. III. Fig. 16. </), von der Gestalt eines Fünfecks mit coucaven Sei- 
ten. Etwas ähnliches sieht man bei Colubcr pullatus (Fig. 36. d) und unter den Sauriern 
bei Sceloporus torquatus, Tropidurus microlophus^ Anolis velifer etc. (Taf. IV. Fig. 
25. 28. 41. d). 

Der eigenthümlichen Bildung der hintern Spitze bei Cyclura (Taf. IV. Fig. 43. d) 
wurde schon gedacht; sie ist schmal und durch einen tiefen Einschnitt von dem übrigen ab- 
Cnrtiiaffo gerundeten obern Rand des Schildringknorpels getrennt. Die Vermutliung liegt nahe, dass 
eine völlige Abtrennung der beiden dünnen Schenkel, welche die Spitze bilden, vom übrigen 
Knorpel bevorstehe. Bei den Sauriern fand ich solche Abtrennung nicht, bei den Schlangen 
in einem Fall {Coluber rufiventris, Taf. III. Fig. 34. </), ob sie aber normal oder nicht 
etwa gar durch einen Fehler der Präparation entstanden war, konnte ich nicht entscheiden, 
da mir ein zweites Exemplar dieser Species nicht zu Gebote stand. Dagegen ist die Ab- 



4» 

trennung des oljern Tlieils der hintern Wand Regel in den Gattnngen Emys und Chelonia 
unter den Schildkröten. 

Der obere Halbring, welcher bei Cinosternon (Taf. Y. Fig. 17. d) die Giessbek- 
kenknorpel trägt, ist bei Emys durch zwei Nähte jederseits von den Seitenwänden des Schild- 
ringknorpels getrennt und zu einem sclbstständigen Kehlkopfstück (Fig. 19. d) geworden. 
Es hat, da es die Gelenkflächen für die Giessbeckenknorpel trägt, den wesentliclisten Theil 
der Bedeutung der Cartilago cricoidea der Säiigethiere und soll mit diesem Namen bezeich- 
net werden. Der Rest des bisher Schildringknorpel genannten Ringes ist daher Schildknor- 
pel. Er ist bei Emi/s, wie der Schildknorpel der Säugethiere, hinten offen, doch liegen 
einige unvollkommene Knorpelstückchen in dem unterm häutigen Theil der hintern Wand, * 
Bei Chelonia (Taf. Y. Fig. 27 — 29.) ist der Schildknorpel auch hinten völlig geschlossen 
und trägt in der Mitte des obern Randes eine Hervorragung (/5'). Dieser entsprechend ist 
der untere Rand der Cart. cricoidea concav; seine Seitenränder stehen theils mit der Cart. 
thyreoidea^ theils mit den untern Winkeln der Giessbeckenkuorpel in Yerbindung, theils 
liegen sie frei; der obere Rand endlich ist in eine nach hinten umgebogene Spitze (J') ver- 
längert. 

Uebrigens begegnen wir dieser Abtrennung des hintern obern Theils der Kehlkopfwand 
bei den Schildkröten nicht zum ersten Mal. Man erinnert sich, dass auch unter den Batrachiern 
und zwar bei dem Weibchen von Pipa der obere Theil der hintern Stimmladenwand als ein 
besonderer Knorpel erschien (Taf. II. Fig. 12. 13. o), der schon dort als Cart. cricoidea 
bezeichnet wurde. Wie aber aus der Cart. cricoidea der genannten Reptilien der Ring- 
knorpel der Säugethiere wird, kann erst sj)äter gezeigt werden. 

Schliesslich muss ich noch eine Eigenthümlichkeit des Geckonenkchlkopfs erwähnen, Seitiicii« 
die sonst nirgends vorkommt. Es ist ein kurzer, cylindrischer, querer Fortsatz {b' Taf. IV. ^*"^'^^'^^ ''*'' 
Fig. 14 — 18.), welcher breit und gleichsam mit zwei Wurzeln von der Seitenwand des Schild- cmoirfea. 
ringknorpels entspringt und dem Seitenmuskel oder Oeffner des Kehlkopfeingangs zur Anhef- 
tung dient. 



Ich kann jetzt zu der S. 34 abgebrochenen Beschreibung der weitern Entwickelung Cartuago ary- 
des Giessbeckenknorpels, nach vollendeter Ablösung desselben vom Ringknorpel, zurückkehren.'"^""*'*'''' 

So lange die Cart. arytaenoidea noch unzertrennlich mit dem Schildringknorpel zu- 
sammenhängt, ist sie entweder ganz schmal, oder doch an der Basis sclimal, daher lanzen-, 
myrtcnblattförmig u. s. w. So ist sie auch noch, wo schon eine Naht zwischen ihr und der 
Cart. thyreocricoidea gebildet ist, so lange die Trennung noch nicht constant geworden, 
also bei den meisten Schlangen und den schlangenartigen Sauriern. In allen Gattungen aber, 



' BoJANUS hat in Taf. XVII. Fig. 76 — ■ 78. seines unsterblichen Werkes Abbildungen des Kehlkopfs der 
Emys curopaea gegeben und unsere Carlüago cricoidea als ein besonderes Knorpelstii<-k, ebenfalls n)it J bezeichnet 
dargestellt. Er nennt sie: „Lamellula carlilaginea posterior, exciso margini carlilaginis ericoideac imposita." 
Seine C. cricoidea ist unser Schildknorpel. — Von Chelonia hat sie Mayer beschrieben und abgebildet (.4naleklen 
p. 40. Taf. III. Fig. 4. g) als „hintern Fortsatz des ringforuiigen Knorpels." 

6* 



I 



— 44 

in denen die Trennnng von Giessbecken- nnd SchUdringknorpel wohl etablirt ist, i«t die 
Grundform des erstem das Dreieck. Mit der einen Seite oder Basis sitzt er anf dem obern 
Rand des Schildringknorpels; diese Seite kann gerade sein, concav oder convex und selbst 
winklig (Taf. IV. Fig. 44.), je nachdem der obere Rand des Schildringknorj)els gerade oder 
gebogen ist. Die zweite Seite des Dreiecks sieht nach hinten, gegen die entsprechende Seite 
des Giessbeckenknorpels der andern Seite und begrenzt den Kehlkopfeingang ganz oder theU- 
weise. Die dritte Seite endlich ist die äussere, oft sehr genau mit dem vordem obern Rande 
des Schildringknorpels oder dem Seitenrande des Processus epiglotticus verbunden (Taf. IQ. 
Fig. 36. 46., Taf. IV. Fig. 45.), oft auch durch einen ansehnlichen Zwischenraum von 
demselben getrennt (Taf. IV, Fig. 53.), so dass zwischen beiden eine leere häutige Falte, 
entsprechend dem Ligamentum ary-epiglotticum der Säugethiere, sich hinzieht. Fehlt der 
Processus epiglotticus, so ist die äussere Seite nach Entfernung der Weich theile ebenfalls 
ganz frei, wie die innere (Taf. IV. Fig. 22.); wie die innern sind auch die äussern Seiten 
beider Giessbeckenknorpel einander zugewandt, aber vor der Präparation durch Muskeln nnd 
Bänder zu einer geschlossenen Wand verbunden. 

Der Giessbeckenknorpel liegt bald ganz in der hintern Fläche des Kehlkopfs, bald 
mehr zur Seite, mitunter reicht er auch anf die vordere Wand herum nnd dann kann die 
innere Seite zur hintern, die äussere zur vordem werden, Mie in dem eben erwähnten Fall, 
wo der Processus epiglotticus fehlt. So selien auch seine beiden Flächen immer die eine 
in die Höhle des Larynx, die andere gegen den Oesophagus, aber in Beziehung auf das ganze 
Thier bald nach vorn und hinten, bald nach innen und aussen. 

Es ist unnöthig, alle kleinen Variationen anzuführen, die sich in der Gestalt des 
Giessbeckenknorpels bemerken lassen. Er ist mehr oder weniger nach der Fläche gebogen, 
stumpfwinklig (Taf. IV. Fig. 13. 26. 57.), oder spitzwinklig (Taf. IV. Fig. 46.), selbst 
an der obern Spitze abgestutzt nnd daher viereckig (Taf, IV. Fig. 32.). Nur einige auf- 
fallende Formabweichungen will ich noch kurz berühren. 

Die obere Spitze ist in einem Winkel nach innen gebogen bei Phrynosoma nnd 
Cyclura (Taf. IV. Fig. 22. 44.). Bei Emys und Chelonia (Taf. V. Fig. 19. 29.) ist 
sie ebenfalls im Winkel gekrümmt, aber nach aussen, wodurch der Giessbeckenknorpel dieser 
Thiere dem des Menschen sammt den Santorinischen Knorpeln auffallend ähnlich vdrd. Seine 
Basis ist bei den genannten Schildkröten im Verhältniss zur Spitze sehr breit. Sie ruht noch 
zum grössten Theil auf dem Schildknorpel. Die hintere Spitze dagegen und der untere Theil 
des innern Randes articulirt mit dem Ringknorpel (S. Fig. 28.); der übrige Theü des in- 
nern Randes und der äussere sind frei. 
Form dersei- Nach einer andern Seite hin verändert sich der Giessbeckenknorpel bei den Krokodi- 

len, Trionyx, Cinosternon und Testudo. Die Cart. arytaenoidea des Gavial (Taf. V. 
Fig. 12. 13.) hat noch die gewöhnliche Gestalt, nur ist sie niedrig und ihre Basis so lang, 
dass nur ein kleiner Theil des obern Randes des Schildringknorpels vorn und hinten nicht 
von derselben bedeckt wird. Schon beim Krokodil (Fig. 10.) und bei Triojiyx (Fig. 15.) 
wird der untere Rand des Giessbeckenknorpels concav nnd erhebt sich in seiner 3Iitte vom 
obern Rand des Schildringknorpels. Darans wird zuletzt die abweichende Gestalt des Giess- 
beckenknorpels bei Alligator (Fig. 2. 9.), wo er jederseits Avie ein schmaler Bogen vom 



ben bei den 
Krokodilen. 



45 

bintern zum ^ordern Rand des Ringscliildknorpels gespannt ist, hinten breit, vorn schmaler, 
und mit einem spitzen Fortsatz auf dem höchsten Theil des Bogens {a Fig. 2. 9.). Ein 
Theil der Seitenwand des Larynx zwischen Giessbeckenknorpel und Schildringknorpel ist da- 
her bei diesen Thieren nur häutig. Auch die anomalen Giessbeckenknorpel von Cinoster- 
non und Tesiudo lassen sich leicht aus der Form von Trioni/o! ableiten, so dass diese 
gleichsam in der Mitte zwischen den Krokodilen und diesen Schildkröten steht. Es sitzt 
nämlich hier der vordere Winkel der Cart. arytaenoidea nicht mehr auf, sondern liegt frei 
im Fleisch. Der vordere Ast des Bogens krümmt sich rückwärts oder verscliwindet, und so 
bleibt der schmale, bogen- oder stiefeiförmige Giessbeckenknorpel (Taf. Y. Fig. 17. 24.) übrig. 

Endlich ist noch, als einer ungewöhnlichen Form, des Giessbeckenknorj)els der Gecko- Geckonen. 
nen zu gedenken. Er ist nur eine bisquitiörraige Platte (Taf. IV. Fig. 16. «), die mit dem 
innem Ende durch eine Art Schuppennaht, auf der innern Seite des Schildringknorpels be- 
festigt, mit dem andern Ende nach vorn und dem entsprechenden Knorpel der andern Seite 
entgegengeneigt ist; dabei biegt er sich zugleich etwas nach innen über die Kehlkopföffnung. 
Muskeln und Haut überziehen diese Knorpel in der Art, wie es durch die dunkle Fläche l 
der bezeichneten Figur angedeutet ist. Bei Platydactylus (Fig. 18. d) ist der Giessbek- 
kenknorpel etwas kürzer als bei den übrigen und steht mit der Basis auf einem Fortsatz des 
Schildringknorpels. 

Was endlich die Art der Verbindung zwischen Giessbecken- und Schildringknorpel an- 
geht, so geschieht sie zuerst durch blosse Naht, bei den Schlangen nämlich, bei welchen die 
Trennung der Cart. arytaenoidea noch schwankend ist, dann bei den Python und Boa 
und den niedern Formen der Saurier durch ein etwas weitläufigeres, fibröses Gewebe, so dass 
der Zwischenraum mitunter ziemlich bedeutend ist (s. Taf. III. Fig. 44.). Eine solche blos 
zellgewebige Verbindung scheint auch noch bei vielen andern Sauriern vorzukommen, wo we- 
gen der Kleinheit der betreffenden Organe die Sache nicht leicht zu entscheiden ist. Eine 
wirkliche Articulation, durch Kapselgelenk, konnte ich mit Bestimmtheit nirgends nachweisen 
und nur die Glätte der Gelenkflächen Hess eine solche bei den Krokodilen und Schildkröten 
vermuthen. 

Kehlkupfmuskeln der beschuppten Reptilien. 

Ganz allgemein kommen den Schlangen zwei Paar lange, platte und schmale Kehl- Schlangen. 
kopfmuskeln zu, welche sich zum Theil noch an die Trachea setzen, und von ihrer Function 
am schicklichsten Vorstrecker und Zurückzielier, oder, um der bisherigen Betrachtungsweise 
treu zu bleiben, Aufheber und Herabzieher des Kehlkopfs genannt werden. 

Der Aufheber (Taf. III. Fig. 2. 41. /") * entspringt immer vom ünterkieferast sei- Aufheber des 
ner Seite, bald in der Mitte desselben {Coluber Korros)^ bald mehr gegen die vordere Spitze ^^ °''*' 
hin {Coluber pullatus, Crotalus, Naja), dicht neben dem Vorwärtszieher des Zungenbeins 
(Fig. 41. /). ** Er geht unter der Zunge neben dem Kohlkopf nach unten und setzt sich, 



* Vorwärtszieher des Kehlkopfs d'Alton. Müellkr's Archiv. 1834. p. 355. Taf. VII. Fig. 5. P. 
*« d'Alton, a. a. 0. Fig. 5. Jtf. 



'^ 



46 



bei Python (Fig. 41.) in mehrere Bündel gespalten, au die hintere Fläche des Kehlkopfs, 
zuweilen auch der ersten Tracheairinge. 
Herabzieiier Der Ursprung des Herabziehers {g. Fig. 2. 41.) * ist nicht bei allen Arten 

.iesKehlkopfs.^gj.ggjl,e^ 

Bei Crotalus, LacJiesisy Coluber angulatus und Coluber pullatuH entspringt er 
von den Rippen gemeinschaftlich mit einem Muskel, der von den Rippen zum Uuterkiefer 
geht, und trennt sich erst später von diesem ab. Bei allen andern Schlangen, die ich unter- 
suchte, ist er isolirt und kommt vom Zungenbein, wie bei Pijthon (Fig. 41.). Vipera Be- 
rns steht in der Mitte zwischen beiden Extremen, indem der Herabzieher zwar vom Zungen- 
bein entspringt, aber noch durch ein Bündel mit dem Rij)j)enkiefermuskel zusammenhängt. Es 
wiederholt sich also hier der Fortschritt der Entwickelung in derselben Weise, wie wir ihn 
bereits bei den Batrachicrn beobachteten, dass nämlich der Urs])rung der Kehlkopfmuskeln von 
Skelettheilen des Stammes auf das Zungenbein übergeht. Der Herabzieher des Kehlkopfs 
kreuzt sich mit dem Aufheber, er geht hinter diesem weg und gelangt zur Spitze des Kehl- 
kopfs, hier verschmilzt er mit dem eigentlichen Erweiterer, von dem sogleich die Rede sein 
soll. Eine Ausnahme macht Naja, der Zurückzieher derselben ist sehr kurz, geht nicht an 
den Kehlkopf, sondern an die Trachea, 8 — 9 Ringe unterhalb des Kehlkopfs, und kreuzt 
sich nicht mit dem Aufheber, der sich nahe an der Spitze des Kehlkopfs ansetzt. 

Den Aufheber des Kehlkopfs wage ich nicht mit Bestimmtheit zu deuten und auf den 
entsprechenden Muskel anderer Reptilien zurückzuführen. Da die Theile des Skelets und das 
Zungenbein einander hinsichtlich der Muskelursprünge vertreten können, und da der vordere 
Theil des Zungenbeins der Schlangen ganz verloren geht, so könnte dieser Muskel einem der 
Zungenbein -Stimmladenmuskeln der nackten Reptilien entsprechen, z. B. der Portion m' 
(Taf. I. Fig. 12.) von Meiwpoina, die sich ebenfalls mit der tiefer entsj)ringenden Portion 
m" kreuzt; er könnte aber auch den Geniohyoidens und HyotJtyrioideiis zugleich vor- 
stellen. Der Herabzieher aber ist unzweifelhaft identisch mit dem Dilatator gloftidis der 
geschwänzten Batrachier. Wie dieser entspringt er bald von Querfortsätzen (Rippen), bald 
vom Zungenbein, wie dieser geht er an den obern Rand des Kehlkopfs, und auch von ihm 
sondert sich, wie bei Siredoti (Taf. I. Fig. 5.), ein eigenthümlicher Ringmuskel des Kehl- 
kopfs ab, der sich dann weiter in mehrere Muskeln von verschiedener A^ irkung spaltet. Der 
Muskel m" von Menopoma hat auch in Form und Verlauf die grösste Aehnlichkeit mit dem 
Zurückzieher des Kehlkopfs, auch jener ist zugleich Zurückzieher und Oeffner der Glottis. — 
Eigenthümli- Der Zurückzicher des Kehlkopfs verschmilzt mit dem eigenthümlichen Kehlkopfmuskel, doch 
eher Kelii- \^^^^ gj^jj dieser immer als ein besonderer 3Iuskel darstellen. Er ist bei den meisten Schlan- 

kopfmuskel, 

Dilatator, gen einfach, wie bei Python (Taf. I. Fig. 41 — 43. h), ** entspringt von den Seitentheileh 
der vordem und von dem untern Theile der hintern Wand, bei Boa auch von dem Proces- 



' Rückwärtszieher des Kehlkopfs. d'Alton, a. a. 0. p. 356. Fig. 5. Q. 

** Rktzids (a. a. 0. Isis 1832. p. 522.) giebt in seiner sonst vollkommen genauen Beschreibung des PrthoD- 
kehlkopfs zwei Muskelpaare an, von denen das eine, Erweiterer, von den Seiten der Luftröhre, das andere, Schliess- 
ninskel, vom obern (hintern) Theile der Luftröhre zum Giessbeckenknorpel gehe. Ich glaube, dass man nur künstlich 
die Muskelmasse in zwei so genau geschiedene Bündel zerlegen kann. 



SMS epiglotticus ^ geht um den Giesskannenknorpel seiner Seite hemm und von nnten schiei' 
aufwärts, und setzt sich an den innern Rand des Giessbeckenknorpels, der den Eingang in den 
Kehlkopf begrenzt, zuweilen geht er auch über den Knorpel weg in die Schleimhaut des Kelil- 
kopfeingangs {Dipsas atmulatiis). Bei Dipsas bucephalus inserirt er sich auch an die 
hintere Spitze des Schildringknorpels. In all diesen Fällen scheinen seine Fasern grössten- 
theils die Wirkung zu haben, dass sie den Kehlkopf öffnen. Ich nenne ihn also den Erwei- 
terer des Kehlkopfeingangs, Dilatator aditus lari/ngis, obgleich vielleicht ein kleiner Theil 
der hintersten untereinander verflochtenen Fasern auch zum Verschliessen der Kehlkopfspalte 
wirken kann. Er zerfällt bei Liophis cobella, Homalopsis aer und einigen andern (Taf. III. 
(Fig. 38. 39.) in zwei Portionen h' und //' dadurch, dass die vorn entspringenden Fasern Zerföiit in i 
an den vordem oder äussern Rand des Processus arytaenoideus sich befestigen, von dem ^^ °"'^"' 
innern oder hintern Rand aber neue Fasern ihren Ursprung nehmen, die zugleich mit denen, 
welche von der hintern Spitze des Schildringknorpels kommen, an deu Rand des Stimmladen- 
eingangs gehen. 

Interessanter für die weitere Entwickelung ist die Art, wie sich bei Viper a Bertis vipem Berus. 
der Dilatator theilt. Es findet sich hier ein Längsmuskel aus zwei Portionen, die grössere 
/i' (Taf. III. Fig. 5. 6.) entspringt vom untern Rande der vordem und Seitenfläche des 
Schildringknorpels und geht nach aufwärts zum äussern Rande des Kehlkopfeingangs, indem 
sie nur die vordere Spitze frei lässt. Die kleinere Portion /i" kojnmt von der hintern Wand 
des Kehlkopfs, ihre Fasern laufen schief nach oben und vorn und verflechten sich endlich mit 
denen der ersten Portion. Höher hinauf an der hintern Wand, zum Theil bedeckt von der 
zweiten Portion des Vorigen, liegt der zweite JMuskel {/c'), welcher vom obern Rande der 
hintern Spitze zur Cartilago arytaeiioidea geht und, wie es scheint, noch als Hilfsmuskel 
des vorigen wirkt, indem er die Cart. arytaenoidea nach hinteu herabzieht. Das Bündel 
U" steht der Richtung der Fasern nach in der Mitte zwischen den Muskeln li und Ic . 
Denkt man sich diese Portion des Dilatator mit dem Constrictor k' verbunden und beide 
mit einander unter der grössern Portion des Dilatator (//) weiter nach der vordem Wand 
verlaufend, so erhält man die beiden Muskeln des Kehlkopfs, wie sie constant bei allen hö- 
hern Reptilien und auch bei einigen Schlangen vorkommen. Zu den Schlangen mit zwei 
eigenthümlichen Kehlkopfmuskeln gehören Btmgarus, Elaps lemniscatus^ Corotiella laevis, 
Coluber pholidostictus und C. rufescens (s. Taf. III. Fig. 26. 32.). Der Dilatator istM. dUatator 
hier als Seitenmuskel des Kehlkopfs übrig, welcher bald gerade an der Seite von unten nach'"'^^""'' 
oben verläuft, wie bei Coronella (Fig. 26. 7^), bald in schiefer Richtung von vorn nach 
hinten um den Kehlkoj)f herumgeht, wie bei Coluber pholidostictus (Fig. 32. /*). Immer 
setzt er sich an den innern Rand der Cartilago arytaenoidea oder des Processus ary- 
taenoideus. An den Seiten von ihm bedeckt, vorn und hinten frei, verläuft quer um den^w. compres- 
Larynx der Muskel, der sich dem Verlauf und der Wirkung nach dem Coinpressor der Ba-*"*^ anjngis. 
trachier vergleichen lässt (Taf. III. Fig. 26. 32. k). Er geht bei Bungarus von der 
vordem Spitze zur hintern Spitze des Schildringknor|)cls und kann also nur den Larynx von 
der Seite zusammendrücken; bei Coluber pholidostictus verläuft er von der A\'urzel des 
Processus epiglotticus zur Basis der Cart. arytaenoidea, und zugleich vermischen sich 
die Fasern beider gleichnamigen Muskeln an der hintern Wand des Larvnx. Er ist also 



48 

hier mehr wie ein Spliinkter angelegt, dient aber zugleich auch, die Epiglottis gegen den 
Kehlkopfeingang herabzuziehen. 
Sauriern. Die beiden langen Muskeln der Schlangen fehlen bei den höhern Ordnungen; 68 sind 

Cheionier. gjjgj. allgemein die beiden eigenthiiralichen Kehlkopfrauskeln , die aus dem Herabzieher sich 
entwickeln, ToUkommen getrennt vorhanden; oft der eine oder andere in mehrere Bündel zer- 
M. compres- fallen. Sehr häufig nimmt der Compressor seinen Ursprung vom Zungenbein, und da bei 
sor laryngis. ^^^ Schlangen der Compressor nur ein Theil des Muskels ist, der sich am Kehlkopfe aus 
dem Herabzieher her vorbildet, gleichsam von ihm isolirt, so kann man den Compressor der 
Saurier, Krokodile, Schildkröten ansehen als den mit dem Herabzieher des Kehlkopfs wieder 
verschmolzenen Compressor der Schlangen, während der Seitenraaskel (Dilatator) in seiner 
Selbstständigkeit verharrt. Aber nicht von den Hörnern des Zungenbeins, wie bei den Schlan- 
gen, sondern von dessen Mittelstück, dem Körper, entspringt bei den höhern Reptilien der 
Compressor laryngis, und da der Kehlkopf immer entweder ganz dicht am Zungenbein an- 
liegt, wie bei den Geckonen, selbst in einer Grube des Zungenbeinknorpels, wie bei den 
Krokodilen und Schildkröten, oder doch ganz in der Nähe des Zungenbeins sich befindet, so 
ist der Compressor, auch wenn er am Zungenbeine festsitzt, immer nur ein kurzer, mehr 
Entspringt breiter als langer Muskel. Unmittelbar und allein vom Zungenbein entspringt der Corapres- 
vom Zungen- gj^j. indess Unter den Sauriern nur bei Amphisbaena und den Geckonen, ferner bei Tettudo 

bein. 

und Chelonia. 
Gecko. Der Compressor der Geckonen (Taf. FT. Fig. 19. 20. ^) nimmt seinen Ursprung 

vom ganzen Seitenrande des Zungenbeins, geht unter dem Dilatator über den Seitenfortsatz 
(Fig. 17. 18. b) der äussern Wand des Kehlkopfs herum und iuserirt sich an der hintern 
Wand des Schildringknorpels. Er ist bei Hemidactylus triedrus in zwei Portionen getheilt, 
wovon die obere schief nach unten, die untere nach innen vor jener liegt nnd schief nach 
oben verläuft, so dass beide sich kreuzen. Diese Muskeln haben aber keinen Einfluss auf 
die Cart. arytaenoidea , sondern bewegen nur die hintere Wand des Kehlkopfs gegen das 
Zungenbein oder drücken die Seitenränder desselben in die Kehlkopfhöhle hinein und verengen 

Tesivdo und den Eingang. So ist es auch bei den genannten Schildkröten, Testudo (Taf. Y. Fig. 25. k) 
und Chelonia. Die Fasern des Compressor kommen von dem Theil des Zungenbeinkörpers, 
der durchbrochen und auch von Membran ausgefüllt ist (bei unserer grossen T. elephantopus 
ist indess auch diese Stelle knorpelig, nur dünner). Sie entspringen ringsum vom Rande der 
Grube, in welcher der Larynx ruht, treten convergirend zusammen unter dem Dilatator durch 
und vereinigen sich mit einander hinten auf dem Ringknorpel ; doch gehen bei Testudo einige 
Fasern in die Basis der Giesskannenknorpel, so wie auch in die Haut der Speiseröhre über, 
und bei CJielonia heftet sich ein Theil der Muskelfasern an die Cart. cricoidea (Taf. Y, 
Fig. 28. d). 

Pgeudoput. Bei Pseudopus nimmt der Compressor zwar auch vom mittlem Tlieile des Zungen- 

beins seinen Ursprung, aber nicht vom Körper, sondern von einem häutigen dünnen Fortsatz 
am vordem Ende des Körpers, welcher schon in der Substanz der Zunge liegt; bei den mei- 

Vom lAga- stcu Sauriern aber ist durch ein rundliches Band Ligamentum hyothyrioideum der Larynx; 

'^i^r^ciewn^ ^^ ^^^ Spitze des Zungenbeinkörpers befestigt, und von diesem Bande entstehen die kreisför- 
migen Muskelfasern des Kehlkopfs. So verhält es sich bei allen Baumagamen, Scinken, bei 



49 



% ^ 



Zygnis und Ophisaurus. Das Ligamentum hyotliyrioideum {n Taf. IV. Fig. 47. 48.) 
tritt bei den Agamen durch die Ziingenwurzel und zwar zwischen beiden Mm, hyoglossi 
durch an die vordere Fläche des Ringschildknorpels, und dient, ehe es sich in dieser verliert, 
den Fasern des Compressor (ebendas. 1c) zur Anheftung. An der hintern Fläche des Kehl- 
kopfs gehen die Muskelfasern beider Coinpressoren in einander über (Fig. 49. 1c) ^ zuweilen 
vermischen sie sich theilweise auch vorn an der Ursprungsstelle. 

Vom Zungenbein geht wieder der Ursprung des Compressor auf den Kehlkopf selbst Vom Zungen- 
über, doch nicht mit einem Mal, sondern durch eine Zwischenstufe, wo die Muskelfasern zum!f?,""^ 

_ _ '^ _ _ Kehlkopf zu- 

Thcil noch vom Zungenbein oder dem Ligamentum, hyotliyrioideum, zum Theil von dergieicii. 
vordem Wand des Schildringknorpels sich entwickeln. 

Vom Zungenbein und zugleich mit einigen Bündeln vom Schildknorpel selbst kommt der 
M. compressor bei Emys, verhält sich übrigens ganz wie bei Chelonia und setzt sich auch 
wie bei dieser hinten an den Ringknorpel fest. Bojanus hat ihn als Constrictor glottidis 
in Fig. 79. seiner Anatome testudinis abgebildet und mit 20 bezeichnet. In der Erklä- * 

rung heisst es ; a fenestra hyoidis membrana oriundus ad lamellulam cartilagineam 
(unsere Cart. cricoidea) desinens. Am Ligamentum hyothyrioideum und zum Theil 
auch am Schildknorpel, sitzt der Ursprung des Compressor bei den amerikanischen Erdagamen 
{JPhrynosoma , Sceloporus, Tropidurus) und bei den Ameiven, Lacerten und Monitoren 
(s. Taf. IV. Fig. 65 — 67. k von Lacerta viridis)', zuweilen gehen die Fasern der ent- 
sprechenden Muskeln vorn oder hinten in einander über. Hierher gehören auch die Kroko- 
dile, zugleich aber ist in dieser Gattung, wie auch bei den ausgebildetesten Formen unter 
den Batrachiern, Hyla und Rana, der M. compressor in zwei gesonderte Portionen zer- 
fallen. Die grössere (Taf. IV. Fig. 4. 5. 1c') erbält ihre Fasern von der Bandmasse, wo- 
durch die Spitze des Larynx ans Zungenbein befestigt ist, und vom obern Theil der vordem 
Fläche des Schildringknorpels. Die Fasern beider Seiten hängen vorn in einer Art Linea 
alba zusammen. Die kleinere Portion {k" Fig. 4.) entspringt von dem seitlichen Theil des 
hintern untern Randes des Ringscbildknorpels, tritt mit der grössern unter einem spitzen Win- 
kel zusammen und beide verbundene Portionen vereinigen sich endlich mit den gleichnamigen 
der andern Seite in einer hintern Linea alba. Sie geben, indem sie über die hiutern Schen- 
kel der Giesskannenknorpel weggehen, an den äussern Rand derselben einige Fasern ab und 
nehmen Fasern auf, welche vom Innern Rande der genannten Knorpel zur hintern Linea 
alba gehen. 

Endlich sind diejenigen zu nennen, bei welchen der Ursprung des Compressor allein Vom Kehlkopf 
auf den Kehlkopf beschränkt ist. Es gehören dahin die Erdagamen der alten Welt, ferner^ ^'"' 
Anguis, Zonurus und Chamaeleo. Entweder sind die Compressoren vorn durch Ver- 
schmelzung ihrer Fasern oder durch eine Sehne verbunden, und befestigen sich hinten an den 
Schildringknorpel und die Cartilago arytaenoidea ihrer Seite {Ophryoessa, Trapehis, 
Chamaeleo), oder es verflechten sich ihre Fasern an der hintern Wand und bleiben vorn 
gesondert, z. B. bei Phrijnocephalus (Taf, IV. Fig. 33. 34. k), Zonurus. 

Viel beständiger, als der Compressor des Kehlkopfs, ist der Dilatator adifus la-M. dUatator 
ryngis in seinem Verlauf. Beim Alligator (Taf. V. Fig. 4.) nimmt er noch ein paar '"*2'"i"*' 
Fasern vom Ziingcnbcinkörpcr auf; sonst gehört sein Ursprung ganz allgemein nur dem Kehl- 

Henle, Beschreihung des Kehlkopfs. ■ 



50 

köpf, Löcbstens noch dem ersten Luftrölirenring an (Zonurus, Alligator, Crocodiluti). Er 
entspringt vom Seitentlieil des untern Randes des Schildringknorpels (Taf. IV. Fig. 33. 34. 
47 — 49. 65 — 67., Taf. Y. Fig. 25. h), bei den Geckonen vom seitlichen Fortsatz des 
Schildringknorpels (Fig. 19. 20. h) ; seine Fasern laufen, den Compressor bedeckend, ziem- 
lich gerade nach aufwärts, breiten sich aus oder kommen in eine Sehne zusammen und inse- 
riren sich an den innern Rand der Cart. arytaenoidea , die sie nach aassen ziehen, und 
an die Haut des Stimmladeneingangs. Bei den Krokodilen und Schildkröten dient die obere 
Spitze des Giessbeckenknorpels (Taf. V. Fig. 2. 9. a) dem Diktator zur Insertion. * 

Kehldeckel und Stimmbänder. 

Aäitus laryn- Bei den Schlangen liegt die Spalte, die zur Respirationshölile führt, auf der Scheide 

^'*' der Zunge. Bei den übrigen beschuppten Reptilien befindet sich dieselbe, wie bei den Säage- 

tbieren, dicht hinter der Zungenwurzel, bei Plirynosoma sogar in der Substanz der Zange 
selbst. Um diese Anomalie zu begreifen, werfe man zuerst einen Blick auf das Yerhältniss 

Poijjchrus. des Kehlkopfeingangs zur Zunge bei Polyc/irus mannoratus (Taf. IV. Fig. 37.); hier 
endet die Zunge nach hinten in zwei freie manschettenartig ausgerandete Blätter, welche an 
ihrer Basis halbmondförmig ausgeschnitten sind, mit dem hintern Theil ihres innern Randes 
an einander liegen und den Kehlkopf bedecken. Zwischen den halbmondförmigen Ausschnit- 
ten bleibt eine ovale OefTnung, welche eben einen engen Zugang zum Eingang des Kehlkopfs 
{F) übrig lässt. Ich erwartete, als ich diese Bildung sah, eine Gattung zu finden, bei wel- 
cher die beiden Zungenlappen an den Boden und unter sich verwüchsen. Diese Gattung ist 

Pkrynosoma. Phrynosoma (Taf. IV. Fig. 21.). Wenn der Kehlkopf niederliegt, so sieht man ihn kaum, 
und bemerkt kaum die Furche, die ihn von der Substanz der Zunge trennt; seine Oeffnung 
{F) ist nach vorn gerichtet. Erst wenn man ihn aufrichtet, zeigt sich der Boden der Mund- 
höhle, welcher unmittelbar unter dem Larynx nur von einer dünnen Schleimhaut bekleidet 
wird. Die Substanz dagegen, welche den Kehlkopf überzieht und an den Seiten ununterbro- 
chen in die Substanz der Zunge übergeht, ist mit denselben blätterförmigen Falten und Zot- 
ten, wie die ganze Zunge, bedeckt und setzt sich, weiter nach unten, scharf gegen die glatte 
Schleimhaut der Speiseröhre ab. 

Es wurde schon früher erörtert, dass der Name Glottis mit Unrecht der Spalte er- 
theilt worden ist, welche bei den Reptilien und Vögeln vou der Höhle des Schlundes in die 
Höhle des Kehlkopfs führt, dass auch die Ränder dieser Spalte nicht den Ligamenta glot- 
tidis, sondern den Ligamenta aryepiglottica der Sängethiere entsprechen. In dem Ur- 
sprünge dieser Ränder, ich nannte sie Plicae arytaenoideae , aryglotticae oder aryepi- 
glotticae, kommen bei den beschuppten Amphibien drei Formen vor. 

I. Hinter der Zunge, bei den Schlangen am hintern Theil der Znngenscheide, wei- 
chen die beiden Ränder des Kehlkopfeingangs sogleich auseinander, wie bei den nackten Re- 
ptilien, und bilden eine einfache Längeuspalte in der vordem Wand des Schlundes. 



* BoJANUS bildet ihn auf Taf. XVIII. Fig. 77. 79. No. 19. vom Emys ab und nennt ihn in der Beschreibung: 
M. cricoarytaenoideus, Dilalalor gloUidis, a cricoideac latere ad noduhim summam Carlt. arylaenoideae. 



51 

2. Es erliebt sicli an der Wurzel der Zange, bei den Krokodilen anf der Fläche 
des Zungenbeins, eine mittlere unpaare Längsfalte, die sich dann erst in die beiden Falten 
theilt, welche den Eingang zum Kehlkopf begrenzen. Der Kehlkopf ist dann durch eine Art 
Frennlum an den Boden der Mundhöhle geheftet. Bei den Säugethieren findet sich als Rest 
dieser einfachen Falte das Ligamentum glossoepiglotticum. Es kann bekanntlich auch 
Muskelfasern enthalten, welche sich von der Zungenwurzel ' zur obern Fläche des Kehldeckels 
begeben und diesen der Zunge nähern. 

3. Die Schleimhaut erhebt sich an der Zungenwurzel in eine Falte, die quer über 
den Eingang in den Kehlkopf liegt und denselben wie eine Klappe mehr oder minder voll- 
ständig verschliesst. Diese Klappe ist die häutige Epiglottis. Es kann auch ein Theil des 
Knorpelgerüstes des Larynx in diese Querfalte treten, nnd gleichsam derselben zur Stütze 
dienen. 

Ich will nunmehr die Reptilien, die ich untersuchte, in 3 Gruppen ordnen. Zu der Kehikopfein- 
ersten, bei welcher keine Art von Falte vor dem Kehlkopfeingang liegt, gehören die meisten ^^"^"^"® 
Schlangen, namentlich Elaps, Hf/drop7iis, PsammopJiis^ Dipsas, Homalopsis^ alle Colu- 
brini mit Ausnahme von C. pholidostictiis wrA flavescenn^ ferner DendropJiis, Herpeio- 
dryas, Python, * die Ilysiae und Typhlops, Unter diesen haben einige einen knorpligen 
Processus epiglotticus von bedeutender Länge, wie z. B. Tropidonotus tiatriaa und Colu- 
ber Nattereri, der aber vor der Präparation der Knorpel nicht sichtbar ist. Von den be- 
schuppten Reptilien gehören zu dieser Abtheilung nur die Geckonen (doch sah ich eine ganz 
dünne und kurze Querfalte vor dem Kehlkopfeingang bei Platydactylus fascicularis), La- 
certa, Ameiva, Hydrosaurus und Testudo. 

In der zweiten Gruppe, mit longitudinalem Frenulum des Kehlkopfeingangs , stehen Kehikopfein- 
nur die Krokodile (s. Taf. V. Fig. 4. 7. G'). Das Zungenbein ragt mit seinem breiten, ^^"^^j.^jj^|^"- 
obern Rand zwischen dem Kehlkopf und der Zungenwurzel im Boden der Mundhöhle hervor Frenulum. 
und bildet die bekannte quere Scheidewand derselben ; deshalb erhebt sich die Längsfalte nicht 
von der Zungenwurzel, sondern von der obern Fläche des Zungenbeins. Die bereits beschrie- 
bene, beilförmige Epiglottis des Coluber pholidostictiis (Taf. III. Fig. 29. G) kann nur 
ans dieser Bildung, der Längsfalte nämlich, hervorgegangen sein. 

Die dritte Gruppe zerfällt in zwei Unterabtheilungen. Ich habe schon früher bemerkt Epiglottis. 
und jetzt wiederholt daran erinnert, dass von der Anwesenheit des Processus epiglotticus 
am Kehlkopf nicht immer auf Anwesenheit einer Epiglottis zu schliessen sei. Dagegen findet 
sich auch häufig eine häutige Querfalte vor dem Kehlkopfeingang ohne Spur von knorpliger 
Epiglottis am Kehlkopf. Es giebt daher Reptilien mit blos häutiger und mit knorpliger 
Epiglottis. 

In der einfachsten Gestalt ist die häutige Epiglottis nur eine schmalere oder breitere Häutige Kpi- 
Qnerfalte mit geradem, freiem Rand hinter der Zungenwurzel, die an den Seiten so in die^'°"'*' 
Haut des Schlundes übergeht, dass sie, beständig auf den Kehlkopf herabgedrückt, nicht fähig 



*" Der Gattung Python schreibt Mkckel irrtliüinlicli eine Epiglottis zu (rergleichenJe Anat. Bd. VI. p. 435.). 
Was er von dieser und später (p. 445.) von den Kelilkopfknorpeln des Python sagt, passt sehr wohl auf Boa, und 
ich verniutJie, dass ihm eine Verwechselung begegnet ist. 

7* 



■**%i 



5» 



ist, sich aufzarichten. So erscheint sie hei den Schildkröten ausser Teafudo. Sie ist ahge- 
hildet von Chelonia Midas Taf. V. Fig. 26. G. Aehnlich verhält sie sich auch hei Podi- 
nema. Der Epiglottis höherer Thiere ähnlicher, als ein kurzes, zungenförraiges Blättchen 
mit bogenförmigem, auch seitlich freiem Rand und nur nach vorn angeheftet, erscheint sie hei 
Ophisaurus, Pseudopus und hei Coluher ßavescens (Taf. III. Fig. 27. G). Zonurun 
cordyluH (Taf. IV. Fig. 11. G) hat einen in drei Blätter getheilten häutigen Kehldeckel, 
über dessen mittleres Blatt von dem Kehlkopfeingang aas eine Furche sich fortsetzt. 

Knorplige Eine knorplige Epiglottis in Gestalt eines kurzen, schmalen, selbst seitlich etwas cora- 

^pigo IS. pj-iniirten Wärzchens haben Crotalus, Lachesis, Fipcra^ Bu?igarus, Naja und Eryx. 
Sie ist am meisten entwickelt bei Crotalus (Taf. III. Fig. I. 6r), bei einem Exemplar von 
3| Fuss Länge \"' lang. * Bei diesen Thieren liegt entweder der Processus epigloiticus 
oder, wo ein solcher fehlt {Bungarus^ Naja haje), die vordere Spitze des Schildringknor- 
pels in der Hautfalte. Von auffallender Form, breit und stark, mit wulstigem, in der 3Iitte 
etwas eingebogenem Rand ist die Epiglottis der Boa (Taf. III. Fig. 45. G), kurz und ^uer 
abgestutzt die des Tropidurus microlopJms, Die Epiglottis aller übrigen Saurier ist zan- 
genförmig, breit und mit convexem Rand, aber von sehr verschiedener Länge. Sie bildet 
eine fast unmerkliche Hervorragung bei Trapelus und Poli/chrus, deutlicher ist sie bei Sce- 
loporus, Phrynoceplialus^ Anolisy Iguatia, Chamaeleopsis ^ Draco, Calotes und Cha- 
maeleo (Taf. IV. Fig. 55. g) , ** am stärksten entwickelt bei Ci/clura. Bei keinem Re- 
ptil aber bedeckt weder die häutige, noch die knorplige Epiglottis, wenn sie herausgedrückt 
ist, den Eingang so vollkommen, wie bei den Säugethieren , immer schützt sie nur den vor- 
dersten oder obersten Theil derselben, und bei den Reptilien, deren Kehlkopfeingang zum 
Theil nach hinten, zum Theil aber nach oben gegen die Zungenwurzel führt (z. B. Chelonia 
Taf. V. Fig. 2B.), legt sie sich nur über den nach oben gerichteten Theil der Spalte. 

Ränder des Der Eingang zum Kehlkopf befindet sich bei den meisten beschuppten Reptilien, wie 

itus laryn- jj^^j ^^^ nackten, zwischen den hintern Rändern, der Giessbeckenknorpel, indem die vordem 
sich dicht an den Processus epigloiticus oder an die vordere Spitze des Kehlkopfs anlegen, 
und wo eine solche fehlt, durch den Corapressor des Larynx mit einander verbunden werden. 
Die Ränder der Kehlkopfspalte sind dick, wulstig und stehen bei den Schlangen meistens offen, 
bei den höhern Reptilien dagegen sind sie nach dem Tode, und also wie es scheint, auch in 
der Ruhe einander genähert, und der Kehlkopfeingang ist geschlossen. 

Bei denjenigen Sauriern, welche einen ordentlichen Kehldeckel besitzen, lösen sich die 
obern Spitzen der Cartilaghies aryinenoideae etwas von dem Processus epigloiticus des 
Schildringknorpels ab, die Schleimhaut des Kehlkopfs tritt zwischen diese TheUe als ein ganz 



* Wunderbarer Weise leugnet sie Tyson in seiner sonst ziemlich genauen Beschreibung der Klapperschlange 
(philo«, transact. 1683. p. 44.). Meckel dagegen hat sie bei Crotalus und Naja gesehen (vergleich. Anat. Tl. 
p. 435,). Von der Viper envähnt auch Perrault die Epiglottis (Memoires pour sertir ä l'hUt. nat. des animaux. 
T. III. p. 624.). 

'* Von Chamaeleon beschreiben sie Vrolik, over den Chamaeleon. Amst. 1827. p. 51. R. Wagner. 
Tergleichende Anat. p. 240. 



itl 



53 



kurzes, straiFes Juigamentu/m aryepiglotticum. Wäre alsdann der Zwischenraum zwisclien 
den Spitzen und vordem Rändern der Giessbeckenknorpel einerseits und den Rändern der 
vordem Spitze des Schildringknorpels oder des Processus epigloUicus andererseits grösser, 
so müsste auch das Ligamentum aryepiglotticum, eine grössere Breite gewinnen. So 
wäre es bei den Krokodilen und Schildkröten, wenn nicht die vordere Spitze des Kehlkopfs 
gänzlich reducirt wäre. 

Aus diesem Grunde aber gehen die den Ligamenta aryepiglottica entsprechenden 
Falten nicht von der Ej)iglottis, sondern vom Zungenbein aus; es sind, der frühern Definition 
nach, Ligamenta aryhyoidea (Taf. V. Fig. 4. 22. /'); zwischen ihnen liegt bei den ge- 
nannten Thieren wie bei den Maramalien ein Theil der Kehlkopfspalte, während jedoch der 
grössere Theil der Spalte noch von den hintern Rändern der Giessbeckenknorpel, den Plicae 
arytaenoideae^ begrenzt wird. (Ebendas. /"). 

Ich scliliesse mit der Betrachtung der Stimmbänder. Dieselben sind unter den be- Stimmbänder. 
schuppten Reptilien bei weitem nicht so allgemein, wie unter den schwanzlosen Batrachiem. 
Sie fehlen den Schlangen durchaus. Zuweilen legt sich die Schleimhaut zwischen der Cart. 
arytaenoidea und dem hintern Rand des Schildringknorpels als eine dicke Falte in die 
Höhle des Larynx, und selbst die Muskelsubstanz tritt hernienartig zwischen den Knorpellei- 
sten durch in diese Hautfalten ein. Dies ist aber offenbar eine Folffe der Erschlaffung nach 
dem Tode und könnte nie zur Erzeugung einer Stimme beitragen. Das Zischen der Schlan- 
gen kann schon entstehen dadurch, dass die Luft zwischen den Rändern des Kehlkopfeingangs 
durchgeprest wird. Unter den übrigen beschuppten Reptilien ist die innere Wand des Kehl- 
kopfs ganz glatt bei den schlangenartigen Sauriern, den Scinken, bei allen Agamen und Schild- 
kröten, nur steht bei einigen der untere Rand des Giessbeckenknorpels gegen die Kehlkopfhöhle 
hin, etwas über den obern Rand des Schildringknorpels vor und verengt dadurch das Lumen 
des Larynx. Dies ist besonders bei Chelonia merklich, wo die Basis des Giessbeckenknor- 
pels einen unregelmässigen Vorsprung nach innen macht, der durch die Wirkung des M. di- 
latator noch vermehrt werden kann. Beide Vorsprünge nähern sich vorn einander, und der 
Raum zwischen ihren vordem Enden wird durch die sogleich zu beschreibende Längsfirste des 
Schildknorpels ausgefüllt. 

Im Innern des Kehlkopfs von Lacerta findet sich jederseits, entsprechend dem un-LrtccWrt. 
tem Rand der Cartilago arytaenoidea, eine sehr schmale und dünne Falte (Taf. IV. 
Fig. 64. m'). Der Lage nach stellt sie das Stimmband vor. Es scheint mir aber, als Hesse 
sich der hohe, kurze, zirpende Ton, den die Eidechsen zuweilen von sich geben, noch eher 
aus einer Schwingung der Ränder des Kehlkopfeingangs erklären, als aus einer Schwingung 
dieser Falten, die weder gespannt, noch einander genähert werden können. Ein ähnliches 
Stimmband hat Cycltira, bei Ameiva, Podinema und Hydrosaurus sah ich keine häutige 
Hervorragung am Kehlkopf, sondern nur einen durch den untern Rand des Giessbeckenknor- 
pels veranlassten Vorsprung (Taf. IV. Fig. 72. m) an der Stelle des Stimmbandes. 

Die Krokodile besitzen einen zur Tonbildnng geeigneten Ap])arat dadurch, dass die cvocorftW. 
schmalen Giessbeckenknorpel mit ihrem untern Rande in die Kehlkopf iiöhle ragen, und dass 



.e""- 



unter ihnen die SclileimLaut des Kehlkopfs eine tiefe Tasche bildet (Taf. V. Fig. 6. *). * 
Es entsteht so eine dicke, aber ziemlich freie Falte m, welche, wenn die Giessbeckenknorpel 
einander genähert werden und die Glottis verengt ist, wohl geeignet sein rauss, den tiefen, 
rauhen Ton anzugeben, wodurch diese Reptilien sich hörbar machen sollen. ** Bei Alligator 
liegt die Schleimhaut dicht am Giessbeckenknorpel an, beim eigentlichen Krokodil scheint sie 
noch einen schmalen, blos membramösen Saum, ein wirkliches Stimmband zu bilden. *** 

Gecku. Die vollkommensten Stimmbänder haben die Geckonen und Charaäleo. **** Bei den 

Geckonen sind es ziemlich breite Hautfalten in der Gegend der Basis des Giessbeckenkuor- 
pels, die vom vordem zum hintern Rande des Ringschildknorpels verlaufen. Ein Stimmband 
war bei einem 4^" bis zum After messenden Hemidacti/lus triedrun \^"' lang. 

chanwcho. Bei C/tamaeloo bildet die Schleimhaut des Kehlkopfs eine sehr ansehnliche Duplicatur 

mit freiem, scharfem Rand, die von der Articulation des Giessbecken- und Schildringknorpels 
an der hintern Kehlkopfwand zu der Spitze der knor])ligen Leiste (Taf. IV. Fig. 59. ö) 
verläuft, welche senkrecht an der Innenfläche der vordem Wand herabsteigt. 

Longitudinaie Diese Leiste bildet einen dreieckigen, nach oben schmalen, nach unten sich zuspitzen- 

Vorsprunge j^^ Vorsprung uach innen, durch den die Kehlkopfhöhle unvollkommen in zwei seitliche Hälf- 

im Innern des i o 

Larynx. tcn getheilt wird. Aehnliche longitudinaie Vorsprünge nach innen, von der vordem und von 
der hintern Wand ausgehend, bemerkten wir schon bei der männlichen Pipa. Sie finden sich sonst 
unter den Reptilien nur noch bei C/ielom'a, Testudo und Iguana^ t bei der erstem (Taf. V. 
Fig. 28. q) ist die Firste eine Fortsetzung des Processus epiglofticusy sie reicht nicht weit 
nach unten. Bei Testudo ist die ganze vordere Wand durch eine nur häutige und sehr we- 
nig vorspringende Leiste getheilt. tt ^ iel allgemeiner sind diese Längstheilungen bei den 
Vögeln, zu welchen ich jetzt übergehe. 

Kehlkopf der Vög-el. 

Die Zahl, Form und Verbindung der Knorpelstücke, welche den Kehlkopf zusammen- 
setzen, ist in der Classe der Vögel viel geringern Verschiedenheiten unterworfen, als in der 
bis jetzt betrachteten Classe der Reptilien, und die zalilreichen Angaben der Schriftsteller stim- 
men ziemlich genau mit einander überein. 
Knorpel. Im Allgemeinen unterscheiden dieselben einen Hauptknorpel (oder Knochen, denn der 

Beschreibung obere Kehlkopf der Vögel ist sehr oft vollkommen knöchern) , welcher die ganze vordere 



* Dieser gedenkt auch Mayer, Analekten p. 39. und Jakger, Beobachtungen über die Anatomie des Nilkroko- 
dils. Tübingen 1837. p. 19. 

** V. Humboldt in v. Humboldt und Bonpland, observations de Zoologie et d'anatomie compare'e. p. 11. 

*** Eine solche giebt auch Megkel an vom Krokodil fvergleichende Anat. TL p. 438.). 

**** Die Stimmbänder des Chamaeleo erwähnt Mayer, Analekten p. 44. — Mecrel (vergleichende Anatom. 
VI. p. 439.) nennt die Stimmbänder des Gecko halbmondförmig. 

f Auch nach Meckel's Angabe (vergleichende Anat. VI. p. 447.) kommt bei Iguana an der entsprechenden 
Stelle ein knorpliger Vorsprung vor. 

ff Dieselbe Bildung fand Covier bei einer Testudo von Madagaskar, wahrscheinlich ebenfalls elephatUopus 
(vergleichende Anat. T. IV. p. 385.) , und Meckel bei Testudo tabulata (in dessen Archiv. 1832. p. 323.), nicht 
aber bei Testudo graeca (vergleichende Anat. VI. p. 447.). 



55 — 

Fläche einnimmt und nach ohen spitz oder mit einem abgernndeten freien Rande endet, mit «lerM-iben im 
dem untern, meistens geraden Rande dicht auf dem obersten Luftröhrenring aufsitzt. Seine °'^'"^' 
innere, concave Fläche ist sehr häufig durch einen longitudinalen Vorsprung ausgezeichnet. 
V. Humboldt* nennt ihn Sockel, und da ich erst später auf die Deutung der Knorpel 
eingehen werde, so behalte ich diesen Namen bei. In der hintern Wand liegt zu äusserst 
an jeder Seite ein meistens vierseitiger, platter Knorpel, dessen äusserer Rand mit dem äus- 
sern Rande des Sockels genau verbunden ist, dessen innerer Rand dem entsprechenden Rande 
des andern gleichnamigen Knorpels in der Mittellinie nahe kommt und meistens ihn be- 
rührt. Der obere Rand dieser Knorpel (ich will sie die viereckigen nennen) ist zum Thcil 
frei, zum Theil von den folgenden bedeckt, und erscheint als eine Fortsetzung des obern 
Randes des Sockels auf die hintere Kehlkopffläche; der untere Rand des viereckigen Knor- 
pels, den untern Rand des Sockels fortsetzend, ruht, wie dieser, auf dem ersten Trachealring. 
Demnach erweisen sich die viereckigen Knorpel fast nur als die nach hinten umgebogenen, 
niedrigem Seitentheile des Sockels, und in der That sind sie mit diesem oft vollkommen ver- 
wachsen, so dass auch Viele den Sockel und die viereckigen Knorpel zusammen als einen 
einzigen ringförmigen, hinten offnen Knorpel beschreiben. 

In der hintern Kehlkopfwand, zwischen den beiden innern Rändern der viereckigen 
Knorpel, meistens aber etwas vor denselben in die Kehlkopfhöhle hineinragend, liegt ein vier- 
tes, unpaares Stück. Es überragt mit seinem obern Rande die viereckigen Knorpel, reicht 
aber mit dem nntern Rande häufig nicht so weit nach unten, als die übrigen genannten Theile. 
Fast immer ist es viel schmaler als hoch und scheint nur bestimmt, die Lücke zwischen den 
innern Rändern der viereckigen Knorpel auszufüllen. 

Der unpaare Knorpel trägt aber zugleich an seinem obern Rande jederseits eine Ge- 
lenkfläche für zwei schmale, meistens dreiseitige Knorpel, welche zunächst die Stimmritze be- 
grenzen. Diese dreiseitigen Stücke liegen mit der einen langen Seite hinten zuerst auf dem 
viereckigen Knorpel ihrer Seite, dann weiter nach vorn auf dem obern Rande des Sockels, 
doch nicht vollkommen dicht auf; die andere lange Seite ist frei, von Schleimhaut überzogen, 
und begrenzt den Eingang zum Kehlkopf; die Spitze tritt nach vorn an die obere Spitze des 
Sockels, die schmale Basis articulirt mit dem unpaaren Knorpel. Diese Theile sollen vorläu- 
fig die dreiseitigen heissen. Ein Blick auf Taf. V. Fig. 32. wird die Beschreibung verständ- 
licher machen. 

So leicht diese Theile in der Natur wiederzufinden sind, so schwer ist die Deutung Ansichten der 
derselben, weniijstens dürfte man dies aus dem Widerstreit der Meinuuijen schliessen. Fa- .^''' .^ t.*^*^ 

^ o n über die Den- 

BRiciüs AB A9UAPENDENTE ** vergleicht die dreiseitigen Knorpel mit den Giessbcckenknor-tung dersei- 
peln. Die Cartilago cricoidea sei nicht vollkommen gebildet und von dem Schildknorpel '^"' 
nicht ganz genau geschieden (weiter unten sagt er, dass der Schildknorpel feblc); deswegen 
sei es am besten, anzunehmen, dass der Kehlkopf der Vogel nur aus zwei Tiicilcn bestelle, 
der paarigen Cart. arytaeuoidea und einer C. innominata. Die Epiglottis fehlt nach 
Fabricius allen Vögeln. 



* Observalions de Zoologie, p. 2. 
t "" De lanjjujc vocis organo. P. I. Cap. TU. in Opp. omnia. Lips. 1687. p. 273. 



«■ 



♦ 



56 



Auch Perrault * giebt nur drei Theile im Vogelkelilkopf an, die beiden Giess- 
beckenkuorpel und einen Ringknorpel, 

V1C9 d'Aztr ** nimmt das vordere, dreieckige Stück oder den Sockel für die Cart. 
ihyrioidea und die Knorpel der hintern Wand für Giessbeckenknorpel. Er sagt, mehr ele- 
gant als richtig, dass der Larynx der Vögel nicht doppelt sei, sondern in zwei Partien zer- 
fallen, von denen die eine, der Stimniritzentheil , am obern Ende der Trachea geblieben, der 
andere Theil, welcher den Stimmbändern entspreche, au die Theilungsstelle der Bronchien 
herabgeriickt sei. 

Derselben Ansicht ist Albers. *** Bei der Beschreibung des Kehlkopfs von Platalea 
nennt er den Sockel ohne Weiteres Schildknorpel. Den longitudiualen Fortsatz der innern 
Fläche vergleicht er mit dem Kehldeckel. Ausserdem gedenkt er nur noch der Giessbecken- 
knorpel. 

Das grösste Stück des Yogelkehlkopfs hält Cüvier **** für analog dem Ringknorpel 
des Menschen und er bemerkt, dass dieser Theil zuweilen in drei Stücke zerfalle. Giess- 
beckeuknorpel, Schildknorpel und Kehldeckel sollen fehlen: doch werden sowohl der unpaare, 
als die beiden dreiseitigen Knorpel beschrieben. Die Functionen des Kehldeckels sollen nach 
Cuvier die knorpligen Spitzen versehen, die auf den Rändern der Stimmritze stehen; später 
w^nrde diesen Warzen nicht blos die Function, sondern auch die morphologische Bedeutun"^ 
des Kehldeckels, me sich zeigen wird, mit Unrecht übertragen. 

V. Humboldt sagt, dass man den Sockel allenfalls für einen eigen thüralich geformten 
Halbring der Trachea nehmen könne. Die viereckigen Knorpel vergleicht er der Cart. thy- 
reoidea, die dreiseitigen den Giessbeckenknorpeln der Sängethiere, ohne indess Werth auf 
diese Deutung zu legen und mit dem ihm eigenen Takte warnt er vor solchen Yerffleichun- 
geu, da sie oft nur zu ungenauen Vorstellungen führen. 

TiEDEMANN t hält den Sockel für das Analogon des Schildknorpels : von den vier- 
eckigen Knorpeln sagt er, dass sie Aehulichkeit mit dem Ringknorpel der Säagethiere haben: 
den unpaaren lässt er unbestimmt; die dreiseitigen nennt er Giessbeckenknorpel. 

Am ausführlichsten hat Geoffrot St. Hilaire die Parallele zwischen dem Vogel- 
und Säugethierkehlkopf durchgeführt, tt Allgemein schreibt er den Vögeln eine Epiglottis 
zu. Sie sei eine fibrösknorplige Platte, welche, statt eines Ligamentum hyothyrioideinn^ 
von dem Shildknorpel ausgehe und denselben ans Zungenbein befestige. Aus den Abbildungen 
ersehe ich, dass Geoffroy w^irklich den dünnen Fortsatz am vordem Rande des Sockels ge- 
sehen hat, der bei einigen Vögeln unzweifelhaft der Epiglottis entspricht. Aber er begeht 
einen doppelten Irrthum, indem er diesen Fortsatz allen Vögeln zuschreibt und dann, indem 



* Memoires pour servir ä l'hisloire des animaux. T. III. P. 2. p. 330. 364. 

** a. a. 0. p. 195. 

'** Beiträge zur Anatomie und Physiologie der Thiere. Erstes Heft. p. 60. 

OSO« Vorlesungen über vergleichende Anatomie Bd. IT. p. 338. 

I Zoologie. Bd. U. p. 644. 

■\j Philosophie analomique etc. p. 246. PI. V. Fig. 60 — 63. 



57 



m 



er ihn für ein Band hält, welches Kehlkopf und Zangenhein verhinde. Allerdings entspringt 
von demselben eine dicke, platte Bandmasse, welche ibn an den Körper des Zangenheins be- 
festigt, allein aasserdem findet sich ein dem Lf'ff. hyothyrioideiim der Saurier entsprechen- 
des, rundliches Band, welches sich nach unten in eine Zellhaut ausbreitet, die in die Knor- 
pelhaut der Vorderfläche des Larynx oder der Trachea übergeht. Der Theil des Larynx der 
Yögel, welcher der Thyreoidea der Säugethiere entspricht, ist nach Geoffros: der Sockel 
sammt den beiden viereckigen Knorpeln. Er unterscheide sich dadurch, dass er in drei Theile 
zerfallen sei, doch sei ein solches Zerfallen auch bei den Säugethieren durch die Ossificatio- 
ncn vorgebildet, welche im Alter entstehen und meistens eine grosse Platte in der Mitte und 
eine auf jedem Scitenthcil darstellen. Auch darin irrt Geoffrot, dass er die Trennung des 
Sockels von den viereckigen Knorpeln allen Vögeln zuschreibt. Den unpaaren Knorpel be- 
trachtet er als Ringknorpcl, indem er annimmt, dass die Cart. cricoidea der Säugethiere 
durch Verwachsung dieses unpaaren Stückes mit dem ersten Trachealknorpel gebildet werde, eine 
Ansicht, die sehr wahrscheinlich klingt, aber mir nicht richtig scheint. Die dreiseitigen Knorpel, 
deren oberster Rand mehr knorplig und nach hinten oft in einen spitzen Fortsatz ausgezogen 
ist, sieht Geoffroy für eine Verbindung der Santorinischen und Giessbeckenknorpel an, eine 
Annahme, die mir um so weniger gerechtfertigt scheint, da nirgends eine Trennung dieses 
obern knorpligen Streifens vorkommt und da der obere Rand nicht einmal der Lage nach dem 
Santoriniscben Knorpel entspricht. 

Folgendes ist Meckel's Ansicht * : der Sockel sei Schildknorpel ; die beiden vierecki- 
gen Stücke seien die Hälften des Ringknorpels, die zwar nicht untereinander in der Mittel- 
linie verwüchsen, auch sich gewöhnlich sehr eng mit dem ersten verbänden, doch aber meistens 
sehr nahe aneinander lägen und fest untereinander verbunden seien. Den unpaaren Knorpel 
nimmt Meckel für die im Rudiment vorhandenen und zu Einem verwachsenen Giessbecken- 
knorpel. Er stützt sich darauf, dass auch andere do|)pelte Theile der Säugethiere bei den 
Vögeln einfach würden, z. B. die weiblichen Zeugungstbeile (was aber nicht durch Verschmel- 
zung beider, sondern durch Verkümmern der einen Hälfte geschieiit), dass auch der Körper 
des Zungenbeins sich nicht in die Breite, sondern der Länoe nach ausdehne. Die Enge und 

CT 7 ~ O 

Schmalbeit des ganzen Kehlkopfs scheint ihm auch dafür zu sprechen. Die dreiseitigen Knor- 
pel, welche von den JMeisten den Gicssbeckenknorpeln verglichen werden, sollen keilförmige 
Knorpel sein, entweder allein oder mit den verknöcherten Stimmritzenbändern. 

Carus ** vergleicht den Sockel dem menschlichen Schildknorpel, die viereckigen den 
Gicssbeckenknorpeln, die dreiseitigen den Santorinischen und hält den un])aaren Knor])cl für 
ein eigenthümliches, die Santorinischen Knorpel verbindendes Mittelstück oder auch für einen 
Theil des Ringknorpels, dessen andern Theil die ersten unvollständigen, d. h. hinten offnen 
Luftröhrenringe darstellen würden. 

Endlich ist nach der Deutung von R. Wagner *** der Sockel gleich dem Schild- 



* In dessfii Archiv für Anat. und Phvsiol. 1832. p. 324. — System der vcrgleiclienden Anat. Bd. VI. p. 463. 
**■ Lehrbuch der vergleichenden Zootoniie. Bd. I. p. 195. BJ. IL p. 595. Taf. XIV. f. 7. 
**"* Lehrbuch der vergleichenden Anat. p. 242. 

Henle, Beschreibung des Kehlkopfs. O 



58 

kDorpel, der unpaare Knorpel sammt den beiden viereckigen gleich dem Ringknorpel, der drei- 
seitige gleich dem Giessbeckenknorpel. 
Vergieichnng Wenn es zweifelhaft sein kann, in wiefern der Kehlkopf der Vögel mit dem der Säo- 

init emKe -o.gj]jjej.e Übereinstimme, so ist dagegen nichts leichter, als die vollkommene Identität desselbcE 
ptUien. mit dem Kehlkopf der Schildkröten nachzuweisen, wenn man von den einfacheren Formen nn- 
Schiidknorpei ter den Vögeln ausgeht. Wir sahen den Schildknorpel bei Cltelonia ringförmig und voll- 
kommen geschlossen, bei Emys fast vollkommen ringförmig, aber hinten offen. Diesem 
Knorpel entspricht bei allen Vögeln, wo der Kehlkopf noch vollkommen knorpUg ist, der 
Sockel sammt den beiden, seitlich demselben angehängten viereckigen Knorpeln. So allge- 
mein auch behauptet wird, dass diese drei Knorpel bei jungen Vögeln getrennt seien und im 
Alter verwüchsen, so findet doch gerade das Gegentheil Statt. Es giebt viele Gattungen, bei 
welchen das ganze Leben hindurch die drei TheUe zu einem einzigen verwachsen, oder, rich- 
tiger gesprochen, noch ungetrennt sind. Dahin gehören z. B. die straussartigen und die Pa- 
pageien. Bei jenen ist der ganze Knorpel, den ich nunmehr Schildknorpel nennen werde, 
knorplig, bei diesen knöchern. Auch bei dem Schwan ist weder in der Jugend, noch im Al- 
ter eine Spur von Theilung des Schildknorpels zu sehen. Beim Pelikan ist die Mitte des- 
selben verknöchert, aber die Seitentheile sind ganz knorplig und mit dem mittlem Theil con- 
tinuirlich verbunden. Die Trennung des Schildknorpels in drei Stücke etablirt sich zuerst 
dadurch, dass der mittlere Theil der vordem Wand und die beiden äussersten Enden, die in 
der hintern Wand zusammenstossen , verknöchern und dass zwischen diesen drei Knochenfel- 
dern jederseits ein grösseres oder kleineres Knorpelfeld übrig bleibt. So bildet bei Sternuy 
Ciconia, Ardea^ Cypselus u. A. der Schildknorpel, wenn man ihn von allen übrigen Knor- 
peln getrennt, hinten geöffnet und ausgebreitet hat, ungefähr ein stumpfwinkliges Dreieck, des- 
sen äussere Winkel etwas abgestutzt sind, dessen stumpfe Spitze der vordem Spitze des Kehl- 
kopfs entspricht. In diesem Dreieck ist bei Stertia die Mitte unregelmässig verknöchert, 
dann folgt jederseits eine viereckige, knorplige Stelle, und zu äusserst wieder, mit scharfem 
Rand beginnend, eine Verknöcherung von rhombischer Gestalt. Denkt man sich beim Storch 
(vergl. Taf. V. Fig. 34.) die Fläche des Schildknorpels durch longitudinale Linien in sechs 
Felder getheUt, so bilden die beiden mittlem eine zusammenhängende Knochenplatte {A) von 
regelmässig fünfeckiger Gestalt, das zweite jederseits {B) ist knorplig, das dritte {C) knö- 
chern. Bei Cypselus ist nur der obere Theil der vordem Fläche nebst den äussern Seiten- 
theilen verknöchert, alles übrige knorplig und Alles zusammenhängend. 
Zerfällt in 3 Ebeuso verhalten sich auch in der Jugend die Kehlköpfe derjenigen Vögel, bei denen 

im Alter die Trennung bewerkstelligt ist. Diese erfolgt also offenbar nur dadurch, dass die 
Kunorpelplatte jederseits zwischen den einander entgegenschreitenden Verknöcherungen allmäKg 
schwindet. Wenn nur noch eine dünne Knorpelleiste übrig ist, so zerfällt der Schildknorpel 
schon bei der Manipulation leicht in drei Stücke, noch ehe eine wirkliche Naht oder ein Ge- 
lenk zwischen denselben gebildet ist. Dies scheint mir bei den hühnerartigen der Fall zu 
sein. In der Figur 32. Taf. V., welche ich als typische Form des Vogelkehlkopfs zur Ver- 
gieichnng beigefügt habe, ist die Cart. thyrioidea hinten, im Gelenk, getrennt und an einer 
Seite nach vorn umgelegt; man sieht die Stelle, wo ein Rest der frühern Knorpelwand den 
vordem und Seitentheil trennt, und kann sich leicht erklären, wie hier, auch bei vollkomiuner 



59 



m 



Contiguität der Anschein einer Naht entstehen muss. Mit Bestimmtheit konnte ich aher eine 
wirkliche Naht nachweisen hei den erwachsenen Raahvögeln und den meisten Passerini, na- 
mentlicli Muscicapa, den Sylvien, Alauda, Emberiza, Fringilla, Lioxia^ Crotophaga 
ü. A. Bei den grössern sieht man zwischen dem mittlem und den Seitentheilen eine Art von 
Gelenk; denn sowohl das vordere Ende des Seitenstücks, als der äussere Rand des Mittel- 
stücks sind nicht ossificirt und stellen gleichsam knorplige Epiphysen an den übrigens gröss- 
tenthcils knöchernen Stücken dar. Auf diesen Panct komme ich bei der Beschreibung des 
Ringknorpels nochmals zurück. 

Was die Gestalt des Schildknorpels betrifft, so kenne ich nur eine einzige Familie, Gestalt des 
bei welcher, so wie hei den Krokodilen unter den Reptilien, jede Spur der Entstehung aus V "°'^' 
Luftröhrenringen verschwunden ist, dies sind die Papageien. Die übrigen haben zwar meistens 
den grössten Theil aus einem Stück gebildet; doch hnden sich allgemein gegen den untern 
Rand noch Spuren einer Theilung in einzelne Ringe. Die Zahl derselben wechselt sehr. Ich 
fand nur eine schmale Querspalte in der vordem Wand bei Striae asio, Sterna stolida und 
Muscicapa; zwei bei Rhea und Ci/gnus, von denen die untere noch weit auf die hintere 
Wand herumreicht, zwei bis drei bei den Hühnern (vergl. Taf. V. Fig. 32.), vier bei Cry- 
pturus, vier, aber die beiden obern sehr schmal bei Falco albicilla. Bei Pelecanus reicht 
die Knochenplatte, ganz solid, an der vordem Fläche bis zum untern Rand; Spuren der 
Trennung in einzelne Ringe zeigen sich aber wieder an den Seitentheilen. Der Storch hat 
drei von unten nach oben an Länge abnehmende Querspalten, aber auch der solide Theil ist 
bis zum obern Rande quergestreift, durch abwechselnd stärkere und schwächere Ossification, 
Alles noch Andeutungen der Art, wie der Schildknorpel zuerst bei den Reptilien entsteht. 
(Vergl. Taf. V. Fig. 34.) 

Bei keinem der Vögel, die ich untersuchte, ist der Schidknorpel hinten geschlossen, 
obschon die beiden Enden desselben hinten oft so genau zusammengefügt sind, dass sie auf 
den ersten Blick continuirlich verbunden zu sein scheinen. Dies ist zumal bei den Raubvö- 
geln und Papageien der Fall, wo der Knorpel zugleich gegen die Mitte der hintern Wand 
sehr schmal ist und an der Stelle, wo beide Enden sich zusammenschliessen, in die Höhle des 
Kehlkopfs vorsjjringt. Die eigcnthümliche Form des Schildknorpels oder Schildknochen bei 
den Papageien hat schon Meckel sehr richtig beschrieben. * Der vordere Theil desselben 
hat ganz die Gestalt eines Stcigbügclbogens, wenn man sich die obere Oese, durch welche 
der Steigriemen tritt, undurchbohrt denkt. Er ist an dieser breitesten Stelle bei einem Kehl- 
kopf, der über 9|:"' im Durchmesser hat, nur 2'" und an den seitlichen absteigenden Bogen- 
theilen nicht \"' hoch. In dem Raum, den diese einschliessen, liegen unvollkommene Luft- 
röhrenringe, blosse quere Knorpelstreifen, fünf bis sechs an der Zahl, dann folgen sogleich 
vollkommen geschlossene Luftröhrenringe. Es wiederholt sich also, nur in stärkerm Maasse, 
das Verhältniss von Rhamphostoma (Taf. V. Fig. 11.). Die untern Spitzen der Bogen 
gehen continuirlich, aber ganz scharf jede in ein schwach convexes Bogenstück über, welches 
in der hintern und Seitenwand liegt, so zwar, dass die Concavität eines jeden nach unten und 
etwas nach innen gewandt ist. 



Vergleichende Anat. Bd. VI. p. 480. 

8' 



60 

Logitadinaier ALEXANDER V. HuMBOLDT hat zuerst die Aufmerksamkeit der NatarforscLer aaf 

jj^^g^^""^ ^"^ einen lon^tadinalen Vorsprang gelenkt, der sich an der Innern Fläche der vordem Wand des 
Schildknorpels befindet. Eine Andentang desselljen kam unter den Amphibien bei Pipa und 
einigen Schildkrötein vor. Unter den Vögeln erhebt sich derselbe da, ^o er am auffallend- 
sten entwickelt ist, als eine dreiseitige Platte von der Innenfläche des Schildknorpels nnd 
reicht oft sehr weit in die Höhle des Larynx hinein, die eine Fläche nach rechts, die andere 
nach links gewandt. * Dem MECKELschen Verzeichniss der Gattangen, die darch ein sol- 
ches Septum ansgezeichnet sind, ** ist noch Alca und CygnuH liinzazufdgen (nämlich C. 
olor^ bei Cygnus rufirostris fehlt er nach Meckel) ; Crotophaga^ Pterocles und Cryptu- 
rus haben, wie Meleagris und Phasianus, statt dieses Vorsprungs ein unbedeutendes Ta- 
berculum. Bei Ct/psehts bildet derselbe eine starke, ziemlich lange, aber cylindrische Kno- 
chenspitze. Meckel *** sieht diesen Vorsprang an als erste Andeutung der merkwürdigen, 
Ton Jäger bei Apienodijtes entdeckten Spaltung der Luftröhre durch eine mittlere Scheide- 
wand in zwei Hälften, eine Bildung, welche Meckel auch bei Procellaria glacinlu wie- 
dergefunden hat. 

Obere Spitze. Bei den Verhandlungen über die Frage, ob die Vögel einen Kehldeckel besitzen oder 

nicht, wurde der Unterschied zwischen häutiger und knorpliger Epiglottis nicht gehörig er- 
wogen. Wie bei den Reptilien, so giebt es auch bei den Vögeln einen Processus epiglot- 
ticus am Kehlkopf und bei diesen sogar eine getrennte Epiglottis, von welcher vor der Prä- 
paration kaum eine Spur zu sehen ist und ferner kommen häutige kehldeckelähnliche Querfal- 
ten am Kehlkopfeingang vor, während die vordere Spitze des Kehlkopfs stumpf, selbst concav 
ausgeschnitten ist. Von dem häutigen Kehldeckel soll hernach die Rede sein. 

Die obere Spitze der Cart. fht/rioidea ist bei Meleagris tief ausgeschnitten, bei 
den Papageien etwas eingebogen, bei Pelecanus quer abgestutzt, stumpfspitz bei den Straussen 
und den meisten Singvögeln, spitz bei den Raubvögeln; bei Cypsehis stellt der ganze obere 

-Processus e;ii- Rand eiucu ziemlich flachen Bogen dar, aus welchem die S])itze nicht vorspringt. Den ersten 
Ansatz zu einem Processus epiglotticus fand ich bei Crypturus in Gestalt eines ganz 
kurzen zapfenförmigen Vorsprungs. Bei dem Storch und Reiher ist ein blattförmiger, breiter 
und gleich der Vorderfläche des Schildknorpels völlig ossificirter Processus epiglotticus 
vorhanden, welcher der Form nach mit dem der Agamen viele Aehnlichkeit hat. (S. Taf. V. 
Fig. 34. D.) 

Bei den meisten Huhnern, Enten, bei Laras, Alca, Haematopus, Jluscicapn, nä- 
hert sich dieser Fortsatz noch mehr der Säugethierepiglottis durch seine ^^ eichheit und Dünne. 
Er sitzt mit breiter Basis auf dem obern Rande der Cart. thyrioidea oder ist vielmehr die 
obere Spitze dieses Knorpels selbst, dessen Verknöcherung aber nach oben plötzlich durch 
eine quere gerade oder convexe Linie abgegrenzt ist. So gehen auch die Seitenränder der 
Cart. thyrioidea oft ohne Unterbrechung in die Seitenränder des Processus epiglotticus 



* S. Abbildungen desselben bei v. HrMBOLDT a. a. 0. PI. I. No. I. Fig. 2. n. No. III. Fig. 2. PL IL 
No. V. Fig. 3. Ferner bei Geoffroy a. a. 0. PI. T. Fig. 60. (ohne Bezeichnung). 
" a. a. 0. p. 458. 
*'* In dessen ArchiT. a. a. 0. p. 323. 



61 

über (s. Taf. V, Fig. 32. D). * Der freie Rand des letztern ist bald quer abgestutzt, bald 
convex, bald zugespitzt. 

Als ein eigentbümlicber Knorpel existirt die Cartilago epiglottica (ich unterscheide Crtr^v«*/« e/)i- 
durch diesen Namen die knorplige Epiglottis von der Schleimhautfalte, wclclie sie bei den^**""^"' 
Säugethieren ausfüllt) bei dem Schwan. Eine unregelmässige, gezackte, im Ganzen nach oben 
convexe Naht, welche ungefähr durch die Mitte der C. tJnjrioidea quer verläuft, theilt die- 
selbe iu eine obere nnd untere Hälfte, die obere entspricht der Epiglottis und stellt eine 
dreiseitige Platte dar, deren Seitenränder ebenfalls die Seitenränder des Schildknorpcls fort- 
setzen. Nur etwa das obere Drittel der Epiglottis ist frei, der übrige Theil trägt zur Bil- 
dung der Kehlkopfböhle bei und die Giessbeckenknorpel legen sich an die Seiten derselben 
an. Dadurch und durch die vollständige Verknöcherung ist die Beziehung dieser Platte zur 
Epiglottis der Säugethiere noch etwas undeutlich. Viel vollkommner wird die Achnlichkeit 
bei Sterna, Rallus, vielleicht auch Laras. Hier lindet sich der kurze und breite, knor- 
plige Processus epiglotticiis der Hühnervögel und als Fortsetzung desselben, durch eine 
Naht von ihm getrennt, ein langer, vollkommen zungenförmiger und weicher Knorpel, der so- 
gar in dem Boden der Mundhöhle hinter der Zunge die Schleimhaut in einen schwachen, 
warzenartigen Höcker erhebt. Dies ist die vollkommenste Form der Cart. epiglottica^ die 
ich bei Vögeln gesehen habe. Leider hatte ich nicht Gelegenheit, Scolopaa; Gallinula zu 
untersuchen, von welcher Nitzsch berichtet, ** dass sie einen deutlichen, häutigen Kehldeckel 
besitze und dass dieser in der Mitte seines Randes einen rundlich konischen, härtlichen, nach 
hinten gerichteten Zipfel trage, in welchem ein wirklicher Knorpel sich behnde. lieber den 
letztern Punct ist er indess nicht ganz sicher. Ich finde, dem äussern Ansehen nach, dieselbe 
Bildung bei der nah verwandten Cr ex, aber hier ist der Zipfel der häutigen Epiglottis nicht 
knorplig und steht mit dem Kehlkopf in keiner Verbindung. Dieser hat nur einen angewach- 
senen dünnen Processus epiglotiicus, gleich den Hühnern, der ohne Präparation nicht sicht- 
bar ist. . 

In. der Mitte der hintern Wand findet sich allgemein bei den Vögeln der Knorpel, Cari. crkoi- 
auch meistens verknöchert, wieder, welcher sich zuerst bei der weiblichen Pipa vom Schild- ^''* 
ringknorpel abgrenzte und bei Emys und Chelonia die hintere Spitze des Kehlkopfs bildet und 
die Giessbeckenknorpel trägt. Ich habe ihn früher Ringknorpel genannt und die weitere Be- 
schreibung desselben wird diesen Namen rechtfertigen. Die Gestalt dieses Knorpels bei den 
Vögeln ist im Allgemeinen verschoben rhombisch, viereckig oder dreieckig, auch herzförmig, 
die S])itze nach unten gewandt. (S. Taf. V. Fig. 32 und 33. E. Geoffrot a. a. O. 
PI. V. Fig. 61. 63. er.) Die erste Form kommt bei den Straussen und Papageien vor. 
Die beiden Enden der Cart. tliyrioidea lassen da, wo sie sich hinten mit einander verbin- 
den, am obern Rande einen dreieckigen Ausschnitt. In diesen ist der viereckige Ringknorpel 
wie ein Karten -Carreau gestellt und die Seiten desselben, welche frei bleiben, dienen den 
Giessbcckenknor])cln zur Articulation. Bei dem Papagei und beim Casuar ist die ganze hin- 
tere Fläche des Ringknorpels frei und sichtbar; beim zweizehigen Strauss muss nach Meckel's 



« Geoffroy a. a. 0. PI. Y. fig. 60. 62. 63. A. 
"" Mkckkl's Archiv. 1826. p. 616. 



69 - 

Beschreibung auch die Spitze des Ringknorpels frei zwischen den Giessheckenknorj)eln nach 
oben vorragen. * Aber schon an dem Kehlkopf der R/iea wird die hintere Fläche fast ganz 
bedeckt durch Fortsätze der Giessbeckenknorpel, welche über dieselbe nach innen und unten 
herabsteigen und einander von beiden Seiten erreichen, so dass sie in der 3Iittellinie, hinter 
der C. cricoidea, articulirend zusammentreten. 

Bei den meisten Vögeln ist der Ringknorpel von aussen gar nicht zu sehen, da er 
überhaupt klein ist und zum grössten Theil noch durch die Cart. thyrioidea und die Cartt. 
arytaenoideae bedeckt wird. Häufig aber bildet er einen desto ansehnlichem Vorsprung in 
die Höhle des Larynx und er geht seiner Bestimmung schon dadurch mehr entgegen, dass 
er zum grossen Theil nach innen oder vorn, vor die Enden der Cart* thyrioidea^ zu lie- 
gen kommt. 

Bei dem Huhn (Taf. V. Fig. 32.) hat der Ringknorpel eine 4eckige Form; mit dem 
obern, breiten, zugleich etwas wulstigen Rande ruht er auf dem obern Rande des Schildknor- 
pels; er trägt an beiden Seiten des obern Randes Gelenkflächen für die Giessbeckenknorpel, 
während die Mitte frei bleibt. Dieser Knorpel ist, wie schon frühern Beobachtern auffiel, 
dem höhern Mittelstück des menschlichen Ringknorpels ähnlich. Es fehlt ihm, um demselben 
völlig zu gleichen, nichts als ein Bogenstück, welches sich etwa so zu ihm verhalten müsste, 
wie die Rippen oder die hintern Wirbelbogen zu einem Wirbelkörper. Geoffrot und Ca- 
Rüs nahmen deshalb an, dass der Ringknorpel der Vögel mit dem ersten Tracheairinge ver- 
wachse, um den Ringknorpel der Säugethiere darzustellen. 3Iir ist es wahrscheinlicher, dass 
es die Seitentheile des Schildknorpels sind, welche zu Bogenstücken des Ringknorpels 
werden. 

Man kann an den Kehlköpfen der Vögel Schritt vor Schritt verfolgen, wie diese 
Theile, die ich früher die 4eckigen Knorpel nannte, in ihrer Verbindung mit dem Mittelstück 
des Schildknorpels lockerer werden und dem Mittelstück des Ringknorpels, oder dem Theil, 
welchen ich bisher Ringknorpel genannt habe, sich anfügen. An dem einfachen, bei Chelonia 
noch ringförmig geschlossenen Schildknorpel bildet sich zuerst in der Mitte der hintern Fläche 
eine longitudinale Spalte; der Knorpel erhält 3 getrennte Ossificationspnncte ; der mittlere 
schliesst sich von den seitlichen abermals durch eine Längsspalte ab. Noch stehen aber die 
Seitenstücke durch den höhern , vordem Rand ihit dem Mittelstück , durch den niedrigen 
hintern Rand unter sich und mit dem Ringknorpel in Verbindung. Allraälig kehrt es sich 
um, der hintere Rand der 4eckigen Knorpel wird höher, der vordere Ran^ wird niedriger; 
die Verbindung der Seitenstücke mit dem Ringknorpel wird so eng und ihre Articulation mit 
dem Mittelstück des Schildknorpels so lose, dass die letztere bei der Präparation immer zu- 
erst nachgiebt und der Ringknorpel mit den niedern 4seitigen Knorpeln so im Znsammenhange 
bleibt, wie es Taf. V. Fig. 33. aus Loxia curvirostra dargestellt ist. (Ebenso verhal- 
ten sich die verwandten Gattungen Alauda und Fringilla^ Jetzt würde man den Rest des 
Schildknorpels, das Mittelstück, allein als Cartilago thyrioidea erkennen und den Ringknor- 
pel mit den beiden Seitentheilen des Schildknorpels als C, cricoidea^ und so erhalten die 



Im ArchiF a. a. 0. p 329. Vgl. Anat. VI. 477. 



63 

verschiedenen Ansichten über die Deutnng des Yogelkelilkopfs in Bezug auf den Kehlkopf 
der Säugethiere gewissermaassen ihre Reclitfertigung. 

Wenn die Bogeustücke (Taf. V. Fig. 33. C) ihre Gelenkverbindung mit dem Schild- 
knorpel aufgehen, wenn sie hinter diesem weiter nach vorn treten und sich vorn in der Mit- 
tellinie verbinden, wenn endlich der Körper des Ringknorpels mit diesen Bogenstücken ver- 
wächst, so ist der Kehlkopf des Menschen und der höhern Säugethiere vollendet. Es wird 
sich zeigen, in wiefern dieser Process in der Natur nachgewiesen werden kann. 

Die Gestalt der Giessbeckenknorpel ist auch bei den Vögeln im Wesentlichen, gleich c. nnjiaenoi' 
der der Reptilien, die trianguläre. Immer sind sie im Verhältniss zur Länge sehr schmal, 
ziemlich gleichschenklig, spitzwinklig. Eine der langen Seiten begrenzt die Stimmritze, die 
andere ist dem Schildknorpel zugewandt; die schmale Basis ist Gelenkfläche mit dem Ring- 
knorpel. * So einfach, weich und knorplig, mit abgerundeten Winkeln ist die C. arytaenoidea 
beim Kasuar; auch bei der Rhea ist sie knorplig; der untere, hintere Winkel in einen ab- 
gerundeten Fortsatz verlängert, der mit dem entsprechenden der andern Seite zusammenstösst. 
Bei den übrigen Vögeln sind die Cartilagines arytaenoideae , wie die andern Kehlkopf- 
stücke, grösstentheils knöchern. Nur selten sind sie platt {Ciconid), meistens der Länge 
nach auf der äussern Fläche concav. Ganz gewöhnlich geht etwa von der Mitte des Innern 
freien Randes ein platter oder cylindrischer Fortsatz aus, der gewöhnlich knorplig bleibt. 
Er ist bei den Papageien kurz, bei den Raubvögeln, den Hühnern und Gänsen sehr lang 
(S. Geoffrot. Fig. 76), so dass er fast ebensoweit, als die Basis des Giessbeckenknorpels 
nach hinten reicht. Geoffrot hält ihn für die Cartilago Santoriniana, eine Ansicht, ge- 
gen welche ich mich schon oben erklärt habe. 

Die Muskeln des Kehlkopfes haben Fabricius ab Aouapende\te, ** Öliger Ja- Maskein 

^ . ^ . fies Kehl- 

cobaeüs, *** TiEDEMANN **** uud Meckel f beschrieben. Der erste gibt 3 an, die er kopfs. 
nicht deutlich genug beschreibt, um sie wiederzuerkennen; der zweite gedenkt nur eines ein- 
zigen Erweiterers, der vorn vom ersten, hinten vom zweiten Luftröhrenring entspringe. Tie- 
DEMANN fand bei der Gans 2 Muskeln, einen Erweiterer, welcher von der äussern Fläche 
des Ringknorpels (Schildknorpels iV.) zur äussern Fläche und Spitze des Giessbeckenknor- 
pels gehe und einen Schliesser, unter dem vorigen, vom Schildknorpel zum innern Rand des 
Giessbeckenknorpels. Wie dieser Muskel, die Stimmritze schliessen könne, ist nicht wohl 
einzusehen. Meckel fand den Erweiterer Tiedemann's bei der Gans Avieder; der Veren- 
gerer ist nach ihm ein einfacher, unpaarer Quermuskel von der äussern Fläche des einen 
Giessbeckenknorpels zu der des andern. Beim Kasuar giebt es nach Meckel 3 Muskeln, 
einen unpaaren, halbringförmigen Verengerer an der hintern Fläche, und jederseits zwei Er- 
weiterer, und beim Strauss sollen ausser dem Verengerer sogar 3 getrennte Ervveiterer vor- 
kommen. 



* V. Humboldt, a. a. 0. PI, I. No. IL Fig. 3. — Gkoffroy, PI. V. Fig. 61. 63. av. und gl — Carls, 
a. a. 0. Taf. XIV. Fig. 5. — Meine Tafel V. Fig. 32. F. 
"' a. a. 0. 

*** Analome PsiUaci in Act. Soc. Ilafn. Vol. II. p. 313. 
•*** a. a. 0. p. 649. 
t Archiv, p. 330. Vgl. Ana', p. 472. 



64 

Ich sali bei allen Yögeln 3 Paar Kelilkopfinuskeln , die nur in der Grösse variiren. 
Und zwar: 
M. hyotra- \. An dcr Vordeifläclie liegt immer eine Muskelmasse, die jederseits vom Körper 

hi/oihyrioideus. des Zungenbeins entspringt und an der Trachea mehr oder weniger weit herablauft, indem die 
traciieaUs. Fascrn, am Ursprung zu einem schmalen Bündel zusamraengefasst, sich auf der Trachea zu 
einer breiten Fleischhaut entwickeln. Diese Muskelpartie besteht aus einer innern und einer 
äussern Portion. Die äussere, schmalere Portion läuft ohne Unterbrechung über den Kehl- 
kopf weg an der Trachea herab und ihre Fasern sind weiter unten von denen der folgenden 
nicht mehr zu scheiden. Die innere, breitere Portion erleidet eine Unterbrechung, indem die 
Fasern, die vom Zungenbein kommen, sich an den untern Rand des Schildknorpels befesti- 
gen und unmittelbar unter dieser Insertion und in der ganzen Breite desselben neue Fasern 
entspringen, die an der Trachea herab und mit den Fasern der ersten Portion zu einer 3Ius- 
kelhaut zusammentreten. Dadurch sind also aus der innern Partie des 3Iuskels, den wir sei- 
nen Insertionspuncten nach lujotracliealis nennen, 2 Muskeln entstanden, ein hi/otht/rioideus, 
welchen wir ebenso bei den Säugethieren wiederlinden, und ein thyriotrachealis ^ als dessen 
Rudiment bei den Säugethieren der M. cricothy rioideus anzusehen ist. '^'* 

Von einer enormen Stärke sind diese 31uskeln sämmtlich bei den Raubvögeln, bei 
denen sie die ganze vordere Wand und einen Theil der Seitenwand der Trachea beinahe bis 
zur Theilungsstelle in die Bronchien bedecken. Sie sind kleiner bei den Hühnern und Gän- 
sen und bei den straussartigen erstrecken sie sich nicht weit über den Kelilkopf, so dass man 
den M. tliyriotracliealis kennen muss, um ihn wiederzufinden. 

Sie sind Aulheber des Kehlkopfs und der Luftröhre. 
M.dUatntor 2. Auf der Rückeufläche des Kehlkopfes liegt zu oberst ein platter, breiter und 

aditus laryngis i o i 7 

iAi/ri(>-«ri/f«e- ziemlich rhombisch gestalteter Muskel, welcher offenbar dem Erweiterer des Kehlkopfeingangs 

iwideus posli- • 1 t-» i 1 • t» i> 

cus. bei den Reptilien entspricht. Er kommt breit vom untern Rande des Seitentheiles der C 

thyrioidea, oder, wenn diese in 3 Stücke getrennt ist, allein vom untern Rand der Seiten- 
stücke und geht mit dem grössten Theil seiner Fasern convergirend zur obern Spitze des Giess- 
beckenknorpels, mit einigen auch an den hintern Rand und namentlich zu dem knorpeligen 
Fortsatz desselben. 3Ian muss diesen Muskel abtrennen, um den folgenden in seinem ganzen 
Verlauf zu selten. 

M. compres- 3, Unter dem Erweiterer liegt ein Muskel, in welchem man leicht den Compressor 

sor laryngis, o -' 1 

— Ti,yrio-ary- ^QT höhom Reptilien wieder erkennt. Er ist breiter, aber dünner, als der vorige, entsteht 
teraiis. von dem obern Rand der C. arytaenomea, von der vordem bis zur hintern Spitze; einige 

Fasern desselben hängen sogar, wenn der Processus epiglotticus fehlt, über der vordem Spitze 
continuirlich mit Fasern der andern Seite zusammen. In der Aushöhlung der C. arytae- 
tioidea laufen sie, unter dem spitzen Fortsatz derselben weg zum hintern, innern ^A inkel 
und befestigen sich zum grossen Theil an denselben; communicireu aber auch von beiden Seiten 
untereinander hinter den Basen der Giessbeckenknorpel und hinter dem Ringknorpel. Da- 
durch erhält der 3Iuskel die Bedeutung eines Sphinkter, da die obersten Fasern desselben 
ohne Unterbrechung kreisförmig um die Kehlkoj)fspalte herumgehen. Die Hauptmasse dessel- 
ben aber kann diese Spalte nicht verengern, sondern nui' entweder den Kehlkopf von hinten 



65 

nach vorn zusammendrücken oder gemeinschaftlich mit dem vorigen die Ränder des Kehlkopf- 
einganges nach aussen bewegen. 

Yom Zungenbein hat sich dieser Muskel bei den Yögeln ganz befreit. Unzweifelhaft 
aber ist er eine Fortsetzung des oben beschriebenen hijothyrioideus. Schon bei Hyla und 
Rana ist der Compressor, der bei den niederem Gattungen vom Zungenbein kommt, in 2 
Bündel zerfallen, von denen das eine an einem Fortsatz des Ringschildknorpels entspringt. 
Angenommen, dass das erste Bündel an diesem Fortsatz ganz endet und das 2te allein von 
demselben weitergeht, so ist aus dem einfachen Compressor der Hyothyrioideus und Thy- 
rioarytaeuoideus entstanden. So erfolgt aber, wie schon öfter zu bemerken Gelegenheit 
war und noch sein wird, überall die Vervollkommnung der Muskeln; der einfache Muskel 
findet unterwegs einen Haltpunct, er theilt oder unterbricht sich vielmehr an demselben so, 
dass an der einen Seite des Haltpunctes sich die Fasern befestigen und neue an der andern 
Seite von dem Haltpuncte entspringen. Die Inscripiioties tendineae (an dem 31. rectus, 
an dem Stertiohyoideus u. A.) sind Reste solcher Unterbrechungen. 

Noch ist der eigenthümlichen Bildung der Kehlkopfmuskeln bei der Gattung Picus^'^ß'^^^^^^ 
zu gedenken , welche von Huber * nicht ganz richtig beschrieben worden sind. Die Yer- 
kümmerung des Zungenbeinkörpers ist Schuld, dass einige Muskeln, die sonst demselben an- 
gehören, auf den Kehlkopf übergehen. Eigenthümlich ist dem Spechte der oberflächlichste 
Muskel (wenn man von der Bauchfläcbe her präparirt), welcher einfach an der sehnigen 
Scheide des Zungenbeins entspringt, sich aber bald in 2 Bündel theilt, die an den Seiten 
der Trachea eine Strecke weit herablaufen, und wie Hüber angiebt, endlich an das Schul- 
terblatt gehen sollen. M. omovaginalis Hüber Taf. I. Fig. 2. ef. Schlägt man diesen 
Muskel zurück, so erscheint ein Muskel, welcher von einer Art Spina der C. thyrioidea 
entspringt, sich ebenfalls sogleich theilt, unter dem vorigen weg jederseits an dessen äussere 
Seite tritt und mit den Fasern desselben verschmilzt. Huber hat ihn übersehen. Jener Muskel 
scheint dem M, hyothyrioideus^ dieser dem M. thyriotrachealis der übrigen Vögel zu ent- 
sprechen. 

Der M. hyotrachealis {M. tracheoglossus Huber. Fig. 2. gh. Fig. 4. m. Fig. 10.) 
kommt jederseits nach hinten und aussen von den beiden obengenannten aus der Zungeu- 
scheide hervor, geht auf die Rückseite der Trachea und theilt sich hier in mehrere Bündel, 
die sich mit den Bündeln des entsprechenden Muskels der andern Seite kreuzen. 

Den M. omohyoideus der andern Vögel vertritt beim Specht ein schmaler Muskel, 
welcher vom Schulterblatt entspringt und hinter den obengenannten durch an die Vorderfläche 
der C. thyrioidea tritt, wo er sich über den Urs])rnng des M. thyriotrachealis ansetzt. 
{M. omothyrioideus Huber. Fig. II. //. ) Ein anderer Theil des M. omoliyoideus geht 
an das grosse Zungenbeinhorn. 

Hüber's Genioihyrioideus (Fig. 2. M) und Mylothyrioideus (Fig. 2. ii, fig. 5.«) 
sind Schlundmuskeln, welche von den Unterkieferästen entspringen, sich in dem Anfang des 
Pharynx ausbreiten und ein Paar Fasern an die Cart. thyrioidea abgeben. 

Bei allen Vögeln sind die Ränder des Kchlkopfeinganges allein durcli die hintern Räu- 



" De lingua et ossc hyoidco pici viridis. StiiUg. 1821. 4. 
Heni.e, Beschreibung des Kelilkopfs. 



66 

Schleim- ^gp ^gj. Cart. arytocnoidcae ffebildet, deren obere Spitzen sich dicht an die Cart. thv- 
Kehl- rioidea anleffen. Der Stimmladeneinffanff steht in der Rahe eewÖhnlich offen nnd bildet ein 

deckel. , . 

lang gezogenes Oval. Kein Vogel hat Stimmbänder und daher auch keiner eine Stimmritze. 

Die Schleimhaat der Zungenwurzel oder vielmehr des Bodens der Mundböble hinter 
der Zungenwurzel geht bei den Meisten ohne alle Unterbrechung in die Höhle des Kehlkopfs 
über; bei Andern erhebt sie sich vor dem Eingang in diese in Gestalt einer stumpfen Papille 
{Pferocles, Otts), jedoch schien mir diese Erhabenheit nicht durch einen mit dem Kehlkopf 
in Verbindung stehenden Theil, und überhaupt nicht durch einen Knorpel veranlasst zu sein, 
sondern mehr durch eine Anhäufung von Fett oder Drüsensubstanz. Bei Sterna und Rallus 
dagegen ist es allerdings die knorpelige Epiglottis, welche vor dem Kehlkopfeingang unter 
der Schleimhaut als eine stumpfe Sj)itze sichtbar wird. Auch beim Strauss scheint die obere 
Spitze des Schildknorpels die Schleimhaut in eine kehldeckelähnliche Falte zu erheben.' 

Eine quere, halbmondförmige Falte, also eigentliche häutige Epiglottis findet sich an- 
gedeutet bei Emberiza, Cri/ptiirus, LarutSf'^^ deutlich bei Fulica a/ra;^'*^^ bei Crcjc be- 
findet sich in dieser queren Hautfalte ein mittlerer Wulst oder ein Knötchen, welches aber 
nicht knorpelig ist. Ob Nitzsch richtig gesehen hat, wenn er bei Scolopaa^ gallhiula 
einen Knorpel in einer ähnlich gestalteten Hautfalte vermuthet, müssen fernere Untersuchun- 
gen lehren. 

Auch bei den Vögeln kommen Longitudinalhautfalten vor, welche sich zwischen die 
Spitzen der Cart. artjtaenoideae hindurch in die Kehlkoj)fhöhle begeben und an die innere 
Wand der C. tliyrioidea befestigen. Eine solche sah ich bei Rliea. Sehr auffallend ist 
die Bildung dieser Hautfalte beim Scliwan. Sie entspringt nämlich mit einer breiten queren 
Basis von dem Boden der 3Iundhöhle unmittelbar vor dem Stimmladeneingang, wird sogleich 
schmal und geht mit der Spitze an den knöchernen Vorsprang der innern Fläche der Cart. 
thyrioidea, 

Kehlkopf der liäng^ethiere. 

Nach den ausführlichen Arbeiten von AVolff, **** Brandt t und AIeckel tt über 
die Stimraorgane der Säugethiere kann ich mich hinsichtlich derselben um so kürzer fassen, 
da es fast nur Abweichungen der Pro])ortion und der Gestalt der einzelnen Theile sind, durch 
welche die Kehlköpfe der Säugethiere unter sich und von dem Stimmorgan des 3Ienschen va- 
riiren. Es wird daher dieser kurze Abschnitt nur gleichsam die Anwendung der früheren und 
die Probe enthalten, wiefern die bisher gebrauchten Namen richtig gewählt worden sind. 
Kiiorpe!. Dci Schildkuorpel, den wir noch bei den Vögeln überall zwar hinten offen, aber voll- 



* Meckel im Archiv, a. a. 0. p. 327. 

*" Geoffroy St. HiLAiRE. a. a. 0. Taf. VI. Fig. 71. />. 

'" Nitzsch. a. a. 0. Taf. YII. Fig. 1—5. a. 

**""" Dissertalio anatomica, de organo vocis mammalium. Bcrol. 1812. 4. 

"i* Observaliones analomicae de mammalium . . vocis instrumenlo. Berol. 1816. 4. 

ff Vgl. Anat. VI. p. 498. S. 



kommen ringförmig sahen, bedeckt bei allen Säugethieren nur die Vorder- und die Seitenflä- 
chen des Stimmorgans; seine hintern Ränder stehen weit auseinander; ein Grund mehr, um 
anzunehmen, dass ein Thcil desselben an den Ringknorpel übergegangen sei. Mit diesem 
articulirt er immer durch die untere Spitze seines hintern Randes, welche fast bei allen Säu- 
gethieren zu einem stylförmigen Fortsatze ausgezogen ist; eine Ausnahme machon der Luchs * 
und das Schnabelthier. Dem untern Fortsatz gegenüber besteht bei den meisten Säugethie- 
ren ein oberes Hörn zur Articulation mit dem Zungenbein; es fehlt aber dem Schwein und 
den Cetaceen. 

Die vordere Fläche des Schildknorpels ist bald glatt, gewölbt, bald mit einer Firste 
versehen, so dass der Knorj)el, wie auch bei einigen Reptilien, aus 2 Seitenhälften zusammen- 
gesetzt scheint. Eine Theilung in einzelne Luftröhrenringe ist bei dem Schildknorpel der 
Säugethiere nirgends mehr nachzuweisen, dass aber eine solche in früherer Zeit vorhanden gewe- 
sen sei, wird durch den Verlauf der Arteria laryngea inf. bewiesen. Die Oeffhung, durch 
welche diese so häufig in den Kehlkopf tritt, kann nur der Rest einer früheren Spalte sein. 

Es giebt nur eine Familie unter den Säugethieren, bei welcher die Epiglottis noch con- Epif/ioiUs. 
tinuirlich mit dem Schildknorpel verbunden, also ein Fortsatz des letztern ist, näjulich die 
Cetaceen. Rapp sagt: *** „der Kehldeckel besteht aus einer sehr dicken, harten Knorpel- 
masse und zeigt durchaus nicht jene ausgezeichnete Biegsamkeit und Elasticität, wie bei den 
übrigen Säugethieren. Bei Delpltinns delphis ist dieser Knorpel mit dem Schildknorpel in 
ein Stück verwachsen, ohne dass man die Grenze beider angeben könnte.'* So finde ich es 
auch bei Delphinus phocaena. Bei Lutra vulgaris *** ist an dem Schildknorpel noch 
ein kehldeckelartiger Fortsatz continuirlich befestigt, aber schon ein besonderer Kehldeckel 
abgelöst. Bei den meisten ist bekanntlich die Cartilago epigloitica ein von dem Schild- 
knorpel vollkommen getrenntes Stück. **** 

Ich vermuthete, dass der Ringknorpel der Säugethiere sich durch Verschmelzung üiei Caruiago ( 
ursprünglichen hintern Ringknorpelkörpers der Schildkröten und Vögel mit den abgelösten 
Seitentheilen des Schildknorpels der letztern bilde; indem diese zugleich unter dem Schild- 
knorpel her nach vorn herumwachsen und sich in der Mittellinie erreichen. Was für diese 
Ansicht besonders spricht, ist die Gestalt des Ringknorpels bei den Cetaceen, f und einigen 
Digitigraden , den 3Iustelus ft und Bären, ttt ßei diesen Thieren ist nämlich der Ring- 



«* WcLFF, Taf. II. Fig. 10. 

** Die Cetaceen, zoologisch-analoiniscli dargestellt, p. 146. 

*"' WoLFF. Taf. II. Fig. 1». 

**** Eine ganz eigenthümliche Bildung glaubt Mkckel an dem Kelilkopf des Schnabeltliiers gefunden zu haben 
{Ornühorhyndd paradoxi dcscriplio analomica. p. 46. Taf. VII. Fig. 17 — 19.). Es soll nämlich der Schild- 
kniirpel knöcherne Soitentheile besitzen, welche jederseits in 2 Bogen getheilt wären, von denen der obere um die 
ganze Speiseröhre herumgehe und sich mit dem gleichnamigen hinter derselben vereinige. Es gehört aber dieser Bo- 
gen, welcher in Meckkl's Abbildungen mit 2 und 3+ bezeichnet ist, dem Zungenbein an; unter ihm kommt erst, 
allerdings sehr genau durch Sehnen mit ihm verbunden, die Carlilago Ihyrioidea zum Vorschein (3 in Fig. XVII 
und XIX). Diese ist sehr schmal, nur ein plattes Bogenstück, ohne obere oder untere Homer. 

t Meckel, a. a. 0. p. 502. Rapp, a. a. 0. 

tt Meckel, p. 238. — Wolff, Taf. III. Fig. 21. 

ttt WoLLF, Taf. III. Fig. 16. 

9* 



68 

knorpel vorn nicht geschlossen, sondern läuft jederseits in eine Spitze aus, und der Raum 
zwischen beiden Spitzen wird durch Zellgewebe ausgefüllt. Nur durch eine schmale Knor- 
pelbrücke ist die C. cricoidea vorn geschlossen bei Lntra. * Fast überall ist der Ringknor- 
pel hinten bedeutend höher als vorn. 

Wollte man mit Geoffroy und Carus statuiren, dass der Ringknorpel der Vögel 
sich mit einem Tracheairinge verbinde, so ist nicht einzusehen, warum dieser an der Yorder- 
wand geöffnet sein sollte, da die Tracheairinge der Säugethiere, wenn sie unvollständig sind, 
fast immer an der hintern Wand durchbrochen sind. Indess findet allerdings auch Unterbre- 
chung der Tracheairinge an der vordem Wand Statt. Bei Balaena rostrata und Mi/sti- 
cetus sind nach Rapp die Knorpel der Luftröhre vorn nicht geschlossen und die ganze vor- 
dere Seite der Luftröhre ist bis zu ihrer Theilung membranös. ** Beim Delphin sah ich 
wenigstens die drei ersten Tracheairinge vorn durchbrochen und beim Löwen folgten in einem 
Fall auf den ersten, vorn geschlossenen Trachealring vier offne, zwischen welchen eiu einfa- 
cher, longitudinaler Knorpelstreif sich gebildet hatte; das Verhältniss der Tracheairinge zu 
diesem Streifen war wie von Rippen zum Brustbein. 

Cart. itnernr- Die Bedeutung der von Brandt entdeckten Cart. interarticulari» *** ist auch nicht 

hcuiarts. j^j|. |Sici,erheit zu ermitteln. Es sind Knorpel von Hirsekorn- bis Erbsengrösse, welche auf 
dem obern Rand der Cart. thyrioidea zwischen dieser und den Gelenküächen der C. ary- 
iaenoideae vorkommen. Die Cart, interariicularis ist rundlich und gross beim Luchs, 
Schwein, Tajassu, Hund und Wolf, querlänglich im Vampyr, am grössten nnd dreieckig beim 
Igel. Hier erinnert sie wohl durch Gestalt und Lage an den Ringknorpel der Vögel und 
dürfte vielleicht für ein Analogon desselben gehalten werden; ihrer Unbeständigkeit wegen 
möchte ich ihr indess eine solche wichtige Stelle nicht zntheilen. Vielleicht stellt sie eher 
eine Art von Sesambein vor. Dies wurde mir wahrscheinlich, als ich sie bei einigen Thieren 
bisquitförmig, wie aus zwei runden Knochenkernen zusammengeflossen sah. Noch mehr sjiricht 
dafür, dass auch auf dem hintern innern Rand des Giessbeckenknorpels häufig jederseits ein 
rundes Knorpelchen vorkommt, welches schon Brandt als Sesambein bezeichnet, **** und 
dass auch diese Sesambeine bei einigen Gattungen (Ormthorhytichus, Halmaturus^ Didel- 
phis, Proci/on, Pteropus u. A.) zu einem einzigen Stücke untereinander in der 31ittellinie 
verwachsen. 



deae. Santo- 
riniimne. 



c. arytaenoi- Die Giessbeckenknorpel sind von Anfang an in ihrer Form und Bestimmung am con- 

stantesten geblieben. Auch bei den Säugethieren sind sie in der Regel dreieckig, aber we- 
niger in die Länge gezogen als bei den Vögeln. Ihre obere Spitze erhält einen liakenför- 
migen Fortsatz (Wiederkäuer, Pferd), welcher sich endlich ablöst und einen eigenthümlichen 
Knorpel darstellt, den Santorinischen , der unter den niedern Classen allein bei Rana vor- 



* WoLFF. Taf. II. Fio. 13. 

*' a. a. 0. p. 149. 

*'^* a. a. 0. p. 34. Fig. VI. g, IX. f. 

""■^^ Ebendas. Fig. V. fc, YI. /", VIU. g. 



< 

•» 



69 

kam, unter den Säiigetliieren aber nur wenigen fehlt. Wolff hat die Gattungen angegeben, 
bei welchen er vermisst wird ; * zu diesen gehört ancU noch Orycteropus. ** 

Die Kehlkopfmuskeln der Sängethiere theilen sich in drei Gruppen, welche den dreiMuskein, 
Muskeln des Vogelkehlkopfs und somit auch denen der niedern Thiere genau entspreclien.M. %o»%rioi- 
An der vordem Fläche liegen der Ht/otJit/rioideus, der Cricothyrioideus *** und der Ster- '„|^".,o,jg„s 
nothijrioideus. Die beiden letzten sind Theile des Thi/riotrachealiis der Vögel. Als da stemothijrwi- 
abgetrenntes Bündel des Ht/ot/if/rioideus kann man auch den Gloaso-epiglotticus der Säuge- ' ^"^'^^^.^^ "' 
thiere betrachten, da die Epiglottis die vordere Spitze des Schildknorpels repräsentirt. 

Dem Erweiterer des Kehlkopfeingangs entspricht der Lage und Function nach derjtf. anauaw 
M. cricoarytaenoideus posticus, welcher von den Bogentheilen der C. cricoidea aufwärts '".'''"^'"'"^"" 

•^ * ° <jis. Criconrij- 

zum Giessbeckenknorpel verläuft. Er entspringt vom Ringknorpel bei den Säugethieren, weil, laenoideus jw- 
unserer Deutung nach, die Seitentheile dieses Knorpels abgelöste Stücke des Schildknorpels *'"^"*' 
sind. Schon bei den Vögeln kam dieser Muskel, wo der Schildknorpel in drei Stücke zer- 
fallen war, allein von den Seitenstücken. 

Am complicirtesten ist der Compressor des Kehlkopfs bei den Säugethieren, aber sei-M. compres- 
nem Verlauf und seinen Functionen niclit minder getreu. Ein Muskel ist es , welcher an *"'" ^"'"^'W'^- 

° Ihijrioanjtae- 

jeder Seite von dem ganzen Schildknorpel, auch nocb von der Epiglottis, aber auch vom obern noideus, Cn- 
Rande der Seitenstücke des Ringknorpels entspringt, quer an dem Kehlkoj)f herumläuft miQ «o"»'!/'"«'«"- 
sich hinter den Giessbeckenknorpeln zum Sphinkter scliliesst und verflicht. Bei den Re\)ti- Arytaeiwideus 
lien entsnriufft dieser Muskel vom Zungenbein und der Aussenfläche des Schildrinffknorpels"'""^'^,'''"*"* 
oder Schildknorpels, bei den Vögeln sahen wir seine Insertion auf den Rand des Schildknor- 
pels hinaufgerückt und bei den Säugethieren hat er gleichsam diese Wand überstiegen und 
sich an der innern Seite wieder herabbegeben. Da die Epiglottis bei den Säugethieren voll- 
kommen getrennt ist, so hat sich mit ihr eine Portion des Compressor abgelöst, es ist der 
Ary-epigloUicus^ der jetzt seinen festen Punct an den Giessbeckenknorpeln hat und den be- 
weglichem Kehldeckel herabzieht, während er früher vom festen Processus epiglotticus 
aus mehr zur Bewegung der Giessbeckenknorpel bestimmt schien. Eine zweite Partie des 
Compressor ist mit den Seitentheilen des Schildknorpels an den Ringknorpel übergegangen, es 
ist der M. cricoarytaenoideus lateralis. Ferner hat sich, nach dem früher entwickelten 
Gesetze, der Muskel dadurch, dass er an dem äussern Rand der Giessbeckenknorpel einen 
Anheftungspunct gefunden, wieder unvollkommen getheilt und derjenige Theil beider Muskeln? 
welcher hinten zwischen beiden Rändern der Giessbeckenknorpel liegt, ist Arytaenoideus 
transversus und ohliqiius. Die Theilung ist unvollkommen, denn es endet der Arytaenoi- 
deus oblir/uus, wie schon Santorini angiebt, nicht an der Spitze des Giessbeckenknorpels, 
sondern setzt sich zum Theil in den M. aryepiglotticus , zum Tlieil in den M. tliyrio- 
arytaenoideus fort. Endlich ist es auch nur ein Bündel des Compressor, welches, vom 



« a. a. 0. p. 42. 

"* Rai'P und J.VKGKK, analom. üntersucliung des Oryclcropus capensis. p. 20. 

"** Dieser ist bei Ilylobales ■wieder in drei besondere Muskeln zerfallen. S. Eschkhut in Müei.lkk's Arcliir. 
1834. p. 218. Taf. II. 



70 

Thyreoarytaenoideus über die Ej)iglottis verlaufend, in dieser endet und mit dem Aryepi- 

glotticus zum Depressor der Epiglottis zusammentritt, 
stimm bän- Wie scilon im Eingang dieser AMiandlung entwickelt wurde, so unterscheidet sich der 

der. Epi- Säuorethierkehlkoiif von dem der frühem Classen wesentlich dadurch, dass sich die vordem 

glottis. »1 J 

Ränder der Giessheckenknorpel von den Seiteurändern des SchildknorpeLs entfernen und zwi- 
schen ihnen eine Schleimhautfalte sich ausspannt, welche den Eingang zum Kehlkopf begrenzt, 
das Ligamentum aryepigloiticum. In den vordem Winkel beider zusammentretenden Fal- 
ten legt sich die halbmondförmige Cartilago epiglottica und bedeckt den Eingang zum 
Kehlkopf vollständig. Die hintern Ränder der Giessbeckenknorpel dagegen, zwischen welchen 
bisher die Hoble der Respirationsorgane sich öffnete, werden fast in ihrer ganzen Länge durch 
Muskeln verbunden und die Schleimhaut geht continuirlich innen und aussen über sie weg. 
Cartilago cu- In den Ligamenta ary epiglottica bildet sich bei vielen Säugethieren ein eigen- 

nei\oTmis. thümlichcr Knorpel, die Cartilago cuneiformis. Wo sie vorkomme und wie sie gestaltet 
sei, findet sich ausführlich angegeben bei Brandt. * Sie fehlt natürlich den niederem Clas- 
sen, da die Falte, in welcher sie sich bildet, erst bei den Säugethieren erscheint. Indess 
darf man sie der Bedeutung nach mit dem herzförmigen Stimmbandknorpel einiger Frösche 
zusammenstellen. 

Die unteren Stimmbänder fehlen unter den Säugethieren allein den Cetaceen, ** viel- 
leicht auch dem Nilpferd. *** Stimmbänder, welche den untersten der Frösche entsprechen, 
kommen bei den Säugethieren nicht vor; sehr häufig dagegen ein paar Falten über den nn- 
tern Stimmbändern, die Ligamenta vocalia superiora, welche eine nnvollkommene obere 
Glottis begrenzen. Zwischen diesen und den untern Stimmbändern liefen die ^lor^as^nischen 
Yentrikel. 



Besondere Anomalien in der Form der Kehlkopfstücke zeigen einige Affen, nament- 
lich die Brüllaffen und die Cetaceen. Diese sind von den öfters genannten Autoren so genau 
beschrieben und auch in den Lehrbüchern so ausführlich abgehandelt, dass ich nicht weiter da- 
bei verweile. 

Resultat. 

.« ■ j^ 

Ich hatte mir die Aufgabe gestellt, die Entwicklung des knorpligen Kehlkopfgerüstes 
durch die Reihe der Wirbelthiere in der Weise zu verfolgen, dass die Fonnen, die auf ver- 
schiedenen Stufen nebeneinander existiren, als successiv fortschreitende Bildungen desselben 
Organs sich darstellten, mit andern Worten, dass die räumliche Ent^vicklungsgeschichte statt 
einer zeitlichen gelten könne. In dieser Art lässt sich das Resultat der mitgetheilten Unter- 
suchungen in Kürze folgendermaassen zusammenfassen; 



a. a. 0. p. 30. 
Rapp, a. a. 0. p. 147. 
* Cdvikr, vergleichende Anat. Bd. IV. p. 362. 






»1 

In dem häutigen unpaaren Ausfiihrangsgang der Lungen (Lepidosiren) entwickelt sich 
jederseits ein longitudinaler Knorpelstreif (Proteus). 

Dieser zeriällt in einen obern, die Stimmritze begrenzenden Tlieil, die Cartilago 
arytaenoided und in einen absteigenden Tlieil. 

Von der Spitze der Cartilago arytaenoidea löst sich ein Knorpelchen ab, die C, 
Saniorini (Frosch, Säugethiere). 

Der absteigende Theil schickt Queräste aus, welche sich vorn oder hinten oder an 
beiden Flächen verbinden und dadurch zu mehr oder minder vollständigen Ringen werden. 

Die untern Queräste sondern sich durch Resorption des ursprünglichen, absteigenden 
Theils zu einzelnen Ringen, dadurch Zerfallen des unpaaren Respirationscanais in Larynx 
und Trachea. 

Die Laryngealknorpelringe verschmelzen, indem die Interstitien vorn und hinten ausge- 
füllt werden, zu Einem breiten Ringe, dem Schildringknorpel. 

^ Die vordere Spitze des Schildringknorjjcls erhebt sich und breitet sich aus zu einem 
blattiörmigen Fortsatz, dem Processus epigloiticus , und wird endlich selbstständig als 
Epiglottis. 

Durch eine Naht wird aus dem hintern obern Theil des Schildringknorpels ein plattes 
Stück, die hintere Spitze, abgegrenzt {Pipa $, Chelonia^ und zum Körper eines eignen 
Knorpels, welcher die Giessbeckenknorpel trägt. Der Schildringknorpel ist in Schildknorpel 
und Ringknorpel zerfallen. 

Der Schildknorpel theilt sich in der Mitte der hintern Fläche durch eine longitudi- 
nale Naht; die Seitenstücke, welche diese Naht begrenzen, lösen sich vom Schildknorpel ab 
und treten an den Ringknorpel, als Bogenstücke desselben (Singvögel). 

Der Körper des Ringknorpels verschmilzt mit den Bogenstücken, wächst unter dem 
Schildknorpel nach vorn herum, er bleibt noch vorn geöffnet bei den Cetaceen und einigen 
Raubthieren und schliesst sich zuletzt vollständig zur Cart, cricoidea der meisten Säuge- 
thiere und des Menschen. 



Erklärung der Bildungen. 



Erste Tafel. 

Kackte Reptilien. 

Folgende Zeichen haben auf dieser und der folgenden Tafel in allen Figuren dieselbe Bedeutung. 

A Zungenbein. 

a Körper desselben. 

b erstes ) 

c zweites / Hörn. 

d drittes | 

e Columella. 

6 knorplige Epijihyse der Columella. 
B Eingang der Stimmlade. 
C Bronchus. 

C' linker \ „ t 

C- rechter ( ^'"""•^^"'^- 
D Lunge. 
El Unterkiefer. 
F Zunge. 
fr Brustbein. 
H Leber. 
I Herzbeutel. 
K. Stimmlade. 
f Giessbeckenknorpel. 

y vordere j 

y^ hintere \ Spitze desselben. 

f^ obere \ 
g Santorinischer Knorpel. 
h Cartilago larytigo-trac/iealis. 

X Oberer Querast derselben. 

xy Ringförmiger Knorpel. 

oberer Fortsatz desselben. 



} 



X* Fortsatz zum Zunffenbeiu. 



b" 



x+ hintere Spitze desselben. 
X Bronchialfortsatz. 



Henle, Besclireibung des Kelilkopfs. 



10 



^ 



»4 

fi Verbindungsast zwischen den Bronchialfortsätzen. 

V Bronchialringe. 

/c vordere i ,..,.,,, , 
, , . , ) nautiffe Wand. 
/ hintere 1 ° 

tn Musculus dilatator aditus laryngis. 

n „ eonstrictor aditus laryngis. 

p ., compressor laryngis. 

r Rand des Stimmladeneingangs. 

* unteres k e.,. , , 
> fetimmband. 
t unterstes ) 

G Knorpel des Stimmbandes. 

Fig. ]. Zungenbein und Stimmlade einer 13" langen Coecilia tentaculata in natürlicher Grösse. 
e' Fünftes Zungenbeinhorn. 

Fig' 2. Stimmlade derselben, vergrössert. Vorn in der Mitte aufgeschnitten und ausgebreitet. 
An der Stelle der punctirten Linien ist ein Stück von etwa 1 " Länge ausgefallen. 

Fig. 3. Stimmlade des Proteus anguinus^ von hinten geöffnet. Etwa um das Doppelte ver- 
grössert. t, Pars arytaenoidea ^ d- Pars laryngo-trachealis des einfachen Stimmladenknorpels. 

Fig. 4. Respirationsorgane von Siredon pisciformis^ zum Theil noch von der Schleimhaut des 
Bodens der Mundhöhle überzogen. Natürliche Grösse von einem 6" langen Exemplar. 

Fig. 5. Die Stimmlade desselben, nachdem die Schleimhaut abpräparirt worden, um die Muskeln 
uz zeigen. Der M.. eonstrictor n besteht aus kreisförmigen Fasern, welche hinten in einer Linea 
alba zusammenstossen. Sie verflechten sich mit denen des M. hyothyrioideus m. Dieser geht theils 
von beiden Seiten in der Mittellinie zusammen, theils befestigt er sich an die Ränder des Stimmladenein- 
gangs und an die Stimmlade. 

Fig. 6. Knorpel der Stimmlade desselben. 

Fig. 7. Die Stimmlade desselben, von hinten geöffnet, um den stimmbandartigen Vorsprung (') zu 
zeigen, welchen der obere oder vordere Rand der C. arytaenoidea bildet. Unter demselben ist durch 
die Concavität des Giessbeckenknorpels eine seichte Vertiefung. 

Fig. 8. Zungenbein und Respirationsorgane von Amphiuma bidactylum^ von vorn. 1. Muse. 
rectus abdominis, welcher an den obern Rand der Stimmlade geht und sich zum Theil mit den Er- 
weiterern derselben vermischt, m' Dilatator aditus laryngis vom Kiemenbogen. m" die zweite Por- 
tion desselben von der Wirbelsäule, 

Die Rückseite der Stimmlade K hat zu beiden Seiten ähnliche, aber etwcis schmalere Knorpelstrei- 
fen. Die C. laryngo-trachealis ist also rinnenförmig, doch ist der Winkel, unter dem die vordere 
und hintere Leiste zusammenstossen, nicht scharf. 

Fig. 9. Seitenansicht der Stimmlade desselben Thiers. Natürliche Grösse von einem 12" langen 
Exemplar. 

Fig. 10. Stimmladenknorpel von Abranchus alleghanensis 2, von vorn. 

Fig. 11. Dieselben von hinten. Beide Figuren nach einem Präparat von einem 13" langen Thier, 
wenig vergrössert. Jeder Giessbeckenknorpel besteht aus zwei unzerti'ennlich verbundenen Hälften, einer 
vordem und hintern; beide kommen aussen in einem scharfen Rand zusammen und vereinigen sich nach 
oben in eiue Spitze (y*). Die vordere Hälfte endet nach unten in einen schmalen Knorpelstreifen (y"^), 
welcher mit dem gleichnamigen der andern Seite zusammenstösst und so den Stimmladeneingang vorn 
schliesst. Der innere Winkel des hintern Theils (y*) ist platt und tritt mit dem gleichnamigen der an- 
dern Seite ebenfalls dicht zusammen. Es ist anfangs schwer, an der hintern Fläche den Giessbecken- 
knorpel von dem Laryngotrachealknorpel zu trennen. Mit der Lupe nimmt man aber eine weisse, aus 
Zellgewebe gebildete Trennungslinie zwischen beiden wahr und sieht, dass der Laryngotrachealknorpel 
hinten in eine Spitze endet, welche sich zwischen beide Giessbeckenknorpel einfügt. 

Fig. 12. Kehlkopfmuskeln von Abranchus alleghanensis. Vergl. die Beschreibung p. 22. 

Fig. 13. Stimmladenknorpel Einer Seite von Triton marmoratus 5. Etwa zehn mal vergrössert. 

Fig. 14. Dieselben von Triton igneus $, ebenso. 

Fig. 15, Giessbeckenknorpel von Triton hristatus ?, stark vergrössert. Die Larvngotracheal- 



95 

knorpel gleichen denen von Tr. marmoratus, sind aber breiter, so dass sie vorn fast zusammenstossen, 
und liegen oben dichter an der C arytaenoidea an. 

Fig. 16. Stimmladenknorpel von Salamandra maculata; dreimal vergrössert. Die Seitenknor- 
pel sind rinnenförmig gebogen, die Giessbeckenknorpel viereckig, nach der Höhle der Stimmlade und et- 
was von oben nach unten concav. In der Stiramlade ist hier, wie bei den andern Arten, zwischen den 
Knorpeln eine sehr feste, glatte Haut ausgespannt. 

Fig. 17. Respirationsorgan derselben, im Zusammenhang mit den Stimmladenmuskeln. 

Fig. 18. Stimmladenknorpel von Salamandra atra c?, fünfmal vergrössert. Die Stimmlade ist 
von hinten geöffnet dargestellt. Die mit v bezeichneten Knorpelstreifen liegen schon in der Wand der 
Lunge. 

Fig. 19. Zungenbein, Stimmlade und deren Muskeln eines 5" langen Bufo palmarum. Ansicht 
von vorn. 

+ Membran, welche zwischen beiden grossen Zungenbeinhörnern ausgespannt ist. 

X Knorpelstreifen, welche am untern Rande der Stimmlade beide Bronchialfortsätze verbinden. 

Fig. 20. Stimmladenmuskeln desselben, von hinten gesehen. 

X Knorpelfäden, welche von der hintern untern Spitze des ringförmigen Knorpels in die Lun- 
gen herablaufen. 

Fig. 21. Stimmladenknorpel desselben, von vorn. 

Fig. 22. Dieselben, Profil. Vorn und an den Seiten greift der ringförmige Knorpel über den 
Giessbeckenknorpel; die hintere Spitze des letztern überragt aber den ersten. 

Fig. 23. Ansicht der Stimmladenhöhle mit den Stimmbändern. 

Fig. 24. Zungenbein und Stimmlade mit dem Anfange der Lungen von Bufo cinereus. 

Fig. 25. Knorpel der Stimmlade desselben, von vorn. 

Fig. 26. Dieselben von hinten. Man sieht, dass die hintern Enden der Giessbeckenknorpel (y^) 
nicht, wie gewöhnlich, zusammentreten. 

Fig. 27. Seitenansicht des Giessbeckenknorpels von Bufo cinereus, 

Bufo calamita verhält sich, wie Bufo cinereus^ nur sind die Bronchialknorpel etwas ein- 
facher. 

Bufo variabilis ebenso, doch ist der ringförmige Knorpel hinten etwas breiter. 

Fig. 28. Stimmladenknorpel des Pelobates fuscus (c?) von vorn. 

Fig. 29. Dieselben von hinten. Der ringförmige Knorpel hinten offen. 

Fig. 30. Giessbeckenknorpel desselben. 

Fig. 31. Respirationsorgan mit präparirten Stimmladenknorpeln von E^igystoma gibbosum, vor- 
dere Ansicht. 

Fig. 32. Die Stimmladenknorpel isolirt, von hinten. 

Fig. 33. Giessbeckenknorpel desselben, isolirt, von innen. 

Fig. 34. Zungenbein (die obern Hörner nicht vollständig) und Respirationsorgan mit präparirten 
Knorpeln von einem 1^/2" langen Bombinator igneus j", nicht ganz um das Doppelte vergrössert. 
Von vorn. 

Fig. 35. Stimmladenknorpel desselben von hinten. 

Fig. 36. Dieselben, Profil. 

Fig. 37. Ringförmiger Knorpel des Microps Bonapartii, von hinten gesehen. 

Fig. 38. Giessbeckenknorpel mit dem untern Stimmbande und dem Knorpelchen desselben, <r. 

Fig. 39. Stimmladenknorpel von Discoglossus pictus. Die Stimmlade ist von hinten geöffnet 
und ausgebreitet. 

Fig. 40. Respirationsorgane der Rana esculenta. Lebensgross, 

Fig. 41. Stimmlade derselben, von der Seite. 

Fig. 42. Zungenbein und Stimmlade derselben, von hinten, mit präparirten Muskeln. S. p. 24. 
p' Compressor vom Zungenbein. 

p" „ vom seitlichen Fortsatz des ringförmigen Kuorpcls x' Fig. 41. 

Fig. 43. Der ringförmige Knorpel derselben, isolirt und vergrössert, von vorn. 

10* 



— 76 , 

Fig. 44. Giessbeckenknorpel derselben; die Knorpelhaut ist abgetrennt, um die Cart. Santorini 
g zu zeigen. 

Fig. 45. Formen des Santorinischen Knorpels derselben 

Fig. 46. Ringförmiger Knorpel der Rana temporaria ., vergrössert, von vorn. Es fehlt hier 
der untere Bogen, welcher bei R. esculenta die beiden ßronchialfortsätze t. verbindet. 

Fig. 47. Derselbe Knorpel von hinten. 

Fig. 48. Derselbe, Profil. 

Die Cartilago Santoriniana der R. temporaria ist einfach herzförmig, ohne den obern. 
platten Fortsatz der R. esculenta. 

Fig. 49. Stimmladeriknorpel der Rana principali afßnis^ von hinten. 

Fig. 50. Dieselben von vorn. 

Fig. 51. Zungenbein der Hyla venulosa. 

Fig. 52. Stimmladenknorpel der Hyla punctata von vorn. 

Fig. 53. Dieselben, Profil. 

Von der Mitte der hintern Spitze des ringförmigen Knorpels z+ geht ein Faserbündel zur 
Mitte der vordem Wand, welches den Eingang in die Bronchien in 2 Hälften theilt. 

Fig. 54. Giessbeckenknorpel derselben, von innen, mit dem longitudinalen Vorsprung, welcher der 
Furche der äussern Fläche entspricht. 

Fig. 55. Derselbe, vergrössert, mit dem Stimmband und dem Knorpel desselben, <r. 

Fig. 56. Stimmladenknorpel von Ceratophrys granosus, von vom geöffnet und ausgebreitet 

Zweite Tafel. 

Waekte Reptilien (A.glossa). 

Für sämnitliche Figuren gehen, ausser den oben angefahrten Zeichen, folgende: 

«' Der dem Zungenbein verbliebene Theil des Zungenbeinkörpers. 

a" Der zur Stimmlade gezogene Theil desselben. 

o Verknöcherung im letztern. 

o Cartilago cricoidea. 

t Lücke des Zungenbeins, durch welche Muskeln treten. 

Fig. 1. Zungenbein und Stimmlade des weiblichen Xenopus Bojei., von vom. S. die ausführ- 
liche Beschreibung des erstem p. J5., der letztern p. 16 ff. 

Fig. 2. Stimmladenknorpel desselben im Zusammenhang, von hinten. 

Fig. 3. Rechter Giessbeckenknorpel desselben, von hinten und innen gesehen. 

a; Articulationsfläche mit der entsprechenden des gleichnamigen Küorpels. 
Fig. 4. Derselbe Knorpel von hinten und aussen. 

m Sehne des Musculus dilatator, m Fig. 5. 

1//W Ausschnitt, welcher auf den scheuklappenfdrmigen Fortsatz (x* Fig. 2.) passt 
Fig. 5. Muskeln derselben Stimmlade. Vergl. p. 27. 

Fig. 6. Stimmladenknorpel und Knochen des männlichen Xenopus, von vorn. Vergl. p. 17. 
Fig. 7. Ansicht der Knochenplatten derselben Stimmlade, von hinten oder innen. 
Fig. 8. Profilansicht derselben. 
Fig. 9. Linker Giessbeckenknochen, von hinten und innen. t 

x Articulationsfläche mit der gleichnamigen des rechten Giessbeckenknochens. 
Fig. 10. Schematische Darstellung zu p. 17. 

Fig. 11. Zungenbein und Stimmlade der weiblichen /*«/?« «'crrwco*», von vorn. ^ ergl. p. 16. 19. 
Fig. 12. Knorpel der Stimmlade derselben, von hinten. 

Fig. 13. Die Stimmlade derselben, hinten geöffnet und ausgebreitet; auf der rechten Seite sind 
die Knorpel präparirt, auf der linken noch mit Schleimhaut überzogen, um die den Stimmbändern ent- 
sprechenden Vorsprünge zu zeigen. Vergl. p. 30. 

Fig. 14. Muskeln der Stimmlade der weiblichen Pipa^ von vorn. 



r- 'S'S 

/Vg-, 15. Dieselben von hinten. Vergl. p. 26. 

F'i'g. 16. Stimmladenknorpel und Knochen der männlichen Pipa^ von vom. 
Fig. 17. Dieselben von hinten. 
Fig. 18. Von oben. Vergl. p. 20. 

Fig. 19. Rechter Giessbeckenknochen desselben Thiers von innen. 
Fig. 20. Derselbe von aussen gesehen, p. 21. 
Fig. 21. Isolirte Bronchialringe der weiblichen Pipa^ vergrössert. 

Fig. 22 und 23. Ansicht der Muskeln der weiblichen Fipa^ welche von Theilen des Stammes 
zum Zungenbein und zur Stimmlade treten. Vergl. p. 25. 

1. M. transversus maxillae inferioris. 

2. M. genioglossus^ welcher in den Boden der Mundhöhle ausstrahlt. 

3. Muskel, vom äussern Winkel des grossen Zungenbeinhorns zum Unterkiefer, links in zwei 
Bündel gespalten. M. geniohyoideus Mayer. 

4. M. hyoglossus {laryngoglossus Mayer), von der Columella des Zungenbeins in den 
Boden der Mundhöhle. 

5.. M. sternohyoideus ^ vom Brustbein entspringend, spaltet sich in zwei Bündel, von wel- 
chen das eine (5) an das grosse Seitenhorn, das andere (5') an das vordere Hörn des Zungen- 
beins geht. 

6. Ein Tbeil des M. abdomitialis oblifjuus internus^ in drei Insertionen gespalten. 6 an 
das grosse Hörn des Zungenbeins, 6' an den Körper desselben, 6" an den Stiramladentheil des 
Zungenbeinkörpers. 

7. Eine andere Portion desselben Bauchmuskels, in zwei Insertionen gespalten, 7 an den un- 
tern Rand des grossen Zungenbeinhorns, 7' an die Columella des Zungenbeins. 

F ist das im Boden der Mundhöhle verborgene Zungenrudiment der Pipa. 
Fig. 24. Zungenbein von Alytes obstetricans. p. 18. Nota. 

a Verknöcherung desselben. 
Fig. 25. Schematische Figuren zu pag. 3. 

Dritte Tafel. 

Schlange n. 

Für diese und die folgenden Tafeln gelten allgemein folgende Bezeichnungen : 

A Zungenbein. 

B Kehlkopf. 

C Trachea. 

D Zunge. 

E Scheide derselben bei den Ophidier». 

F Stimmritze. 

Q Kehldeckel. 

« Processus arytaenoideus. 

a Carlilago arytaenoidea. 

b Cartilago cricothyrioidea. 

c Processus epiglotticus. 

S Hintere Spitze der C. cricothyrioidea. 

d Cartilago cricoidea. 

I. II. u. s. f. Erster, zweiter Trachealring. 

f Auflieber des Kehlkopfs. 

g Herabzieher desselben. 

h Erweitcrer des Stimmladeneiugangs. 

A: Compressor des Kehlkopfs. 

/ Rand des Stimmladcneingangs. 



78 

m fjtgamentum vocale inferiu». 

n Ligamentum liyothyrioideum,. 

o Membran, welche die Lücke in der vordem KehLkopfwand ausfüllt. 

p Membran in der iiintern Kehlkopfwand. 

Fig. 1. Zunge und Kehlkopf mit dem Kehldeckel eines 4 Fass langen Crotalus duri«$us^ le- 
bensgross. 

Fig. 2. Kehlkopf desselben von vorn, mit den Insertionen der langen Kehlkopfmuskeln. 

Bei Crotalus horridus ist die vordere Spitze kürzer. So auch hei Lackesis Yararaka. 
zugleich die Giessbeckenknorpel schmaler und die hintere Wand nach unten offen, wie bei Pij- 
thon Fig. 44. 

Fig. 3. Derselbe von hinten. 

Fig. 4. Spitze des Kehlkopfs mit dem Giessbeckenknorpel von Vipera Berns. 

Fig. 5. Muskeln desselben, von vorn. 

Fig. 6. Dieselben von hinten. Vergl. p. 47. 

Fig. 7. Kehlkopfknorpel von Naja tripudiaus., hinten aufgeschnitten und ausgebreitet. 

Fig. 8. Spitze des Kehlkopfs und Giessbeckenfortsatz von Naja haje. 

Fig. 9. Kehlkopfknorpel von Elaps lemniscatus, hinten durchgeschnitten. 

Fig. 10. Dieselben von Elaps lacteus. 

Diesem ähnlich, nur spitzer ist der Kehlkopf von Bungarus fasciatus. 

Fig. 11. Kehlkopfknorpel von Hydrophis trigonocephalus., hinten aufgeschnitten. 

« Fortsatz des Giessbeckenfortsatzes, welcher dicht an den Schildringknorpel stösst, ohne sich 
mit ihm zu verbinden. 

Fig. 12. Kehlkopfknorpel eines 6 Fuss langen Dryophis prasinus^ von vorn. Lebensgross. 

Fisr. 13. Derselbe von der Seite. 

/Vir. 14. Derselbe von hinten. 

Fig. 15. Kehlkopfknorpel von /'*a/»»«o/?^«* »zo«e7^er, an der Seite aufgeschnitten und ausgebreitet 

Fig. 16. Kehlkopf knorpel von Coelopeltis lacertina, um die eigenthümliche Gestalt der hintern 
Spitze d zu zeigen. 

Fig. 17. Kehlkopfknorpel von Dipsas annulatus, hinten geöffnet. 

Fig. 18. Derselbe von Dipsas bncephalus ^, von vorn. 

Fig. 19. Derselbe, Profil. 

Fig. 20. Derselbe von hinten. Die hintere Spitze ungeschlossen. 

Ebenso verhält sich Dipsas nel/nlatus, nur ist die vordere Spitze höher. 

Fi"-. 21. Kehlkopf von Homalopsis a'er, vorn geöffnet und ausgebreitet. 

Fig. 22. Kehlkopf von Tropidonotus natrixy an der Seite geöffnet. 

Fif^. 23. Derselbe von Tropidonotus melanozostiis, ebenso. 

Fig. 24. Kehlkopfknorpel von Coronella laevis, hinten geöffnet und ausgebreitet. 

Fif. 25. Die Verbindungsstelle des Giessbeckenfortsatzes mit dem Ringschildknorpel ans demselben, 
vergrössert, um die Unterbrechung der spongiösen Substanz an der Stelle zu zeigen, wo später die Tren- 
nung erfolgt. 

Fig. 26. Muskeln der Coronella laevis, von vorn. 

Fig. 27. Zunge, Kehlkopf und Kehldeckel von Coluber ßavescens. 

Fio-. 28. Kehlkopfknorpel desselben, an den Seiten geöffnet. 

Fitr. 29. Kehlkopf, Zunge und beilförmige Epiglottis von Coluber pholidostictus. In natürli- 
cher Grösse, nach einem 372 Fuss langen Thier. 

Fig. 30. Kehlkopfknorpel desselben von vorn. 

Fig. 31. Dieselben, Profil. ** 

Fig. 32. Kehlkopfmuskeln desselben. 

Fif. 33. Kehlkopfknorpel von Coluber rvfiventris. von vorn. 

Fig. 34. Dieselben von hinten. Mit d ist die hintere Spitze bezeichnet, welche mir durch eine 
Naht von dem übrigen Theil des Schildringknorpels getrennt schien. 

Fig. 35. Kehlkopf von Coluber pullatus, vordere Ansicht. 



79 

Fig. 36. Derselbe, hintere Ansicht. 

Von den übrigen Colubern war der Giessbeckenknorpel mit dem Schildringknorpel verbunden 
bei C. arctiventris ^ elapiformis , caplstratus , angulatus^ Korros^ Olfersü^ durch eine 
Naht von ihm getrennt bei C. nifescens und Nattereri. 
Fig. 37. Kehlkopfknorpel von Dendrop/ds ahaetuUa^ hinten aufgeschnitten, lebensgross, aus 
einem 2^/4 Fuss langen Exemplar. 

Fig. 38 und 39. Kehlkopfmuskeln von Liophis cobella. Der Dilatator besteht aus 2 Portionen. 
Die Giessbeckenknorpel sind von dem Schildringknorpel nicht getrennt- Bei Liophis i'egi- 
nae und poecilogyrus ist der Processus epiglotticns länger. 
Fig. 40. Kehlkopf von Herpetodryas carinata. Profil. 

Fig. 41. Zunge und Kehlkopf mit den langen Muskeln desselben von Python bivittatus. 
H Zurückzieher der Zunge. 

/ Vorwärtszieher des Zungenbeins. Vergl. d'Alton am oben angeführten Orte. Taf. VH. 
Fig. 5. M. 
Fig, 42. Kehlkopfknorpel mit dem eigenthümlichen Dilatator von demselben, vordere Ansicht. 
Fig. 43. Stimmritze und Dilatator glottidis von demselben, hintere Ansicht. 
Fig. 44. Die Kehlkopfknorpel desselben präparirt, ebenso. 
Fig. 45. Kehlkopf der Boa constrictor^ von hinten. Natürliche Grösse. 
Fig. 46. Die präparirten Küorpel desselben, von vorn. 
Fig. 47. Dieselben von hinten. 

Der Larynx von Eryx turcicus gleicht ungefähr dem von Tropidonotus natrix^ Fig. 22., 
doch ist der Processus epiglotticus niedriger und die Giessbeckenknorpel sind nicht getrennt. 
Fig. 48. Larynx einer 9" langen Cylindrophis maculata, hinten aufgeschnitten. 
A lebensgross. 
B vergrössert. 
Ebenso verhält sich Ilysia scytale, doch findet sich eine unscheinbare Andeutung einer Tren- 
nung von Giesbecken- und Schildringknorpel. 
Fig, 49. Kehlkopfknorpel von Typhlops amphixanthus.^ an der Seite geöffnet und ausgebreitet. 
B Natürliche Grösse desselben. " 

Vierte Tafel. 

Saurier. 

Fig. 1. Zungenbein und Kehlkopfmuskeln von Amphisbaena fuliginosa.^ von hinten betrachtet. 
Die Form der Kehlkopfknorpel ist ganz gleich der von Coronella laevis. Taf. III. Fig. 24. 
Fig. 2. Kehlkopfknorpel von Anguis fragilis^ hinten geöffnet und ausgebreitet. A in Lebens- 
grösse. 

Ganz ähnlich ist die Form des Kehlkopfs von Cephalopeltis, nur ddss sich hier, statt der 
zwei Querspalten, eine einzige dreieckige Oeffnung in der vordem Wand befindet. 
Fig. 3. Kehlkopf und Luftröhre von Anguis fr agilis in Verbindung mit dem Zungenbein, von vorn. 
Fig. 4. Kehlkopfknorpel von Cyclodus ßavigularis^ von vorn. 
Fig. 5. Derselbe von hinten. 
Fig. 6. Giessbeckenknorpel desselben, vergrössert. 

Bei Zygnis chalcidica ist die vordere Kehlkopfwand ebenso, aber die hintere gleichfalls 
durch drei Querfurchen in vier Ringe getheilt. 
Fig. 7. Kehlkopf von Euprepes Telfairii^ Profil. A natürliche Grösse. 

Fig. 8. Kehlkopfknorpel von einem 8" langen Ophisaurus ventralis^ hinten geöffnet und aus- 
gebreitet. Um die Hälfte vergrössert. 

Fig. 9. Kehlkopf eines 21/2 Fuss langen Pseudopus serpentinus^ lebensgross, von vorn. 
Fig. 10. Derselbe von hinten. 

Fig. 11. Zunge, Kehldeckel, Stimmritze und Trachea des Zonurus cordylus. Die Conturen 
des Zungenbeins sind durch punctirte Linien augegeben. 



80 



Fig. 


12 


zum After. 




Fig. 


13 


Fig. 


14 


Fig. 


15 


Fig. 


16. 



• 



Kehlkopfknorpel desselben, von vorn, natürliche Grösse aus einem <?, 3" 2'" lang bis 

Dieselben von hinten. 

Kehlkopf von Hemidactylus armatus., von vorn. 
Derselbe von hinten. 

Derselbe, Profil (die linke Fläche). - 

b' Seitlicher Fortsatz des Ringschildknorpels, von welchem der M. dilatator entspringt. 
/ Rand des Eingangs zum Kehlkopf. 

Fig. 17. Kehlkopf von Platydnctyhis fasciculari». Lebensgross, von vom. 

Fig. 18. Derselbe von hinten. Die rechte Cart. arytaenoidea ist weggenommen. 

Fig. 19. Zungenbein und Kehlkopfmuskeln desselben, von vorn. |#, 

Fig. 20. Dasselbe Präparat von hinten. Der Dilatator {h) auf einer Seite von der Insertion ab- 
gelöst und zurückgebogen. 

Fig. 21. Zunge und Kehlkopfeingang von Phrynosoma orbiculare. Natürliche Grösse aus 
einem 1^^" langen $. Vergl. p. 50. 

Fig. 22. Kehlkopfknorpel desselben, von vorn. 

Fig. 23. Dieselben von hinten. 

Fig. 24. Kehlkopfknorpel von Seeloporus toryuatus , von vorn. Lebensgross von einem 3V4'' 
langen Exemplar. S. 

Fig. 25. Ringschildknorpel desselben, von hinten. 

Fig. 26. Giessbeckenknorpel desselben, vergrüssert, 

Fig. 27. Kehlkopfknorpel von Tropidurus microlophus ^, 4t%" lang, in natürlicher Grösse. 
Die vordere Wand des Ringschild knorpels durch eine Längsfirste ausgezeichnet. 

Fig. 28. Ringschildknorpel desselben, isolirt, von hinten. 

Fio; 29. Ringschildknorpel von Tropidurus torquatus S, hinten aufgeschnitten und aasgebreitet 

Fig. 30. Kehlkopiknorpel von Phrynocephalus auritus^ von vorn. A natürliche Grösse. 

Fig. 31. Dieselben von hinten. 

/Vo". 32. Giessbeckenknorpel desselben, isolirt, von der innem Fläche angesehen. 

Fig. 33. Derselbe Kehlkopf mit den Muskeln, vergrössert, von vorn. 

Fig. 34. Dasselbe Präparat von hinten. 

Fig. 35. Schildringknorpel des Trapelus deserti j>, 3^2 " lang, von vorn. 

Firr. 36. Schildringknorpel und Giessbeckenknorpel desselben, von hinten. 

FifT. 37. Zunge und Kehlkopfeingang von Polychrus marmoratus $, 4" lang, lebensgross. Die 
Zunge verlängert sich nach hinten in zwei Lappen, welche sich dicht aneinanderlegen und den Eingang 
zum Kehlkopf umfassen. S. p. 50. 

Fio-. 38. Kehlkopfknorpel desselben, von vorn. Mit einer Längsfirste und eingebogenem untern 
Rand des Schildringknorpels, wodurch dieser dem menschlichen Schildknorpel ähnüch ist. 

Fig. 39. Dieselben von hinten. 

jFVo-. 40. Schildringknorpel ^qvl Jnolis velifer, 2^*" lang, von vorn. Um die Hälfte vergrössert 

Fig. 41. Derselbe von hinten. 

Fig. 42. Schildringknorpel der Cyclura denticulata, mit ausgezeichnet grossem Processus epi- 
glotticus^ von vorn. Lebensgross. 

Fig. 43. Derselbe von hinten. 

FifT. 44. Linker Giessbeckenknorpel desselben, von aussen. 

Fig. 45. Kehlkopfknorpel von Iguana tuberculata, von vorn. 

Fig. 46. Dieselben von hinten. 

Fig. 47. Dieselben von vorn, mit den Muskeln und dem Lig. hyotkyrioideum. 

Fig. 48. Zunge, Zungenhein und Kehlkopf mit den Muskeln desselben im Zusammenhang, von 
der Seite. 

Fig. 49. Kehlkopf derselben mit präparirten Muskeln, von hinten, 

Fig. 50. KeWkopf von Ophryoessa superciliosa ^ von vorn. Der rechte Giessbeckenknorpel 
ist entfernt. 



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♦ 



Fig. 51. Dasselbe Präparat vou hinten. 

Fig. 52. Schildrin^knorpel eines Calotes cristatus^ von vorn. 

Ein anderes Exemplar derselben Species war fast ebenso gestaltet, wie Calotes vuUurosu». 

Fig. 53. Kehlkopfknorpel von Calotes gutturosus ^, von vorn. 

Fisc. 54. Dieselben von hinten. 

Fig. 55. Kehlkopf, noch mit der Schleimhaut überzogen, von Chamaeleo africanus. 

Fig. 56. Präparirte Knorpel mit dem Kehlsack Ä, von vorn. Vergl. p. 39. 

Fig. 57. Dieselben von hinten. 

Fig. 58. Der Kehlsack an demselben Präparat ist geöffnet, die rechte Hälfte bis auf einen klei- 
nen zurückgeschlagenen Rest am obern Rande weggenommen, um das unvollkommene Septum des Kehl- 
sacks zu zeigen {K" K'). 

Fig. 59. Die vordere Fläche der innern Wand des Schildringknorpels, b * longitudinaler Vor- 
sprung derselben nach innen, b" schnabelähnlicher Fortsatz. 

Fig. 60. Kehlkopfknorpel von Lacerta viridis ., von vorn. A natürliche Grösse von einem j; 
12" lang. 

Fig. 61. Dieselben von hinten. 

Fig. 62. Dieselben von der linken Seite. 

Fig. 63. Giessbeckenknorpel desselben Thiers, isolirt. 

Fig. 64. Keklkopfhöhle desselhen, hinten geöffnet und ausgebreitet, um die unvollkommenen Stimm- 
bänder (/») an der Basis der Cart. arytaenoidea zu zeigen. 

Fig. 65. Kehlkopfmuskeln desselben, von vorn. 

Fig. 66. Dieselben von hinten. 

Fig. 67. Dieselben von der linken Seite. 

Fig. 68. Kehlkopfknorpel von Ameiva vulgaris <?, von vorn. 

Fig. 69. Dieselben von hinten. 

Fig. 70. Kehlkopfknorpel von Podinema Teguixin^ von vorn. Natürliche Grösse. Der Kopf 
mass von der Schnauze zum Trommelfell 272"' 

Fig. 71. Dieselben von hinten. 

Fig. 72. Rechte Hälfte der Kehlkopfhöhle von Hydrosaurus bivittatus^ lebensgross. Das un- 
tersuchte Exemplar verdanke ich der Güte des Herrn Prof. Grant, 



Fünfte Tafel. 

Fig. 1—14. Krokodile. — Fig. 15 — 31. Chelonier. — Fig. 32 — 34. Vögel. 

Fig. 1. Kehlkopiknorpel von Alligator lucius. Von vorn. Der Schildringknorpel besteht aus 
2, vorn in der Mittellinie durch eine Brücke verbundenen Ringen. Der obere, stärkere ist hinten ge- 
schlossen und an den Seiten sowohl nach oben, als nach unten breiter, als vorn und hinten; der untere, 
schmalere Ring ist hinten offen. Natürliche Grösse von einem Exemplar, welches bis zur Schwanzspitze 
fast 3 Fuss mass. 

Fig. 2. Dieselben von der rechten Seite. 

d Oberer Fortsatz des bogenförmigen Giessbeckenknorpels. Zur Insertion des M. dilatator 
glottidis. 
Fig. 3. Mittelstück des Schildringkuorpels mit den hintern Enden der Giessbeckenknorpel, von 
demselben, von hinten. 

Fig. 4. Zungenbein und Kehlkopf mit den Muskeln desselben Thiers, von hinten. Die Schleim, 
haut ist auf der linken Seite erhalten; man sieht das longitudinale Frenulum fr', welches die vordere 
Spitze des Kehlkopfeingangs an das Zungenbein heftet. 

/' Theil des Randes des Kehlkopf-Eingangs, welcher von der Spitze des Giessbeckenknor- 
pels zum Zungenbein geht, lAgamentum ary/ii/oideum. 

l" Derjenige Theil desselben Randes, welcher durch den Giessbeckenknorpel gestützt wird. 
k' M. compressor laryngis vom Zungenbein und der vordem linea alba. 

Hem.e, Besclireibung des Kehlkopfs. li 



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k" Portion desselben Muskels, welcher vom Schiltiringknorpel entspringt. 
V Hintere Linea alba. 
Fig. 5. Dieselben Muskeln, von vom. 

w Vordere Linea alba. 
Fig. 6. Linke Hälfte des Kehlkopfs desselben Thieres, von innen. 
/ Rand des Kehlkopf-Eingangs. 
m Stimmband. 
* Ventrikel unter demselben. 
XX Durchschnittsfläche des Compressor. 
Fig. 7. Zunge, Rand des Zungenbeins und Kehlkopfspalte von Alligator palpebrotui. 

g' Das longitudinale Frenulum des Kehlkopfs. 
Fig. 8. Kehlkopfknorpel desselben, von vom. Um die Hälfte vergrössert aus einem 6" zum Af- 
ter messenden Exemplar. 

a' Fortsatz des Giessbeckenknorpels, an welchem sich der M. dilatator inserirt. 
Fig. 9. Dieselben, von der linken Seite. 

Fig. 10. Giessbeckenknorpel von Crocodilus biporcatus. Der Ringschildknorpel gleicht dem 
von Alligator palpebrosus^ der erste Trachealriug aber ist schmal, unvollständig und liegt ganz in der 
vordem Concavität des untern Randes des Schildringknorpels, zwischen den absteigenden Seitentheilen. 

Fig. 11, Kehlkopfknorpel des Ilhamphostoma tenuirostre., von vorn. Stark vergrössert, nach 
einem jungen Exemplar, einem Gesehene des Herrn Thomas Bell in London, dem ich dafür öfiFentlich 
zu danken nicht unterlassen kann. 

Fig. 12. Dasselbe Präparat, von der rechten Seite gesehen. 
Fig. 13. Giessbeckenknorpel desselben, isolirt. 

Fig. 14. Der obere Theil der Luftröhre von hinten, um eine elgenthümliche, wahrscheinlich in- 
dividuelle Bildung der obern Luftröhrenringe zu zeigen. Die ersten sind, wie bei allen Krokodilen hin- 
ten offen. Zwischen den 8 — lOten liegt ein aus den getrennten Mittelstücken zusammengeflossenes 
Knorpelstück, gleich einem Brustbein zwischen den Rippen. Das zum lOten Ringe gehörige mittlere 
Stück ist theilweise mit dem Uten Ringe verwachsen. 

Fig. 15. Kehlkopfknorpel von Tribnyx ferox., von der linken Seite. 

A Natürliche Grösse, von einem Exemplar, dessen Rückenschild Sj" lang ist. 
a' Fortsatz des Giessbeckenknorpels, wie bei den Krokodilen. 
Fig. 16. Kehlkopf von Cinosternon clausuni von vorn. 
Fig. 17. Derselbe von hinten. 

Fig. 18. Kehlkopfknorpel und erster Trachealriug von Emys lutescens^ von vorn. 
Fig. 19. Dieselben, von hinten. 

In beiden Figuren bezeichnet ß den Schildknorpel. 

X Knorpelstücke zwischen den hintern Rändern des Schildknorpels , lose in der fibrösen 
Haut. 
Fig. 20. Kehlkopfknorpel von Emys europaea^ von der linken Seite. 
Fig. 21. Schildringknorpel derselben von vorn. 

Fig. 22. Hinterer Rand der Zunge und Kehlkopfspalte von Testudo elephantopus. 
l ligamentum aryglotticum. 

l" Theil des Randes des Stimmladeneingangs, welcher vom Giessbeckenknorpel gestützt ist. 
Fig. 23, Kehllopfknorpel desselben Thieres von vorn. 
Fig. 24. Dieselben, von hinten. 

Fig. 25, Zungenbein und Kehlkopfmuskeln desselben. 

Fig. 26. Zunge, häutige Epiglottis (zurückgezogen) und Kehlkopfspalte von Chelonia Midns. 
Die Kehlkopfspalte ist theils nach hinten, theils nach oben gerichtet. Die vorderste Spitze derselben is 
nur durch gewaltsames Herabdrücken der Zunge sichtbar. 

X Spitze, harte Warzen, welche die vordere Wand des Schlundes einnehmen. 
Fig. 27. Kehlkopfknorpel desselben Thiers, von vorn. 
Fig. 28. Dieselben von hinten. 



83 

Fig. 29. Dieselben von der rechten Seite. In diesen 3 Figuren bedeutet 

ß den Schildknorpel. 

/?' dessen hintere Spitze. 

d Ringkuorpel. 

d' Der obere, nach hinten umgebogne Fortsatz desselben. 

q Longitudinaler Vorsprung im Innern des Kehlkopfs. 

a' Fortsatz des Giessbeckenknorpels, an welchen sich der M. dilatator befestigt, 
Fig. 30. Schildringknorpel von Sphargis mercurialis, von vorn. 
Fig. 31. Derselbe, von hinten. 



Der grösste Theil des Textes und die Tafeln zu dieser Abhandlung waren bereits vollendet, als 
ich aus dem Katalog des breslauer Museums ersah, dass die reichhaltige Sammluug ein Präparat der Re- 
spirationsorgane von Chelys fimbriata enthielt, wonach ich mich bis dahin umsonst bemüht hatte. Der 
gefällige Director dieser Sammlung, Herr Geh. Rath Otto, hatte die Güte, auf meine ;Bitte mir das Prä- 
parat zur Ansicht zuzusenden. Ich bemerke nach Untersuchung desselben nachträglich, dass sich der Kehl- 
kopf von Chelys im Wesentlichen nicht von dem von Chelonia unterscheidet. Auch bei Chelys findet 
sich ein abgetrennter Ringknorpel, welcher hinten in einem Einschnitt des Schildknorpels sitzt, und die 
hintere Spitze des Kehlkopfs bildet. Der Schildknorpel ist hinten im obern Theil vollkommen geschlossen, 
im untern offen. Einen Längsvorsprung im Innern sah ich nicht. 



In Figur 32 — 34 bezeichnet A das Mittelstück des Schildknorpels. 

D den Processus epiglotticus. 

C die Seitenstücke des Schildknorpels, welche dann an den Ring- 
knorpel übergehen. 
E den Körper des Ringkorpeis. 
F die Giessbeckenknorpel. 
Fig. 32. Kehlkopfknorpel des Huhns von hinten gesehen ; das eine Seitenstück ist hinten aus sei- 
ner Verbindung mit dem gleichnamigen der andern Seite gelöst und nach aussen umgeklappt, um den 
ganzen Ringknorpel von innen zu zeigen. 

Fig. 33. Kehlkopfknorpel von LdOxia curvirostris. Der eine Seitentheil des Schildknorpels 
ist aus seiner Verbindung mit demselben gelöst und nebst dem andern Seitentheil und dem Körper des 
Ringknorpels nach aussen umgelegt. 

Fig. 34. Schildknorpel des Storchs, von vorn gesehen, hinten geöffnet und ausgebreitet. 
B Rest von Knorpel zwischen der mittlem und seitlichen Knochenplatte. 



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Leipzig, Druck von J. B. Hirschfeld. 



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